Kann ich trozdem zur Polizei gehen?

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7 Antworten

Ich werde meine - vielleicht nicht so nachvollziehbaren - Kommentare mal in einem Beitrag zusammenfassen.

Eigentlich hat furbo schon alles gesagt.

Du wurdest bei einem Hausfriedensbruch erwischt. Von der Polizei, nehme ich an. Die verständigt die Hauseigentümer und fertigt eine Vorgangsdokumentation mit einer Vorgangsnummer (bleibt abrufbar) an. Es kommt zu einer Strafanzeige durch die Polizei. Das bedeutet, die Polizei sagt; Hier ist eine strafbare Handlung erfolgt. Die Strafanzeige landet bei den Strafverfolgungsbehörden.

Die strafbare Handlung ist aber nun ein absolutes Antragsdelikt. Bedeutet, dass nur der Geschädigte selbst eine Strafverfolgung/einen Strafantrag stellen kann. Er hat ein Recht dazu, eine Pflicht gibt es nicht.

Ein Verfahren wird eingestellt, wenn dieser Strafantrag fehlt oder er erfolgt und laut Staatsanwaltschaft keine Schuld bewiesen werden kann. Dann gilt die Unschuldsbehauptung.

Die Einstellungsbehörden der Polizei interessieren aber die GESAMMTEN Umstände dieses Vorganges und sie haben auch ihre Mittel zur Recherche.

Ein Verzicht auf Strafantrag spricht nicht unbedingt für deine Unschuld. Es kann auch unter der Hand Vereinbarungen geben, mit denen man den Täter vor der Verantwortung schützt. Eltern machen das teilweise mit ihrem Einfluss, Geklüngel unter Geschäftsleuten, Freunden - soll es geben.

Für die Polizei bleibt es gedanklich und gesinnungsmäßig eine Straftat und man erkennt eben eine gewisse kriminelle Energie, deren Umfang für eine Einstellung eines Bewerbers eine Rolle spielt, egal wodurch das Verfahren eingestellt wurde.

Du musst es also a) in den Bewerbungsunterlagen angeben und b) wahrscheinlich dazu Stellung nehmen und wirst ggf  positiv bewertet werden, wenn du es NICHT verschweigst, nicht beschönigst, dich mit deinem Fehlverhalten auseinander gesetzt hast und eine Steigerung deiner Reife glaubhaft machen kannst.

SOOO sieht es aus - aber glaub was du willst. Lass dich erleichtern, nur weil jemand sagt, was du hören willst.

Es ist richtig, du kannst dich bewerben, du bist NICHT gerichtlich vorbestraft. Thema wird es aber werden. Es zu verschweigen, weil ja eh nichts "aktenkundig" ist, ist ein sehr schlechter Rat.

Gruß S.

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Kommentar von msf32
10.11.2016, 13:06

Super viel dank werde ich beachten hoffe das es trozdem was wird mit meinem Berufswunsch

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Offenbar wurde ein Strafverfahren eingeleitet, aber der Geschädigte hat auf einen Strafantrag verzichtet. Da Hausfriedensbruch ein absolutes Antragsdelikt ist, kann die Tat dann nicht verfolgt werden. Die Einstellung ist die zwangsläufige Folge.

Das bedeutet zwar, dass kein BRZ-Eintrag vorhanden ist, dennoch ist der Vorgang in den polizeilichen Datenbeständen (ohne Verfahrensausgang) erfasst. Ein sauberes Führungszeugnis hilft da nicht immer. 

Solltest du zur Einstellungsprüfung geladen und gefragt werden, solltest du auf jeden Fall auf den Vorfall hinweisen. Wissen tun die Prüfer es sowieso schon, mit Verschweigen reitet man sich nur rein. 

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Wenn das Verfahren eingestellt wurde bedeutet das, dass du unschuldig bist, bzw es nicht genug Beweise für eine Anklage gab o.ä. Dies wird dann NICHT in deinem Führungszeugniss festgehalten und somit ist eine Bewerbung bei der Polizei unproblematisch.
Du solltest dich aber Frühzeitig informieren was du alles machen musst...das ist wirklich einiges;)
Viel Erfolg!

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Kommentar von msf32
09.11.2016, 22:06

Soll ja nur zwischen Station zu meinem Traumberuf werden aber vielen Dank bin bereits hochmotiviert .

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Kommentar von tobihatnefrage
09.11.2016, 22:08

Bei mir war es auch so geplant...hat leider wegen einer angeblichen rot/grün Schwäche nicht geklappt. Hoffe bei dir läuft es besser!

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Kommentar von furbo
10.11.2016, 07:45

Meinst du, dass die Polizei auf Führungzeugniseinträge angewiesen ist? 

Die polizeilichen Dateien sind wesentlich umfangreicher als die des BRZ.

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Kommentar von tobihatnefrage
10.11.2016, 23:05

Hey Sirius ich weiß zwar nicht wie es bei msf32 ist aber ich meinte damit innerhalb der Polizei. Die Zwischenstation war quasi der streifendienst gemeint wo ja generell jeder nach der Ausbildung erstmal hinkommt. Also nicht nur Plätze blockieren;)

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Keine Verurteilung, kein Eintrag im Führungszeugnis. Also kannst du gehen

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Kommentar von msf32
09.11.2016, 22:01

Super danke bin sehr erleichtert 

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Also wenn das Verfahren eingestellt wurde wird nichts zurückbleiben ! Du kannst dich schon bei der Polizei bewerben !

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Kommentar von Sirius66
10.11.2016, 12:09

Was zurückbleibt ist genau das: Ein eingestelltes Verfahren. Muss auch angegeben werden.

Sicher kann sich der TE bewerben. Ob er gehen kann, entscheidet sich nicht nur durch den Umstand eingestellt.

Gruß S.

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Du bist bei der Polizei nicht registriert. Ohne Gerichtsverfahren gibt es kein Eintrag ins Führungszeugnis.

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Kommentar von Sirius66
10.11.2016, 12:07

So ein Schmarrn - JEDER Vorgang - völlig egal, wie er ausgeht - bekommt auch seine VN.

Außer einen Führungszeugnis gibt es noch andere Register und angeben muss man alles, auch eingestellte Verfahren.

Es muss nicht sein, dass es zum Nachteil des TE ausgelegt wird, da er nicht gerichtlich vorbestraft ist, aber hört auf, zu behaupten, da wäre nichts gespeichert, nichts registiert oder dergleichen.

Gruß S.

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Keine Strafanzeige, alles gut. Solange es nicht schriftlich festgehalten wird. 

Gruß

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