Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung

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2 Antworten

§9 Abs. 1 Nr. 1 EStG gibt doch die Antwort

"...Werbungskosten sind auch..., ...Schuldzinsen..."

Oli123Mull 06.12.2012, 14:09

Die Frage war, ob ich bei der Berechnug von Einkünften bei einem gemischt genutztes Zweifamilienhaus, nur 50% der Schuldzinsen oder den ganzen Betrag ansetzen muss?

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Irubis 06.12.2012, 14:27
@Oli123Mull

Bei meinen Häusern gebe ich immer den Prozentsatz der vermieteten Fläche zur Gesamtfläche an und berechne dadurch den als Werbungskosten anzusetzenden Teil, den ich dann auch angebe.

Es gibt verschiedene Entscheidungen des BFH sowie BStBl zu dieser Thematik.

Ich füge hier den Auszug eines BStBL ein:

Bundesministerium der Finanzen BStBl I 2003 S. 287 IV C 3 - S 2211 - 55/03 24. April 2003

Schuldzinsen bei einem Darlehn für die Anschaffung eines teilweise vermieteten und teilweise selbstgenutzten Gebäudes bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung;

BFH-Urteil vom 9. Juli 2002 - IX R 65/00 - (BStBl 2003 II S. 389) (1) (2)

BMF-Schreiben vom 10. Dezember 1999 (BStBl I S. 1130)

Mit dem Urteil vom 9. Juli 2002 (BStBl 2003 II S. 389) hat der Bundesfinanzhof zum Schuldzinsenabzug bei der Anschaffung eines teilweise vermieteten und teilweise selbstgenutzten Gebäudes bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung Stellung genommen. Der Bundesfinanzhof ist mit seiner Entscheidung vom letzten Absatz des BMF-Schreibens vom 10. Dezember 1999 (BStBl I S. 1130) abgewichen, wonach die Grundsätze für die Zuordnung von Schuldzinsen im Fall der Herstellung eines Gebäudes in Erwerbsfällen keine Anwendung finden. Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterung mit den obersten Finanzbehörden der Länder nehme ich zur Anwendung der Urteilsgrundsätze wie folgt Stellung:

Die Rechtsgrundsätze über die Zuordnung von Schuldzinsen sind entsprechend dem Urteil vom 9. Juli 2002 in allen noch offenen Fällen anzuwenden. Die Ausführungen im letzten Absatz meines Schreibens vom 10. Dezember 1999 sind insoweit überholt.

Bei der Aufteilung der Anschaffungskosten (und Anschaffungsnebenkosten) für die Zuordnung von Schuldzinsen ist zunächst eine gesonderte Zuordnung der Anschaffungskosten auf die jeweils eigenständige Wirtschaftsgüter bildenden Gebäudeteile erforderlich. Dies kann dadurch erfolgen, dass der Steuerpflichtige eine nach außen hin erkennbare Zuordnungsentscheidung trifft, beispielsweise durch Aufteilung des zivilrechtlich einheitlichen Kaufpreises im notariellen Kaufvertrag. Dieser Zuordnungsentscheidung ist steuerrechtlich zu folgen, soweit die Aufteilung nicht zu einer unangemessenen wertmäßigen Berücksichtigung der einzelnen Grundstücksteile führt.

Trifft der Steuerpflichtige keine nach außen hin erkennbare Zuordnungsentscheidung, sind die Anschaffungskosten den eigenständigen Wirtschaftsgütern anteilig zuzuordnen. Maßstab hierfür ist das Verhältnis der selbstgenutzten Wohn-/Nutzflächen des Gebäudes zu denen, die der Einkunftserzielung dienen (BFH-Urteil vom 27. Oktober 1998, BStBl 1999 II S. 676).

Ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Schuldzinsen und den gesondert zugeordneten Anschaffungskosten besteht nur dann, wenn dieser Teil der Anschaffungskosten tatsächlich mit den dafür aufgenommenen Darlehnsmitteln gezahlt worden ist (BFH-Urteil vom 27. Oktober 1998). Eine gesonderte Zahlung der zugeordneten Anschaffungskosten liegt auch vor, wenn der Steuerpflichtige diese Kosten mittels eines eigenständigen Darlehns auf ein Notaranderkonto überweist und der Notar den gesamten Kaufpreis vom Notaranderkonto auskehrt.

Die vorstehenden Grundsätze gelten auch für ein vom Steuerpflichtigen beruflich genutztes häusliches Arbeitszimmer, das als selbstständiger Gebäudeteil zu behandeln ist.

Die vom Steuerpflichtigen vorgenommene tatsächliche Zuordnung von Darlehn bleibt auch maßgebend, wenn er später die vormals selbstgenutzte Wohnung vermietet.

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Dann sieh mal in § 12 EStG. Die anteiligen Kosten für die selbst genutzte Wohnung sind nicht abzugsfähige Kosten der Lebensführung.

Oli123Mull 06.12.2012, 14:25

Vielen Dank, also 50% :)

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