Werden Anrufe auf Zeit berechnet?

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4 Antworten

Hallo mimawu,

deine Vermutung ist schon richtig.

Je länger eine Beratung durch den Arzt (auch am Telefon) dauert, desto höher können, möglicherweise, die Kosten dafür in Rechnung gestellt werden.

Die Berechnungsgrundlage dafür ist die sog.GOÄ, die Gebührenordnung für Ärzte. Das wurde hier schon richtig gesagt.

In der GOÄ ist nach den Gebührenordnungsziffern festgelegt, für welche Leistungen der Arzt seine Kosten berechnen darf. Aufgeführt sind in der GOÄ nur die Einfachsätze.

Bei Privatpatienten darf der Arzt einen Steigerungsfaktor, nämlich den 2,3-fachen Satz oder mit entsprechender Begründung sogar 3,5 mal so hoch berechnen wie der Einfachsatz der GOÄ ist.      

Nun zu deiner konkreten Situation, der telefonischen Beratung durch deine Ärztin:

Sie kann dir die Ziffer 1 der GOÄ, die "Beratung auch mittels Fernsprecher" mit einem Einfachsatz in Höhe von 4,66 EUR berechnen.

Wenn die Ärztin dich nun ausführlicher und über das gewöhnliche Maß hinaus eingehend beraten hat (auch wieder telefonisch möglich), kann sie die Ziffer 3 der GOÄ mit 8,74 EUR berechnen. Die Beratung muss aber mindestens 10 Minuten gedauert haben. 

Du siehst also, dass die Arztkosten für ein längeres Telefongespräch möglicherweise doch höher sein können als bei einem kurzen Telefonat.

Da du ja als Privatversicherte die Rechnung nach Hause geschickt bekommst, kannst du sehen, welche Betrag genau deine Ärztin dir für das Telefongespräch berechnet hat.

Richtig ist, dass die Privatversicherungen Rechnungen der Ärzte prüfen,  im Hinblick auf die gebührenrechtliche Liquidation und das Honorar.  Wenn du also Bedenken mit einer Rechnung hast, solltest du Kontakt mit deiner Versicherung aufnehmen. 

Hilft dir diese Antwort?

Viele Grüße aus Wuppertal

Bettina vom Barmenia-Team

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Kommentar von mimawu
26.08.2016, 21:30

Vielen dank für die Antwort :) ich bin auch bei Ihnen versichert haha

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Ein Tipp: lasse alle Arztrechnungen erst einmal von deiner PKV überprüfen, bevor du sie bezahlst.

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Klar.

Nach der GOÄ bringt eine "eingehende Beratung von mindestens 10 Minuten" dem Doktor mehr ein als ein kurzes Gespräch.

Siehe hier:

http://www.e-bis.de/goae/GOAEZiffernindex1.htm

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Nein. Die Berechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte und da sind hierfür feste Sätze hinterlegt.

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