Werden irgendwann alle Staaten sich vereinen?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Vergangenheit zeigt das ein zu großes Reich gerne an der eigenen Größe kaputt geht.

Das ist denkbar, ja. Die Frage ist für mich gar nicht das ob, sondern eher, welchen Weg das nimmt und wie lange das dauert.

Die Welt ist ohnehin immer näher zusammen. Alleine schon wegen den vielen internationalen Großkonzernen, die - sollte es keine politischen Unionen geben - quasi politische Mächte aushebeln können. Das tun sie bereits jetzt, wenngleich noch lange nicht so umfassend. Es gibt im Science-Fiction Bereich einige sehr gute Romane, Spiele, whatever, die solche Szenarien beschreiben und die sich im hier und jetzt betrachtet mehr oder minder bewahrheitet haben.

Zeitgleich haben wir ein Europa, was eigentlich in logischer Konsequenz nun zu einem "Vereinigte Staaten von Europa" umgewandelt werden müsste. Das ist in meinen Augen der einzig sinnvolle Weg, auch dieses Konstrukt dauerhaft zu reformieren. Übrigens hat das u.a. die SPD mittlerweile klar in den Mund genommen.

Auch in vielen anderen Gebieten gibt es mittlerweile viele auch politische Unionen und deutliche Annäherungen. Das ist durchaus eine Art Zwang, denn die kleinen Rebellen, die mit niemandem zusammenarbeiten, überleben mittelfristig nicht mehr. Man muss sich Allianzen suchen, um irgendwie gegen die "großen" und die bereits angesprochenen Weltkonzerne dauerhaft bestehen zu können.

Aber der Zeithorizont ist da ein deutlich anderer. 100 Jahre reichen meiner Meinung nach nicht. Sich politisch anzunähern, ähnliche Grundsätze zu entwickeln und ein gemeinschaftliches Verständnis zu entwickeln, das ist ein sehr langer Prozess. Das dauert mitunter mehrere Generationen, denn auch die Gesellschaft muss dem ja folgen. Die Gesellschaft muss ein Gespür entwickeln. Am konkreten Beispiel: Ich muss neben einer deutschen Identität ja auch eine europäische Identität entwickeln. Und genau das dauert schon mal mitunter ewig. Du siehst an Europa bereits, wie schwer das ist, wie lange das dauert. Aber weltweit hast du ja noch größere Hürden zu überwinden. Uns trennt beispielsweise mit Nordkorea so viel, da kannst du kein gemeinsames politisches Verständnis entwickeln, egal wie groß der Druck sein mag.

Vielleicht begehrt in Nordkorea irgendwas das Volk auf und man beginnt einen langen Weg hin zur demokratie, zur Wiedervereinigung mit Sürdkorea, aber selbst dann trennt einem ja noch viel zu übrigen Ländern.

Einen autoritär-kapitalistischen Weltstaat, wie ihn auch Aldous Huxley in "Brave New World" beschreibt, halte ich für eine wahrscheinliche, aber keineswegs wünschenswerte Zukunftsvariante.

Nein, selbst der Zusammenschluß zu Staaten ist fast zu groß. Wir sind immer noch Tiere, und die leben in Herden

es gibt keinen Grund dafür, die gescheiterte EU (ist kein Staat, sondern eine überflüssige Verwaltung) zeigt deutlich, wie viele Differenzen zwischen Mitgliedstaaten gibt.

Was möchtest Du wissen?