Werden Kälber auf Biobauernhöfen auch zu früh entwöhnt?

4 Antworten

Hallo! Leider ist auch Bio nicht so wie viele sich das vorstellen. Auf jeden Fall kein gelebter Tierschutz. Auch Biobauernhöfe arbeiten in der Regel nach streng wirtschaftlichen Prinzipien. Auch dort werden die Kälber früh von der Mutter entfernt und auch dort landet die schlechte Kuh in der Schlachtung. Für viele ist Bio nur eine attraktive Marktlücke - Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Ich antworte nummeriert, sonst verhaspele ich mich nur.

  1. Wenn ein Betrieb durch Kuhmilchverkauf Geld verdient, will er natürlich möglichst viel davon verkaufen und möglichst wenig verfüttern. Direkt nach der Geburt gibt die Kuh die meiste und beste Milch.
  2. Die Milch der qualitativ schlechtesten Milchkühen wird in manchen Betrieben durchaus für die Tränkung der Kälber benutzt, da sie dadurch zunehmen, und der Verbraucher so eine Milch ablehnen (sie ist nicht schlecht; sie ist nur nicht so perfekt wie die übrige Milch). 3.Ein Kalb wird nach der Geburt mit dem Fläschchen gefüttert bis es eigenständig essen kann. Es ist also nicht erster Tag, Geburt, zweiter Tag, Heu. Der Unterschied ist, dass es nicht vom Euter trinken darf. Wann das Kalb abgewöhnt wird, unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb. Wenn ein Kalb zu lange von der Mutter saugt, entwickeln sie ein sehr enges Verhältnis, das oft dazu führt dass die Kuh aggresiv wird, sobald man sich ihrem Kalb auch nur nähern will. Um das zu vermeiden, trennt man beide relativ früh voneinander.
  3. Es gibt die sogenannte Mutterkuh-Haltung. Dort werden Kühe zusammen mit ihren Kälbern gehalten und müssen nicht gemolken werden. Die werden aber meistens für ihr Fleisch gezüchtet.
  4. Hobbybauer, die nicht gerne zweimal am Tag melken, lassen das Kalb von der Mutter saugen und melken selber nur, wenn sie Milch brauchen. Wenn allerdings die Mutter sich zu sehr vom Melken entwöhnt hat, kann es sein, dass sie es nicht mehr zulässt, dass sie um sich tritt etc.
  5. Ich glaube nicht, dass in einem Bauernbetrieb Milch weggeschüttet wird. Der Bauer lebt ja von jedem einzelnen Kilo Milch, das er verkauft. Wenn Milch verschwendet wird, dann wahrscheinlich im Weiterverkauf, aber da ist sie ja schon unerreichbar für das Kalb.
  6. Ich war im Sommer auf einem Betrieb mit fünf Kälbern, die, obwohl schon fünf Monate alt, zweimal am Tag einen Eimer Milch bekommen haben. Die haben sich gefreut wie die verrückten! Und danach saugen sie aneinander, dass sieht total süß aus, wie ein Zungenkuss.

Danke. Nun, ich habe das BIO so hervorgehoben, weil manche denken, auf solchen Höfen geht alles "kuhfreundliche" zu - und offenbar überleben die ja auch.

Das Milch weggeschüttet wurde, hat man schon in den Nachrichten gesehen, wenn einfach keine mehr aufgekauft wurde, weil zu viel hergestellt worden war.

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Sie werden genauso schnell entwöhnt wie bei der konventionellen Haltung auch. Also in der Regel direkt nach der Geburt.

Das Problem ist, dass die Kälber getrennt gehalten werden müssen. Also in den ersten 14 Lebenstagen haben sie ein sehr hohes Krankheitsrisiko und würden andere anstecken. ALso jede Kuh mit ihrem Kalb einzel --> Riesiger Aufwand und teuer.

Übrigens werden die meisten Kälber mit Biestmilch gefüttert, da diese auch nicht für den menschlichen Verzehr geeignet und damit ein Abfallprodukt ist.

Bullenkälber werden bei vielen Betrieben mit 14 Tagen verkauft.

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