Werden unsere Gene "schlechter"?

Support

Liebe/r Gehenna,

gutefrage.net ist eine Ratgeber-Plattform - jedoch welcher Rat könnte gegeben werden so wie die Frage gestellt ist? Wenn Du die Community besser kennen lernen möchtest oder Dich die Meinung der Community interessiert, kannst Du Diskussions-Fragen gerne im Forum unter http://www.gutefrage.net/forum stellen.

Bitte beachte zukünftig unsere Richtlinien unter http://www.gutefrage.net/policy.

Vielen Dank für Dein Verständnis!

Herzliche Grüsse

Ben vom gutefrage.net-Support

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Den Knackpunkt hast Du schon berührt:

es kommt auf die Formulierung von "Fehlern" an:

Was wir für "fehlerhaft" halten, muß es evoluitonär längst nicht sein.

Die Triebfeder der Evolution ist die Selektion. Das heißt tatsächlich, daß neue Eigenschaften, die die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit erhöhen, sich im Genpool anreichern, oder eben solche, die die Fortpflanzungwahrscheinlichkeit senken, daraus verschwinden.

Nun hast Du Recht, daß viele Menschen mit Eigenschaften überleben, die in einer rein animalischen Betrachtung sich eher als Fortpflanzungsnachteil erweisen könnten.

Aber Fakt ist doch, daß sie überleben und sich fortpflanzen können. Ist das ein Widerspruch zur Selektion?

Nein.

Der Mensch hat Kulturtechniken entwickelt, die solche vermeintlichen "Fehler" eben nicht mehr reproduktionsrelevant machen wie Fürsorge, Medizin, Technik usw.

Es ist also unangemessen, diese Eigenschaften im evolutionären Sinne als "Fehler" zu betrachten. Wenn sie sich nicht negativ auswirken, sind sie es auch nicht. Wer sich vermehrt, ist im evolutionären Sinn "richtig". Sonst hätte er es nicht dahin geschafft.

Über all dem steht natürlich noch die Betrachtung, in wie weit von uns subjektiv als "Fehler" betrachtete Merkmale überhaupt genetisch fixiert sind.

Grundsätzlich ist auch wichtig zu verstehen, daß Evolution keinem Ziel zustrebt. Allein deshalb gibt es eigentlich kein richtig oder falsch. Wichtig ist allein Entwicklung.

Es gibt Untersuchungen, die die zurückgehende männliche Zeugungsfähigkeit z.B. auf die in Kunststoffen vorhandenen Weichmacher zurückführt. Nun könnte man annehmen, daß es Individuen gibt, die da anfälliger sind und andere, die eine gewisse Immunität gegen solche Stoffe haben könnten. Diese würden sich dann häufiger vermehren und irgendwann wäre dann die ganze Population resistent gegen Weichmacher.

Nun wird´s kompeltt fiktiv:

Nun könnte es aber sein, daß die Resistenz gegen Weichmacher durch eine reduzierte Fähigkeit begleitet wird, ein bestimmtes Hormon zu produzieren. Und dieses führt zur radikalen Schwächung der Libido. Nun hätten wir dann also hochpotente asexuelle Menschen und sterben einfach aus. Wo läge nun der "Fehler"?

Wir sollten uns immer hüten, die Evolution allzusehr zu antropomorphisieren.

Menschsein ist nicht in ein Muster zu zwängen.

Danke für deine Mühe! Finde es komisch, dass gutefrage das hier als Diskussionsthema definiert hat, denn ich hatte wirklich überhaupt keine Ahnung davon und habe das behauptet, was ich glaubte, zu wissen und wollte mich nun vergewissern, ob dies stimmt oder nicht. Du hast dir eindeutig die meisten Gedanken dazu gemacht (oder schon vorher die meiste Erfahrung gehabt) und es mir detailliert strukturiert erklärt. Vielen Dank dafür!

7
@Gehenna

Danke für den Stern. ;) Ich habe mir über diese Frage tatsächlich schon ein paar Gedanken gemacht.

1

Unsere Gene werden "schlechter" keine Frage. Früher haben nur die Starken überlebt und haben sich fortgepflanzt, heute überleben alle, auch die mit schweren Defekten, und pflanzen sich weiter. Der Genpool wird also immer schwächer. Nach meiner Meinung ist es ganz wichtig die Genforschung zu forcieren. Ich bin sicher, dass in ca. 100 bis 200 Jahren Befruchtungen in den hochentwickelten Ländern alle künstlich vorgenommen werden, damit man gesunde starke Embryos zur Fortpflanzung selektieren kann. Hier werden natürlich jetzt viele "Naturkämpfer" aufheulen. Ich weiß aber von was ich rede. Ich habe ein stark behindertes Kind. Ich liebe es sehr, aber wenn dich dein 14jähriger Sohn mit Tränen in den Augen anschaut und sagt: "Warum habe ich so ein Scheiß Leben?"

unser genpool wird nicht schlechter, sondern nur vielfältiger und das war noch nie ein nachteil in der evolution.

0

heute überleben alle, auch die mit schweren Defekten, und pflanzen sich weiter. Der Genpool wird also immer schwächer.

Vielleicht erkennst Du den Widerspruch in Deiner Aussage.

Wenn es überhaupt ein Kriterium gibt, eine Genbasis als "gut" oder "schlecht" zu bezeichnen, kann man das nur im Zusammenhang mit dem Fortpflanzungserfolg tun.

Und da ist es dann schlicht unmöglich, daß sich etwas Schlechtes vererbt. Wenn es eine Eigenschaft nicht verhindert, daß das sie tragende Individuum sie weitergibt, ist es per Defintion nicht "schlecht".

Nur wenn Du die Betrachtung über die evolutionäre Bedeutung heraushebst und antropomorphisierst, kommen Dinge wie Lebensqualtität zum tragen.

Da hat dann aber auch die von Dir in Aussicht gestellt Eugenik eben nichts mehr mit Evolution zu tun sondern ist allein ein menschliches Kulturphänomen.

0
@realsausi2

Wenn es überhaupt ein Kriterium gibt, eine Genbasis als "gut" oder "schlecht" zu bezeichnen, kann man das nur im Zusammenhang mit dem Fortpflanzungserfolg tun.

warum sollte man als kriterium denn nicht z.b. gesundheit oder wie von dir angesprochen lebensqualität heranziehen?

dass diese durch medizin und hilfsmittel kompensierte defekte heutzutage eben keinen nachteil mehr darstellen, sich fortzupflanzen und sie daher im sinne der evolution keinen nachteil mehr bedeuten (bzw. "schlecht" sind), wußte der fragesteller doch schon. darauf baut seine ganze hypothese doch auf. nichtsdestotrotz können sich doch die gene nachteilig verändern, auch ohne dass es einen direkten einfluß auf den fortpflanzungserfolg hat.

eben dadurch, dass später generationen häufiger hilfsmittel wie brillen oder medikamente benötigen, um ihr leben ohne einschränkungen leben zu können. dadurch dass sie auch z.b. ohne operationen überleben, um ins fortpflanzungsfähige alter zu kommen und sich dann auch ohne reproduktionsmedizin fortpflanzen können.

ein päarchen, was sich z.b. nur mittels künstlicher befruchtung fortpflanzen kann, ist doch im gegensatz zu einem, welches nicht darauf angewiesen ist, im nachteil. stets eine brille tragen zu müssen, ist doch für die betroffene person von nachteil. sein leben lang diät halten zu müssen, um nicht ernsthaft krank zu werden, ist doch für das individuum ganz deutlich ein nachteil. und die dafür verantwortlichen gene können doch dann selbstverständlich als nachteilig oder negativ oder schlecht angesehen werden.

und genau darum gings dem fragesteller.

0
@Khayelitsha

weil lebensqualität und gesundheit rein subjektive begriffe sind. gesundheit ist sogar überhaupt nicht definiert, da es keine absolute gesundheit gibt.

0
@BlackDracula

es kommt doch nur drauf an, wie du es definierst. gibt doch genug definitionen.
und wenn man sich auf eine und einen objektivierbaren maßstab geeinigt hat, kann man dann damit gesundheit (bzw. deren fehlen) und lebensqualität messen.

aber selbst wenn es nicht so wäre, ist doch jedem klar, dass jemand nicht gesund ist, der z.b. lebenslang medikamente nehmen oder sich operieren lassen muß um weiterzuleben...

deiner argumentation nach dürfte man ja selbst bei erblichen bedingten krankheiten wie formen von diabetes, krebs oder autoimmunerkrankungen nicht behaupten, dass diese negativ wären, da sie ja irgendwann mal von nutzen sein könnten. das ist aus unserer momentanen sicht doch absurd, zu behaupten, z.b. ein gen für leukämie könne nicht schlecht sein. merkst du doch selbst, oder nicht?

0

Sich-an-die-Umwelt-anpassen bedeutet für den Menschen, sich sozial zu integrieren. Linien von Menschen, die dazu nicht in der Lage sind, werden nicht weitergeführt werden.
Sozialkompetenzen werden immer wichtiger werden.

Die Bedeutung von Krankheiten wird, wie du erwähntest, immer mehr nachlassen. Wir sind aber noch sehr sehr weit von dem Zustand entfernt, bei dem wir alle Krankheiten in den "Griff" bekommen haben.

Stimmt es daß die Evolutionstheorie im Moment nicht bewiesen werden kann?

Also, ich habe mir das alles mal bildlich vorgestellt: Beim Menschen ist es ja so daß nach der Befruchtung der Eizelle die beiden Chromatiden ihre Gene untereinander austauschen. Mutationen werden so pro Generation immer weiter ausgedünnt, bis sie so weit ausgedünnt sind daß sie nur noch auf einem von beiden Chromatiden sind, denn man gibt ja nur ein einziges Chromatid weiter und bekommt ein zweites vom Partner. Manchmal bekommt man ja nur männlichen Nachwuchs oder nur weiblichen Nachwuchs, damit ist eine Mutation dann ganz verschwunden. Zusätzlich wird das Erbgut bei der Reifeteilung der Geschlechtszellen auseinander gezogen, die Mutation befindet sich entweder nur in einer der 4 Tochterzellen, was eine Chance von 1:3 ergibt daß sie überhaupt vererbt wird oder sie wird durch das "Crossing over" verteilt aber dabei wird sie ebenfalls ausgedünnt. Sachen, die von Wissenschaftlern für Mutationen gehalten werden, können genausogut konstruierte Gene sein. Bakterien haben sich bisher nicht zu komplett neuen Arten entwickelt und alle Mechanismen die als Beleg gelten, können genauso bedeuten daß die Arten genau das tun was sie sollen aber zu ganz anderen Arten haben sie sich nicht entwickelt. Habe ich irgendwas vergessen oder übersehen?

...zur Frage

Siamesische Zwillinge und Schwangerschaft?

Hallo zusammen!
Mir ist mal was in den Sinn gekommen was mich beschäftigt. Können Siamesische Zwillinge schwanger werden? Wenn ja, welche Gene hat das Kind? Es sind ja zwei Menschen mit unterschiedlichen Genen, also kann ja rein theoretisch nur eine die Mutter sein.

...zur Frage

Zu was wird sich, evolutionstechnisch gesehen, der menschliche Körper entwickeln?

Die Menschen waren die höchst entwickelten Predatoren der Erde. Was ist heutzutage? Beinahe alles technologisch und automatisiert. Bei uns ist keiner mehr selber für seine Nahrung verantwortlich. Die wird eingekauft. Der Körper nimmt quasi eine Nebenrolle ein, muss zwar noch funktionieren und sich fortpflanzen können.. aber Köpfchen ist eher gefragt . Wenn es so weiter geht, dass wir unseren Körper nur noch zum fortbewegen brauchen: Werden wir irgendwann zu kleinen Menschen mit fetten Gehirnen, die ansonsten körperlich verkommen sind?

...zur Frage

Argumentensammlung gegen Kreationismus?

Hallo, mir steht bald eine Debatte mit einem Kreationisten bevor.

Ich wollte daher fragen, ob ihr mir vielleicht einige Fakten gegen den Kreationismus nennen könnt.

Dabei geht es mir viel mehr darum, in der Debatte eine kleine Sammlung zu haben und sie über mein Smartphone schnell abrufen zu können!

Quellen sind ausdrücklich erwünscht, sowie Widerlege gängiger kreationistischer Argumente! Ich danke jedem vielmals, der mir bei der Vorbereitung auf diese Debatte hilft! Lg

...zur Frage

Wer hat die Welt erschaffen? Gott oder der Zufall?

Ich habe ganz konkrete Fragen, die sich in allererster Linie an die Anhänger der Evolutionstheorie richten, die meiner Meinung nach begründen, dass kein anderer als Gott die Welt erschaffen konnte!

Der Mond entfernt sich jährlich um
3,8 cm von der Erde(bei Wiki nachlesbar).
Schlussfolgerung-> Erde/Mond waren mal ein Planet->  undenkbar (?? vs !!)

Ein Blick auf die Genetik der Eukaryoten zu denen auch der Mensch zählt...
Die genetischen Informationen sind bei gesunden Menschen perfekt 'programmiert'. Wenn man experimentell was optimieren wollte, ging das massiv in die Hose...
Quelle (Internet Stichwort Menschen klonen etc.)

Auch in Tier- und Pflanzenwelt eher erschreckende Beispiele wie zB. dreibeinige Lebewesen(...)  obwohl Scheinerfolge in Sachen Leistungssteigerung/ Produktivität vorlagen. Dazu muss noch gesagt werden dass diese Versuche auf Basis des vorhandenen Genmaterials durchgeführt wurden.
Bei diesen Erfolgskonzepten bleibt häufig unberücksichtigt, dass die Tiere/ Pflanzen krank und ungesund sind  und der Konsum von gentechnisch veränderten Produkten langfristige Gesundheitsschäden hervorruft!

Schlussfolgerung
Das intelligenteste Lebewesen unseres Planeten also der Mensch kommt bei diesen Genmanipulationen NUR zu überwiegend erschreckenden und dubiosen Ergebnissen und das obwohl der Mensch das Genmaterial ''weiterverarbeitet'' und nicht neu ''programmiert''!
Also ist die vermeintlich millionenlange Entwicklung- kurz der Zufall besser als der Mensch???????

Könnte das nicht viel mehr ein Hinweis auf einen intelligenten und kreativen Programmierer/Designer/ Schöpfer sein?

Wie ist es möglich, dass sich im Weltraum einige Planeten +Monde linksherum drehen und andere rechts herum?
Wer hat ihre Umlaufbahn definiert???
Und woher kommen die Naturgesetze wie zB die Schwerkraft ( überspitzt formuliert- woher wusste die Erde dass ohne der Schwerkraft alle Lebewesen einfach in den Kosmos hinausfliegen?)

Ich finde, dass diese Fragen nicht einfach so von der Hand zu weisen, da die Existenz eines Gottes, von der ich persönlich überzeugt bin, zwangsläufig auch eine gewisse  Haltung zu ihm erfordert!!!

Danke dass Sie sich Zeit genommen haben!
Ich stehe gerne für einen Diskurs bereit und freue mich auf interessante Antworten😀

...zur Frage

Stammt der Mensch wirklich von den Affen ab?

Hallo ich bin weiblich und 14 Jahre alt. Gehe in die neunte Klasse. Bin gläubig.

Am Freitag den 21.09.2018 in der 5 Stunde hatten wir Biologie. Wir sprachen über die Eukaryotenzellen zu denen Tiere, Pflanzen und Pilze gehören. Ich fragte die Frau Professor, wo wir Menschen auf der Tabelle angegeben sind. Sie antwortete darauf hin, dass wir zu den Tieren gehören. Ich fragte Sie, ob es wirklich schon belegt worden ist, dass wir Menschen Affen waren und wenn doch, ob es schon eine Bluttransfusion mit Affen und Menschen statt gefunden hat. Sie gab mir auf die Bluttransfusion keine Antwort, aber sie meinte, dass es schon bewiesen worden ist, dass es so ist bzw. War.

Diese Aussage schockierte mich, da ich an Jesus Christus glaube und für einen Moment einen Blackout hatte. Es kann sein das wir uns ähneln, aber ich glaube nicht, dass wir wirklich Affen waren. Für mich ergibt es einfach keinen Sinn. Meiner Meinung nach ist es Gotteslästerung.

Dennoch wollte ich euch fragen, da ich es nicht im Internet gefunden habe, ob es wirklich zu 100% stimmt, dass unsere Vorfahren Affen sind oder waren.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?