Werden die Menschen immer wie unreligiöser?

42 Antworten

Da gibt es Verschiedene Ansätze:

Die Amtskirchen rechnen in einem absehbaren Zeitraum mit einem Verlust von rund 33% ihrer Mitglieder. Wo hingegen Freie Kirchengemeinden sich großen zuwachs erfreuen und auch immer bekannter werden. Eine genaue aussage aber mehr menschen einen bestimmten Glauben oder Orientierung verfolgen ist also je nach bereich möglich insgesamt aber schwierig. Besonders wenn man bedenkt das die Freien Kirchen Gemeinden kein Nachwuchs Problem haben und dies auch in keinem Absehbaren Zeitraum passieren wird im Gegensatz zu den Amtskirchen die meisten Beitritte in Freie Gemeinden aber aus ehemaligen mitgliedern der beiden großen Kirchen besteht aber auch aus Menschen die neu zum glauben finden. Ich würde daher schätzen das die anzahl relativ gleich bleibt lediglich sich die Konfessionen ändern oder zum mindest neue dazu kommen.

Woher ich das weiß:Recherche

Die Frage kommt genau zur rechten Zeit.

Ich besuche derzeit den kat. Religionskurs in der Schule. Logischerweise hat meine Lehrerin ein Theologiestudium absolviert, ist demnach auch streng gläubig und übt sich stets darin, diesen Glauben auf die Schüler zu übertragen.

Und genau da sehe ich das Problem einer Religion. Und vielmehr, das Problem von Religionslehrern. Diese Menschen beschränken sich zumeist nur auf ihren Glauben, ihre Wertvorstellungen und missachten dabei völlig die der anderen. Sie können weder andere Perspektiven einnehmen, noch legen sie Verständnis für jene ein, die kein Verfechter von Religionen sind. Schon in der Schule wird versucht den Kindern einen Glauben „einzutrichtern“, dabei wird jedoch das gesunde Heranwachsen eines Individuums, mit eigenen Meinungen und Ansichten, völlig außer acht gelassen.

Damit Du folgende Perspektiven verstehst, möchte ich gerne die Möglichkeit ergreifen, meine persönliche Einstellung zu Religion mitzuteilen;

Im Zuge meiner persönlichen Entwicklung habe ich den Entschluss gefasst, stolzer Vertreter des Agnostizismus zu werden. Das bedeutet, ich glaube daran, dass eine übergeordnete Macht existiert, welche über uns Menschen weitestgehend herrscht und unser Handeln beeinflusst. Ich finde es jedoch töricht, diese Macht als Gott, Allah, Buddah oder aber Brahma zu bezeichnen. Schon Einstein beteuerte, die Idee eines personengebundenen Gottes sei eine kindische. Des Weiteren bin ich der festen Überzeugung, dass es, solange kein wissenschaftlicher Beweis zugrunde liegt, weder auszuschließen ist, dass es diesen Gott/ diese Götter tatsächlich gibt, noch dass man sich auf die Aussage versteift, dass es ihn/sie gibt.

Um nun aber auf Deine Frage zurückzukommen. Religion ist ein Phänomen welches weit über den menschlichen Verstand geht. Ich vermute, dass ist es, was besonders gebildeten Menschen unglaublich schwierig fällt, zu verstehen, wie Religion funktioniert und wo sie seinen Ursprung findet, und vor allen Dingen, ob man den Überlieferungen nun wirklich Glauben schenken kann, oder eben nicht. Diese Menschen entscheiden sich in letzter Konsequenz gegen strenge Religiosität.

"Logischerweise hat meine Lehrerin ein Theologiestudium absolviert, ist demnach auch streng gläubig "

Ich glaube nicht, dass man durch ein Theologiestudium unbedingt "streng gläubig" wird. Wer ein solches Studium im wissenschaftlichen Sinne ernst nimmt, kommt dabei allenfalls zu ganz anderen Konsequenzen.

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Ich gehe davon aus, dass Spiritualität und religiöse Bedürfnisse kein "Geburtsfehler" sind, sondern eine Funktion in unserer Existenz erfüllen. Schon bei den Neandertalern besteht die Annahme, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit einen primitiven Totenkult gegeben hat. Der Glaube an bzw. die Suche nach etwas Höherem, das jenseits der uns bekannten materiellen Welt auf uns wartet, ist tief im Menschen verwurzelt.

Sollte ich mit meiner Sichtweise richtig liegen, dann werden der Wunsch und das Streben nach Spiritualität niemals vollständig aussterben. Man sieht das ja auch heute: die christlichen Großkirchen schrumpfen, die Freikirchen wachsen - ebenso wie der Islam. Die Daten aus den USA und Europa lassen sich nicht auf die ganze Welt übertragen.

Auch kann Spiritualität Formen annehmen, die jenseits der klassischen Religionen anzusiedeln sind. Tarotkarten und Horoskope erfreuen sich zum Beispiel auch im modernen und aufgeklärten Deutschland großer Beliebtheit, und so mancher Wahrsager verdient sich mit der Leichtgläubigkeit der Menschen eine goldene Nase.

Eine zu 100% atheistische Welt ist reine Fiktion, genau wie eine zu 100% religiöse Welt. Das sollten die Menschen endlich einmal lernen - denn das Streben, anderen Menschen unsere Weltanschauung aufzuzwingen, ist ein Urquell von Hass und Gewalt.

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