Werden Übersetzungen irgendwann zukünftlich nicht doch nur noch von Computern gemacht?

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8 Antworten

Ich denke, der letzte Beiträger hat das eigentliche Problem erkannt: Nicht nur Maschinen bleiben relativ dumm, vor allem die Masse Mensch ist immer weniger in der Lage, Texte als korrekt oder auf hohem Niveau zu erkennen.

Ich war gerade 3 Wochen auf einem der Jakobswege in Spanien. Da konnte man viele Menschen aus den verschiedensten Ländern Englisch und Spanisch so radebrechen hören, dass man begriff: dass alle eine Sprache sprechen, klappt höchstens, wenn alle als Muttersprachler darin aufwachsen. Aber gerade in Spanien pflegt man die Dialekte und beliebige Mischformen ...

Das Schlimmste war aber, dass vielsprachige Beschriftungen und erläuternde Texte in vielen Pilgerherbergen einfach per Computer erzeugt und unbearbeitet übernommen worden waren. Natürlich eine absolute Lachnummer, aber man verstand die Übersetzungen nicht, obwohl man sie brauchte, wenn man das spanische Original nicht verstand.

Beispiel: Im Original stand

Refugios y albergues ... ("Unterkünfte und Herbergen")

Daraus wurde im Deutschen:

Schutz und Schutz ...

Ein Computer hat kein Weltwissen, erkennt keinen roten Faden, kann allenfalls nach der Syntax Sätze bilden, aber schon bei der Semantik,spätestens bei der Idiomatik und Pragmatik ist Schluss.

Der moderne Ansatz, einfach aus einem riesigen Vorrat von fertig übersetzten Sätzen und Redewendungen das Ergebnis zu reproduzieren ist selbst bei unserer hohen Speicher- und Zugriffstechnik ineffizient, kann mit immer größeren Thesauri graduell verbessert werden, aber reicht nie an das Können des Menschen heran.

Der Google-Ansatz, alles zunächst in einen englischsprachigen Thesaurus abzubilden und aus dem heraus wieder in die Zielsprache, unterwirft die sprachlichen Möglichkeiten dem kulturellen Filter des Englischen und verstärkt die Verarmung der Ausdrucksweise. Eine analoge Erscheinung gibt es in den englischsprachigen Texten der internationalen Wissenschaft.

Was die ferne Zukunft bringt, kann keiner mit Gewissheit sagen, aber aus der heutigen Sicht heraus sind gute Computerübersetzungen nicht vorstellbar.

Ich würde trotzdem Dolmetscher oder Übersetzer werden wollen, denn ein Mensch wird bei vielen Aufgaben immer weniger gebraucht oder dann schlecht bezahlt, und da kann ich mich auf das kleine Segment beschränken, in dem wirklich noch textliche Qualität verlangt wird. Denn Sprache bleibt ein Aushängeschild, daran wird sich kaum etwas ändern, jedenfalls nicht, solange Sprache auch eine abgrenzende Funktion hat.

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Kommentar von earnest
05.07.2014, 20:45

DH.

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Kommentar von Fallschirm88
07.07.2014, 15:17

ich denke, ein möglicher Ansatz wäre, den Output sehr streng auf Fehler und Sinnlosigkeit zu prüfen, und einfach mehr Sätze nicht durchzulassen...

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Die Künstliche Intelligenz steckt, was Sprachverständnis betrifft, auch heute noch immer in den Kinderschuhen. Wenn man sich die Vorstellungen über Künstliche Intelligenz aus der Zeit vor 40, 50 Jahren anschaut, macht man sich keine allzu großen Sorgen mehr.

Und dass sich eine einheitliche Sprache durchsetzt würde ich auch nicht so bald erwarten. Bis die EU sich auf Franglais als Amtssprache einigt, vergehen noch etliche Jahre. Und noch mehr, bis diese Sprache als Standardsprache an den Schulen verwendet wird (also nicht nur als Sprache gelehrt wird, sondern der Unterricht aller Fächer in dieser Sprache abläuft - m. E. die einzige Möglichkeit, die Mehrheit der Bevölkerung dazu zu bringen, eine Sprache zu beherrschen.)

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NIE und NIMMER werden Maschinen in den nächsten 50 Jahren den MENSCHLICHEN Übersetzer ersetzen können. Maschinen-Übersetzer sind einfach zu DOOF für die komplizierten Strukturen der verschiedenen Sprachen. Maschinen sind eben keine intelligente Wesen.

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Hallo,

nein, in dieser Hinsicht ist mir um den Beruf des Übersetzers nicht bange. Immerhin versucht man schon lange vergeblich einen Blechtrottel dafür zu entwickeln und das wird wohl auch noch lange so bleiben. Wenn es überhaupt je gelingen wird.

Der Wunsch nach guten Computer-Übersetzern ist so alt wie der Computer, und trotzdem
ist der beste Übersetzer immer noch der aus Fleisch und Blut - also der Mensch - denn der Babelfisch (engl. Babel Fish), das fiktive Lebewesen aus dem Roman Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams, das man sich ins Ohr einführt und dem Träger ein Verständnis aller gesprochenen Sprachen ermöglicht, ist noch nicht entdeckt und/oder erfunden.

Und der populäre Internet-Übersetzungsdienst Babel Fish, der nach diesem Vorbild benannt wurde, reicht - wie andere online Übersetzer – bei weitem nicht an sein Vorbild heran.

Es gibt keine guten online Text- bzw. Satz-Übersetzer, Text- bzw. Satz-Übersetzer-Apps, Text- bzw. Satz-Übersetzer-Programme usw., weil:

• Sprache lebendig ist und sich ändert

• die meisten Wörter mehr als eine Bedeutung haben

• Wörter je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen haben.

• maschinelle Übersetzer i.d.R. die am häufigsten vorkommende Übersetzung eines Wortes verwenden

• maschinelle Übersetzer nicht "zwischen den Zeilen lesen können"

• maschinelle Übersetzer weder die Grammatik

• noch die unterschiedliche Satzstellung im Deutschen und in der Fremdsprache berücksichtigen.

Deshalb können maschinelle Übersetzungen höchstens als Gerüst für eine Übersetzung dienen und müssen immer sorgfältig nachgebessert werden.

Meist geht es schneller, Übersetzungen gleich mit Hilfe eines guten Wörterbuches (Langenscheidt, Pons, Collins, etc.) oder mit online-Wörterbüchern (pons.com, dict.cc, leo.org, etc.) selbst zu machen.

Was natürlich ein gewisses Maß an Grundkenntnissen in der jeweiligen Sprache voraussetzt.

:-) AstridDerPu

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Bis jetzt gelingt es Computern nicht, Übersetzungen herzustellen, die aus korrekten, sinnvollen Sätzen bestehen. Siehe dir Google translate an.

Durch ein übersetzer- oder Dolmetscherstudium eignest du dir grosse praktische Sprachkompetenzen in 3 (oder mehr) Sprachen an. Diese Kompetenzen kann man überall nutzen, wo Texte verfasst werden oder wo Fremdsprachenkenntnisse erforderlich sind.

Viele studierte Übersetzer landen dann in so einem Gebiet: Unternehmenskommunikation, Werbung, Fachzeitungen, Medien, Marketing, etc.

Tatsächlich ist das Problem mit dem Beruf, dass man anscheinend in Deutschland nicht so viele Übersetzer mit deutscher Muttersprache braucht, wie das System ausspuckt. (das hat aber mit den Computern nichts zu tun, das liegt eher daran, dass viele Leute englisch können und sich ihre Übersetzung englisch-deutsch selber machen) Übersetzer mit Englisch als Muttersprache sind da besser dran, von denen gibt es zu wenig. (Andere Sprachen als Englisch können die Leute nicht so einfach selber übersetzen, aber da gibt es auch keine so grosse Nachfrage...)

Das übersetzerstudium ist interessant und vielfältig und gibt wirklich eine solide Ausbildung, sowohl in der Muttersprache, als auch in der aktiven Fremdsprache (bei der passiven etwas weniger).

Am besten scheint mir, wenn man beides hat, fachkenntnisse und Sprachkenntnisse. Deshalb finde ich es nicht schlecht, entweder erst Übersetzen zu studieren, und dann irgend eine Marketing- oder Kaufmännische oder wirtschaftliche Fachausbildung zu machen, oder umgekehrt einen BA in Wirtschaft oder so zu machen und dann für den MA ins Übersetzen oder Dolmetschen zu wechseln (falls man genommen wird).

für das übersetzerstudium empfehlen sich Auslandssemester, und auch die kann man nutzen, um in einen anderen Fachbereich reinzuschauen - z.B. in England 1 Semester Recht oder Wirtschaft oder Maschinenbau machen...

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Vermutlich werden richtig schnelle und gute "menschliche" Dolmetscher in den nächsten 15-20 Jahren unersetzbar sein. Vor allem wenn die zu übersetzenden Menschen nicht so deutlich sprechen.

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Kommentar von MrMcSauerkraut
03.07.2014, 22:27

Und deine Begründung? Für Englisch zumindest werden doch wohl mit der Zeit immer weniger Dolmetscher gesucht werden, wo es doch eh "bald" jeder sprechen wird. Ich denke da an Günter Oettinger. Der kann zwar kein Englisch, wird es aber auch bald lernen.

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Ein Computer wird einen Text nie so übersetzen können wie es der Verfasser vorgesehen hat. Denn es gibt noch immer einen Unterschied, ob ich wörtlich übersetze (so wie es der Computer macht) oder dem Sinn entsprechend, wie es also der Verfasser auch tatsächlich meint.

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Kommentar von MrMcSauerkraut
03.07.2014, 22:44

Das ist mir schon klar.

Aber es kann dich auch passieren, dass Programmierer ein Programm bereits Kontexte erkennen lassen können. das wäre ein erster Schritt. Und dann irgendwann berechnet auch Computer wie oft ein bestimmtes Wort mit anderen Wörtern in Zusammenhang steht. Ich könnte das jetzt noch weiterspinnen ...

Das ein Computer nur wörtlich übersetzt ist mir ja auch klar. Und das er auch nicht zwischen den Zeilen lesen und interpretieren kann auch.. Aber wer sagt, dass das nicht irgendwann mal möglich ist??

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Ich bin jetzt seit 30 Jahren in diesem Beruf, aber ganz klar: Er lohnt sich heute nicht mehr. Nicht weil Maschinen inzwischen besser übersetzen (sie können überhaupt nicht übersetzen, weil sie keine Lebenserfahrung haben), sondern weil so viele Leute GLAUBEN, Maschinen könnten übersetzen. Microsoft macht jetzt Reklame für Skype mit "Übersetzerfunktion", und zwar "How are you?" -- "Wie geht es dir?" -- so viel kann eine Maschine. Aber dann wird die Fehlerquote immer höher.

Die Leute glauben dieser Reklame und merken nicht, wie fehlerhaft solche "Übersetzungen" sind. Sie glauben, dass man kostenlos tatsächlich Übersetzungen bekommt, und sind nicht bereit, für eine echte Übersetzung leistungsgerecht zu bezahlen. Hinzu kommt das Agenturen-Unwesen . . . über dieses traurige Kapitel habe ich schon viel geschrieben, z.B. "Typisch Agentur" in meinem Blog.

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