Werde ich jemals wieder glücklich werden?

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7 Antworten

Hallo Insignaficant,

es tut mir leid, dass Dir in Deinen jungen Jahren schon so viel Leid widerfahren ist! Da kann ich gut verstehen, dass Dich inzwischen etwas der Mut verlassen hat und Du Misstrauen gegenüber Menschen entwickelt hast. Und wie aus Deinen Worten hervorgeht, hat auch Dein Selbstvertrauen unter all den schlimmen Vorkommnissen und Erlebnissen sehr gelitten. Das muss jedoch nicht so bleiben. Du kannst etwas tun, um wieder mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln und aufrecht durchs Leben zu gehen!

Der Feind eines gesunden Selbstvertrauens ist eigentlich in uns selbst: Unsere innere Stimme, die uns ständig verurteilt und kritisiert. Wir müssen begreifen, dass dieser innere Kritiker uns eigentlich keinen Gefallen tut, im Gegenteil: Er ist die Ursache dafür, dass wir uns selbst ablehnen und er beraubt uns unserer Selbstachtung. Ein wichtiger Schritt ist es, nicht diesen Kritiker über unseren Selbstwert bestimmen zu lassen, sondern wieder selbst die Regie zu übernehmen. Das ist sicher leichter gesagt als getan. Wie kann das gelingen?

Wenn uns wieder einmal unsere innere Stimme verurteilt, warum dies widerstandslos annehmen, ohne es erst einmal zu hinterfragen und infrage zu stellen? Statt sich also selber zu sagen: "Ich mache immer alles falsch", oder "Das schaffe ich nie", könnten wir uns klar machen, dass Fehler und Schwächen kein Grund sind, uns zu schämen oder uns zu verurteilen. Besser ist es, für die eigenen Fehler und Schwächen Verständnis aufzubringen und sich selbst anzunehmen.

Willst Du Deine Selbstachtung aufbauen, dann lerne es, gut zu Dir selbst zu sein und zeige Verständnis für Deine Fehler und Schwächen. Versuche Dich selbst immer so zu behandeln, wie Du einen Dir sympathischen Menschen behandeln würdest: Liebevoll, geduldig und verständnisvoll. Wenn Du Dir jedoch immer wieder Selbstvorwürfe machst und Selbstkritik übst, streust Du in gewisser Weise Salz in Deine Wunden. Sei Dir darüber im Klaren, dass Du Dich und Dein Leben nicht verbesserst, wenn Du Sich selbst ablehnst oder Dein eigenes Ich hasst. Halte Deinen inneren Kritiker möglichst klein, in dem Du Dich nicht immer wieder von Deiner unerbittlichen Selbstkritik herunterziehen lässt.

Was einer gesunden Selbstachtung entgegen läuft, ist, wenn Du Dich immer wieder mit anderen vergleichst, oder an dem Idealbild misst, das Du von Dir selbst hast. Dieses Idealbild stammt meistens nicht von einem selbst, sondern von Menschen, die einen im Laufe des Lebens geformt haben: Z. B. die Eltern, Lehrer oder Gleichaltrige. Somit stammt das Idealbild, dem Du möglicherweise hinterher läufst, nicht von Dir selbst, sondern andere haben es für Dich ausgedacht. Wäre es nicht viel besser, zu dem zu werden, der Du sein möchtest?

Manchmal sind es auch recht kleine und einfache Dinge, die Dir zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen können. Du kannst z. B. mit einem Lächeln innerhalb kürzester Zeit Deine Gefühle positiv beeinflussen. Das funktioniert selbst dann, wenn Dir nach Lachen gar nicht zumute ist. Das kommt daher, weil unser Geist mit unserem Körper verbunden ist. Auch die Körperhaltung ist mitbestimmend dafür, ob Du Dich klein und mickrig oder gar selbstbewusst fühlst. Eine aufrechte, gerade Haltung vermittelt ein anders Gefühl, als wenn Du mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern umher läufst. Ein weiterer Tipp ist die richtige Atemtechnik. Sobald Du hektisch und aufgeregt bist, wird Deine Atmung automatisch flach. Wenn Du ganz bewusst darauf achtest, immer dann, wenn Du erregt bist, langsam tief ein und auszuatmen, wirst Du sehen, dass Du ruhiger wirst.

Falls Du mal wieder in einem seelischen Tief steckst, kann körperliche Bewegung wahre Wunder wirken. Fahre Fahrrad, gehe joggen oder mache einfach nur einen Spaziergang. Ganz bestimmt wirst Du Dich hinterher besser und ausgeglichener fühlen. Und zum Schluss noch ein letzter Tipp: Für andere da zu sein und sich selbstlos für jemanden einzusetzen, macht ein gutes Gefühl! Das Bewusstsein, etwas Sinnvolles geleistet zu haben, hebt letztendlich auch Dein Selbstbewusstsein.

Auch diie Bibel verhilft zu einem ausgeglichenen Selbstbild, wenn sie sagt:" Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Wie dieser Text zeigt, brauchen wir ein gewisses Maß an Eigenliebe, um psychisch gesund und stabil sein. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass es nicht mehr nötig wäre, sich zu verändern oder zu verbessern.

Es ist auch ein schöner Gedanke, dass Gott Dich persönlich für wichtig hält. Ein Bibelschreiber, der berühmte König David von Israel, brachte das einmal wie folgt zum Ausdruck:" Du selbst hast mein Sitzen und mein Aufstehen erkannt. Du hast meine Gedanken von fern bemerkt.   Mein Wandern und mein Liegen hast du ermessen, Und du bist ja mit all meinen Wegen vertraut geworden." (Psalm Kapitel 139:2,3). Gott hatte sich also mit den Einzelheiten im Leben Davids befasst. Sein Interesse ging sogar so weit, dass er sich mit den innersten Gedanken Davids beschäftigte. Ein solches persönliches Interesse hat Gott auch heute an jedem einzelnen von uns. Wie bei David, so blickt er auch auf Dein Leben und hat persönliches Interesse an Dir.

Ich hoffe, Du fühlst Dich mit all diesen Ratschlägen nicht überfordert. Du kannst sicher nicht von Heute auf Morgen gleich alles eins zu eins umsetzen. Doch je mehr Du an Dir arbeitest, umso mehr wirst Du Dich verändern und ausgeglichener über Dich selbst denken. Viel Kraft und Erfolg dabei!

LG Philipp

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Zwar habe ich den Inhalt der Frage nicht gelesen, aber die Frage oben selbst.

Ich habe mit Problemen zu kämpfen (durch viele Informationen im Internet habe ich mehr zum Nachdenken gehabt, beispielsweise verschiedene Sichtweisen) und bin bei der Frage "Ob es sich lohnt sich zu töten" immer und immer wieder auf das gleiche Ergebnis gekommen:

DU HAST NUR EINMAL ZU LEBEN, WÜRDEST DU DICH VORHER UMBRINGEN, HÄTTEST DU DEN REST DEINES LEBEN VERSCHWENDET. WENN MAN TOD IST, KANN MAN EH NICHTS MACHEN, WESHALB VERSUCHST DU ALSO NICHT, ETWAS ZU MACHEN SOLANGE DU NICHT TOT BIST?

Ich hoffe mein Ergebnis hilft dir irgendwie.

Ich selber habe herausgefunden das manche mich wohl als klinisch depressiv einstufen würde, komme aber klar im Leben. Ein Therapeut würde mich doch eh nur Drogen verschreiben, die nur helfen solange ich sie helfe, aber niemals das Grundproblem lösen würden.

Hier mal an einen anderen Beispiel was ich meine:

Die Afrikaner kommen zu uns, allerdings bleibt das Problem in Afrika bestehen. Wenn man das Problem dort nicht löst, kommen mehr Afrikaner nach uns. 

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Hallo!

Zunächst einmal, mich geht es nichts an was du tust/entscheidest etc, es ist dein Leben. Nur ein Rat von mir ist (aus eigener Erfahrung), bringe dich bitte nicht um. Ich habe eine bipolare Störung und fühle mich an manchen Tagen genauso wie du es beschrieben hast und bei meiner Krankheit ist es das Problem, dass ich meine Gedanken und auch z.T. meine Handlungen nicht kontrollieren kann. In dieser Zeit versuche ich mich immer so gut es geht nur mit Positivität auseinanderzusetzen, mich mit Sachen zu beschäftigen, die mich glücklich machen. Ich denke an die Segen in meinen Leben, die guten Dinge am Leben sind dann am wichtigsten. Die Vertrauensprobleme und die ständige Angst sind grausam, das weiß ich, daran kann man nur arbeiten. Es gibt viele schreckliche Menschen und das wird auch immer so sein, doch es gibt auch gute, denen du dich auf jeden Fall anvertrauen kannst. Und das wichtigste ist: Alles wird mit der Zeit! Du brauchst Geduld und Hoffnung, auch wenn es manchmal wirklich hoffnungslos scheint. Außerdem, jeder Mensch hat es verdient zu leben und auf dieser Welt zu sein, denke niemals, dass du weniger Wert bist als andere. Und falls du jemanden zum reden brauchst, du kannst mich jederzeit anschreiben, ich weiß, dass es manchmal einfacher ist sich einem Fremden zu öffnen, als Leuten, die man persönlich kennt.

<3

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Du bist 16. Es ist noch zu früh, um Vorhersagen über den Verlauf deines Lebens zu machen. Es wird in deinem Leben disruptive Ereignisse geben, die dein Leben substanziell ändern können. Ob das so geschehen wir oder nicht und in welche Richtung diese Änderungen gehen werden kann man nicht vorhersagen.

Daraus kannst du Hoffnung schöpfen, weil es eben auch heißt, dass sich dein Leben enorm verbessern kann. Natürlich ist das nur eine denkbare, aber keine sichere Zukunft.

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Vielleicht hilft es dir, wenn du dir vor Augen hältst, was du schon alles überstanden hast.

Einer Freundin von mir ging es ähnlich, bis sie sich vor Augen gehalten hatte was sie schon alles "geschafft" hat

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Ich verstehe wie Du dich fühlst.
Ich gehe auch seit Jahren durch die Hölle, mal mehr, mal weniger und ich habe mir selbst ebenfalls oft diese Frage gestellt.
Und meine Antwort ist: Ja. Es lohnt sich. Es lohnt sich zu kämpfen und nicht aufzugeben.
Das Leben ist so kostbar, Du hast nur dieses eine Leben und nichts sollte Dich dazu bringen es wegzuwerfen. Du bist 16, du hast noch so viele Jahre vor Dir. Nach jedem Sturm, kommt am Ende auch wieder die Sonne.
Ich kann Dir nicht sagen wann es besser wird, aber es wird besser werden. Dein Leben scheint derzeit die Hölle, aber vergiss nicht, dein Leben ist kostbar und irgendwo würde es jemanden geben der am Boden zerstört wäre, wenn du weg wärst.

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Das Problem habe ich zum Teil noch mit Mitte 20.  :D  außer das ich mich nicht Ritze und nicht bei den Eltern mehr wohne. Kann mich aber nicht Sozial interagieren. Misstrauen führt zu solchen Fehlschlägen.  Ja es ist ein scheiß Leben Leute!

Weil man auch irgendwo nichts dafür kann, das man so ist, wie man ist. 

Vielleicht geht es vielen so, ich weis es nicht. 

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