Werden heute immer noch die Beschleunigungsmesser innerhalb des Flugzeugs benutzt, um den Weg eines Flugzeugs zu berechnen?

5 Antworten

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Hallo, 

ja, natürlich werden die noch benutzt. GPS ist nicht die Lösung aller Navigationsprobleme, wie manche Autofahrer belegen, die im Fluss oder im Hafenbecken landen. 

Außerdem kann GPS gestört oder ausgefallen sein. 

Bei Airbus sieht es z. B. bei der A320-Family so aus, dass es drei sog. ADIRU’s (Air Data and Intertial Reference Units) gibt. Jede unterteilt sich in einen 

Air Data Reference Teil mit Barohöhe, Airspeed, Machnumber etc. und einen 

Intertial Reference Teil für Fluglage, Groundspeed, Beschleunigung, Drehraten, Positionsbestimmung usw. 

Nur nimmt man heute keine an Federn aufgehängte Massen und mechanische Kreisel mehr, sondern drei Laserkreisel, die rechtwinklig zueinander angeordnet sind und durch die gegensätzliche Laserstrahlen geleitet werden, deren Interferenz ein Maß für die Ablenkung, sprich Beschleunigung, darstellt. 

Und da am Gate die genau vermessene Position eingegeben wird, ist die ADIRU, bzw. jedes Referenzsystem, welches nach diesem Prinzip arbeitet, in der Lage, über Beschleunigung * Zeit die Geschwindigkeit zu errechnen und über Geschwindigkeit * Zeit die zurückgelegte Wegstrecke und damit dann die Position. Und auch die Fluglage lässt sich so ermitteln. 

Auch Boeing spricht von ADIRU, nennt es aber auch ADIRS (Air Data Inertial Reference System) und schreibt z. B. im Flughandbuch der B777: 

Navigation Position

"The FMC determines present position from these navigation systems: ADIRS, GPS, and navigation radios.When receiving reliable GPS data, the primary mode of navigation is from a GPS updated FMC position. If GPS data is not available, cannot be validated, or is inhibited, the FMC position is updated using navigation radios. When navigation radios are not available or not reliable, the FMC position comes from the ADIRU." 

Also ganz arbeitslos sind INS, IRU, IRS und wie sie alle heißen, noch lange nicht. 

Danke für den Stern!

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Beschleunigungsmesser, auch G-Messer genannt, sind mit Schleppzeiger ausgerüstet dienen zur Dokumentation der eingewirkten Kräfte auf die Flugzeugzelle. Diese Schleppzeiger kann der Pilot nicht zurückstellen, sondern nur ein lizensierter Bordmechaniker.

Diese G-Messer haben mit dem Flugweg nichts zu tun.

Alle möglichen Sensoren werden gleichzeitig genutzt. Je mehr Daten, desto genauer das Ergebnis. GPS übernimmt aber auf jeden Fall während des Fluges die Hauptarbeit. Bei der Landung werden die Funkfeuer auch sehr gute Daten liefern.

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