Werbedruck - hilfe bei druckmaschine?

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1 Antwort

Anders als Papier, Folie, Holz oder Plattenwerkstoffe ist textiles Material nicht formstabil, sondern verzieht sich leicht. Textilien müssen daher zum Bedrucken auf eine stabile Unterlage aufgelegt bzw. aufgespannt werden.

Wenn man vom Bedrucken mittels Transferdruck (Aufbügeln der auf Transferfolie aufgedruckten Motive) absieht, welches man für Einzelstücke und Kleinstauflagen verwendet (die Aufdrucke sind nicht sehr waschbeständig und bröckeln mit der Zeit ab) kommt eigentlich nur das Siebdruckverfahren in Frage.

Beim Siebdruckverfahren wird die pastose Druckfarbe mittels eines Gummiwischers ("Rakel") durch ein feines Sieb auf das darunter liegende zu bedruckende Werkstück gepresst. In das Sieb wurde vorher das zu druckende Motiv (Aufschrift, Logo) auf fotochemischen Weg eingebracht.

Jede Farbe erfordert einen separaten Druckvorgang, und für jede Farbe muss eine eigeme Druckvorlage und ein eigenes Sieb erstellt werden.

Die Erstellung der Siebe erfolgt durch Kontaktbelichtung einer fotosensitiven Beschichtung mit einer Filmvorlage und anschließendes Auswaschen der Beschichtung an den unbelichteten Stellen. Die Vorlagen- und Sieberstellung ist relativ aufwändig und daher erst ab einer Druckauflage von ca. 50 Stück rentabel.

Das Verfahren eignet sich zum Bedrucken sowohl von Meterware als auch von fertigen Kleidungsstücken (T-Shirts). Die dafür notwendigen "Maschinen" würde ich eher als "Apparate" bezeichnen, da der Druckprozess nicht automatisch erfolgt, sondern von Hand durchgeführt wird.

Bevor Du Dich für die Anschaffung einer "Textildruckmaschine" interessierst, würde ich mich an Deiner Stelle zuerst einmal mit der dafür verwendeten Siebdrucktechnologie und den zur Siebherstellung erforderlichen Technologien auseinandersetzen (Erstellen von Farbauszügen und Reinzeichnungen, Reprofotografie, Fotochemische Siebherstellung).

Ich habe etliche Jahre in diesem Bereich gearbeitet, das Thema ist kein Spaziergang, es gehört viel Erfahrung (und auch jede Menge Misserfolge und Ausschuss) dazu, bis man das "drauf" hat.

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