Werden Ersparnisse auf das Wohngeld angerechnet?

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3 Antworten

Quelle: http://www.wohngeldantrag.de/geld/vermogen.htmEntgegengesetzt zur landläufigen Meinung hat das Vermögen und dessen Höhe im Normalfall keine Bedeutung auf einen Wohngeldanspruch. Theoretisch (und auch praktisch) kann jemand, der 50.000 €; besitzt, dennoch Wohngeld beanspruchen und auch erhalten. Allerdings sind Einnahmen aus dem Vermögen, also z.B. die Zinsen, auf das Wohngeld anzurechnen. Diese Zinsen werden oftmals nicht im Antrag mit angegeben, was aber grundfalsch ist: das Wohnamt gleicht die Angaben mit anderen Behörden und Ämtern, darunter auch das Bundesamt für Finanzen, ab. Wird dabei festgestellt, dass jemand seine Einkünfte aus dem Vermögen nicht angegeben hat, kommt unweigerlich eine Rückforderung von Leistungen, die Leistungsverweigerung, ein Bußgeldverfahren und - in manchen Bundesländern automatisch und schon bei geringen Summen - ein Strafverfahren wegen Betrug auf diese Person zu. Hier sollte man also unbedingt ehrlich sein und nichts verschweigen.

Nach dem vorher gesagten könnten nun ja auch Millionäre einen Anspruch auf Wohngeld haben. Dies ist jedoch auch nicht richtig. Im entsprechenden Wohngeldgesetz heißt es, daß ein mißbräuchliche Inanspruchnahme des Wohngeldes versagt wird. Dieser Passus findet in Sachen Vermögen dann Anwendung, wenn ein beträchtliches Vermögen vorhanden ist. Die Höhe des zulässigen Vermögens ist erstmals seit 01.01.2009 auch geregelt. Danach gelten folgende Höchstgrenzen:

60 000 Euro für das erste zu berücksichtigende Haushaltsmitglied und30 000 Euro für jedes weitere zu berücksichtigende Haushaltsmitglied.

Allerdings gibt es inzwischen ein Urteil, bei dem aus bestimmten Gründen von einer höheren Vermögensfreigrenze ausgegangen wird. Jedoch ist dieses Urteil "nur" von der ersten Instanz ausgesprochen worden und gilt auch nur für Berlin. Ausdrücklich wurde wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Angelegenheit die Revision bei der zweiten Instanz zugelassen, womit die Berufung auf dieses Urteil derzeit eher wenig Sinn machen dürfte.

Zum Vermögen zählen

Geld- und Geldeswerte (also z.B. Bargeld und Schecks),bewegliche Sachen (wie z. B. Schmuckstücke, Gemälde und Möbel),unbewegliche Sachen (z. B. bebaute und unbebaute Grundstücke),auf Geld gerichtete Forderungen (z. B. Ansprüche auf Darlehensrückrückzahlungen)sonstige Rechte, z. B. Rechte aus Wechseln, Aktien und anderen Gesellschaftsanteilen, Rechte aus Wohnungseigentum, Rechte aus Grundschulden,Nießbrauch, Dienstbarkeiten, Altenteil, auch Urheberrechte, soweit es sich bei der Nutzung um ein in Geld schätzbares Gut handelt.

Nicht zum Vermögen gehören:

das Eigentum (und auch Erbbaurecht, eigentumsähnliche Dauerwohnrecht und Nießbrauch) an den selbstgenutzten Wohnraum., für den Wohngeldbeantragt wirdder Anspruch nauf Übertragung einer Eigentumswohnung oder eines EigenheimesMittel, die  zum Aufbau oder zur Sicherung einer Lebensgrundlage oder zur Gründung eines Hausstandes erbracht werdendie Altersvorsorge in Höhe des nach Bundesrecht ausdrücklich als Altersvorsorge geförderten Vermögens einschließlich seiner Erträge und dergeförderten laufenden Altersvorsorgebeiträge, soweit der Inhaber oder die Inhaberin das Altersvorsorgevermögen nicht vorzeitig verwendetgeldwerte Ansprüche, die der Altersvorsorge dienen, soweit der Inhaber oder die Inhaberin sie vor dem Eintritt in den Ruhestand aufgrund einervertraglichen Vereinbarung nicht verwerten kann und der Wert der geldwerten Ansprüche 500 Euro je vollendetem Lebensjahr dererwerbsfähigen zu berücksichtigenden Haushaltsangehörigen, höchstens jedoch jeweils 30 000 Euro, nicht übersteigtangemessener Hausrat,ein angemessenes Kraftfahrzeug für jedes volljährige zu berücksichtigende HaushaltsmitgliedGegenstände, diea) für die Berufsausbildung oder Erwerbstätigkeit unentbehrlich sind oderb) der Befriedigung geistiger, insbesondere wissenschaftlicher oder künstlerischer Bedürfnisse dienen und deren Besitz nicht Luxux ist.

Ansonsten spielt das Vermögen nur in einem einzigen Fall beim Wohngeld eine Rolle, nämlich beim Mindesteinkommen. Dazu wurde in dem entsprechenden Kapitel bereits alles gesagt.

Meva5 18.06.2011, 21:46

Bedanke mich herzlich für detailierte Info. Allerdings klapppt der LINK nicht; schade!

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Nein Ersparnisse werden nicht angerechnet bis zu einer gewissen Summe, und die liegt sehr hoch, wenn du allerdings monatliche Einnahmen aus dem Ersparten hast die werden selbstverständlich mit angerechnet.

Nein, angerechnet werden sie nicht. Lediglich die Einnahmen aus Kapitalvermögen, sprich die Zinsen, sind wohngeldrechtlich als Einkommen zu berücksichtigen.

Allerdings ist die Inanspruchnahme von Wohngeld missbräuchlich, wenn eine alleinstehende Person mehr als 60.000 EUR hat. Für jedes weitere Haushaltsmitglied erhöht sich dieser Betrag um 15.000 EUR.

Also viel Spaß beim Rechnen.

Meva5 18.06.2011, 21:42

Bedanke mich herzlich für schnelle Antwort! Mein 'rating' hätte ich gerne zwischen erster und zweiter Antwort geteilt, aber leider nicht möglich. Sorry und nochmals Dank!

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