Werden meine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zur Festsetzung der Vorauszahlungen berücksichtigt?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

1. Natürlich werden bei den Vorauszahlungen alle Einkünfte berücksichtigt, denn die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer.

2. Gewerbesteuervorauszahlungen fallen sowieso nicht an, weil Gewerbesteuer erst bei 24.500,- an.

3. Was kam denn nach Beendigung der Beschäftigung/Anstellung? ALG I? Das unterliegt dem Progressionsvorbehalt.

4. Wovon lebst Du 2016? doch bestimmt nicht von 3.880,- Euro das ganze Jahr?

5. die 17.500,- Euro haben nichts mit Einkommensteuer zu tun. Es ist die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer. Wer im Vorjahr (hier 2015) 17.500,- als Umsatz (Einnahmen, nicht GEwinn) nicht überschritten hat, der ist Kleinunternehmer. Bei dem wird Umsatzsteuer nicht erhoben. Lohnt sich aber nur für den, der an Privatleute leistet/verkauft. Wer Unternehmer als Kunden hat, sollte freiwillig mit Umsatzsteuer arbeiten.

Hallo und vielen Dank für Ihre Antwort.

zu 1. ) leider habe ich es dann immer noch nicht ganz verstanden. Muss ich dann,da alle Einkünfte zusammengerechnet werden, für 2016  ans Finanzamt etwas vorauszahlen ,obwohl ich 2015 mit dem Kleingewerbe nur 700 Euro verdient habe? Also aufgrund meiner nichtselbständigen Tätigkeit komme ich ja auf einen recht hohen Gesamtbetrag.

zu 2) Mit Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit + Okt., Nov., Dez. Bafög + 700 Euro aus selbständiger Arbeit bin ich ja bei über 24500 Euro. Oder gilt hier nur der ertrag aus dem Gewerbe. Für mich ist das alles noch wie eine Fremdsprache. Tut mir leid, falls ich schwer von Begriff bin. Eigentlich tue ich mich nicht so schwer mit Anträgen...

zu 3) Ich habe gekündigt und direkt angefangen an der Uni HH zu studieren.

zu 4) von Bafög , nem 450 Euro Job, dem Verdienst aus dem Kleingewerbe und am Ende des Jahres durch gemeinnützige Arbeit auf Aufwändigkeitsentschädigung. Ich bin Studentin und darf aufgrund des Bafögs nur 4880 Euro plus 2400 Euro ehrenamtlich vedienen.

zu 5) Verstehe ich es also richtig, dass meine Einkünfte , die ich 2015 aus nichtselbständiger Arbeit hatte (über 17500 Euro) hier keine Rolle spielen? 

Viele Grüße, teufelchen115

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@teufelchen115

Muss ich dann,da alle Einkünfte zusammengerechnet werden, für 2016  ans Finanzamt etwas vorauszahlen

Bei Berechnung der Vorauszahlungen  wird die vom Arbeitgeber bei deiner nichtselbständigen Tätigkeit einbehaltene Lohnsteuer berücksichtigt. Wenn du mit deinem Gewerbe tatsächlich nur einen Gewinn von 700 € im Jahr machst, werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit keine Vorauszahlungen festgesetzt.

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@teufelchen115

zu 1. Du hast ja auch ca. 3.300,- Euro Lohnsteuerabzug gehabt. Damit wird keine Nachträgliche Vorauszahlung für 2015 heraus kommen und vermutlich auch keine Einkommensteuernachzahlung wenn Du die Erklärung abgibst. wenn es bei dem Gewinn von 700,- bleibt, ist das noch nicht einmal alles steuerpflichtig, weil der Härteausgleich greift.

zu 2. Natürlich unterliegt nur der Gewinn aus dem Gewerbe der Gewerbesteuer.

zu 4. OK, die Info mit dem Bafög hatte ich in der Frage überlesen.

zu 5. Richtig, für UMsatzgrenzen usw. zählen immer nur die Beträge, die im Unternehmen eingenommen werden.


Bei den Einkünften (Bafög steuerfrei) ist Einkommensteuer für Dich in 2016 kein Thema und Umsatzsteuer wird nicht erhoben.

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@wfwbinder

Vielen Dank für die gute, detaillierte Antwort. Sie haben mir sehr geholfen!

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ich habe im Oktober ein Kleingewerbe angemeldet

Und im ersten Satz lügst du schon. Kleingewerbe gibt es nicht!

Ich muss nun einen Erfassungsbogen für das Finanzamt ausfüllen

Hast dir aber gut Zeit gelassen kann das sein? Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung erhält man eigentlich direkt bei Gewerbeanmeldung um den ZEITNAH dem Finanzamt zukommen zu lassen.

ob ich nun aufgrund der Tatsache, dass ich bis Ende September noch in
einem Angestelltenverhältnis stand und damit 2015 23500 Euro verdient
habe, Einkommens- oder Gewerbesteuer vorauszahlen muss.

Gewerbesteuer ist bei einem Einzelunternehen erst ab einem Gewerbeertrag von 24.500,- € relevant. Einkommensteuervorauszahlungen (§ 37 EStG), wären nur dann zu leisten, wenn du von entsprechend hohem Gewinn ausgehst.

Wird das Finanzamt von mir nun aufgrund meines "in diesem Sinne hohen"
Einkommens aus nichtselbständiger Arbeit" Vorauszahlungen verlangen?

Für die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit leistest du doch bereits Vorauszahlungen. Diese nennt man Lohnsteuer.

hab da irgendwas von 17500 Euro im Kopf, die man verdienen darf

Nicht Umsatz- und Einkommensteuer miteinander verheiraten. § 19 Abs. 1 UStG lesen!

und monatlich ca 350 Euro Verdienst aus der Selbständigkeit

Verdienst ist ein Wort mit dem hier niemand was anfangen kann. Es gibt Umsatz oder Gewinn. Also was davon meinst du? Wenn du BAFöG bekommst, bist du hauptberuflich Student? Wie bist du krankenversichert?

Was genau machst du im Rahmen deiner Selbständigkeit? Warum hast du keinen Steuerberater? Dein Wissen in dem Bereich tendiert gegen null, also musst du dich entweder fortbilden, was natürlich Zeit kostet, die du mit Geld verdienen verbringen könntest oder du lagerst diese Verantwortung aus. Aber wie du es aktuell machst, nach dem Motto "mal schauen was kommt" ist ein hervorragender Weg dein Unternehmen in den Sand zu setzen!

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