Werden Gefühle nur durch Hormone erzeugt?

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5 Antworten

Nein. Gefühle werden nicht durch Hormone oder sonstige Biochemikalien erzeugt. Und schon garnicht "nur".

Gefühle werden im Gehirn erzeugt durch Wahrnehmung einer Situation. Dabei werden Biochemikalien freigesetzt, die andere Hirnregionen beeinflussen. Bei positiven Wahrnehmungen (Freude) gibt es so Stoffe, die bestehende Strukturen bestätigen und verstärken. Bei negativen Wahrnehmungen sind  es  Stoffe, die Auflösung und Veränderung von Strukturen begünstigen.

Andere Stoffe regeln zb die Aufmerksamkeit. Mal ist höchste Wachsamkeit angesagt, mal ist Zeit zum Grübeln oder zum träumen.

Die "Hormone", wie du sie nennst, sind also nur Übermittler oder Begleiterscheinung von Gefühlen, nicht die Ursache.

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Leider steckt die Affektforschung noch sehr in den Kinderschuhen. Der einzige Affekt, der bisher halbwegs vollständig erforscht ist, ist die Angst. Man kann aber wohl zwei Aussagen schon jetzt machen

1) Man kann auf keinen Fall alle Gefühle über einen Kamm scheren.

2) Es sind immer alle Systeme beteiligt: Das Kleinhirn, chemische Botenstoffe, das autonome Nervensystem und das Großhirn.

Die Vorgänge im Kleinhirn sind durchweg unbewusst, können aber bereits zu Handlungen führen. Das Kleinhirn erhält die Sinneswahrnehmung in vereinfachter Form zuerst und lässt uns z.B. zusammenzucken, bevor das Großhirn die genaue Wahrnehmung mitbekommen hat. 

Das Kleinhirn produziert chemische Botenstoffe und sendet sie über die Blutbahn aus. Das autonome Nervensystem empfängt diese Botenstoffe und lässt uns z.B. zittern. Das Großhirn nimmt diese körperlichen Reaktionen wahr und stellt fest: Ich habe Angst.

So etwa lautet die Theorie. Näheres steht in Büchern über Hirnforschung.

In Büchern über Sexualforschung steht, dass für sexuelle Gefühle tatsächlich Hormone ein  besondere Rolle spielen. Wen wundert's ? Es ist aber nicht nur Testosteron. Eine ganz wichtige Rolle spielt auch das "Kuschelhormon" Oxytocin. Außerdem sind die anderen drei Systeme auch beteiligt.

Außerdem ist zu bedenken, dass nicht alles, was im Großhirn stattfindet, bewusst wird. Es wird vermutet, dass das Riechzentrum eng mit der Affektbildung verbunden ist.

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Wenn du unter Hormon die wissenschaftliche Definition verstehst, nämlich jeden biochemischen Botenstoff (und nicht nur die Geschlechtshormone), dann ist tatsächlich eine temporäre und örtlich begrenzte Konzentrationserhöhung eines Hormons NOTWENDIGE Voraussetzung für ein Gefühl (selbst bei Stimulation der Neuronen über implantierte Elektroden).

Wie aber Materie eine geistige Entität wie ein Gefühl erzeugen kann, ist bei weitem noch nicht geklärt.

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Kommentar von gutefrage3141
31.12.2015, 00:08

Du meinst z.b. woher der Körper weiss, welche Hormone er auschütten soll?

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Nein. Nicht nur, aber auch.

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Gefühle werden fast immer durch das autonome Nervensystem gesteuert

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