Wer zahlt wie viel und wie lange Elterngeld?

7 Antworten

Hallo ScarabeoN,

ich glaube, du wirfst da ein paar Dinge durcheinander ;)

Also: Mutterschutz ist der Status, den du als Frau 6 Wochen vor und bis 8 Wochen nach der Entbindung hast. In dieser Zeit darfst du nicht beschäftigt werden und bekommst Mutterschaftsgeld. Das entspricht in etwa deinem regulären, bisherigen Verdienst. Dabei bezahlt einen Teil dein Arbeitgeber, den anderen Teil zahlt deine Krankenkasse. Bedingung für das Mutterschaftsgeld: du musst eigenständig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein und natürlich in einem Arbeitsverhältnis stehen! Mutterschaftsgeld bekommst du z.B. auch länger, bzw. früher, wenn dir dein Frauenarzt ein Beschäftigungsverbot ausspricht (früher) oder wenn dein Kind zu früh auf die Welt kommt oder du Mehrlinge erwartest (dann 12 statt 8 Wochen). 3 Jahre Mutterschutz gibt es also nicht.

Im Anschluss an den Mutterschutz (also etwa, wenn das Kind 2 Monate alt ist), kannst du entweder sofort wieder arbeiten gehen (nicht empfehlenswert!) oder du gehst in Elternzeit. Diese musst du schriftlich bei deinem Arbeitgeber beantragen und den kompletten Elternzeit-Zeitraum auch festlegen! Innerhalb der Elternzeit steht dir dann Elterngeld zu. Die Berechnung hier ist allerdings recht komplex, denn du kannst zwischen verschiedenen Modellen wählen und diese auch kombinieren.

Das "normale" Elterngeld bekommst du 12 Monate lang von Vater Staat. Dein AG bezahlt hier nix. Je nach deinem bisherigen Verdienst macht das EG ~67% deines durchschnittlichen Nettolohns aus. Du kannst das EG aber als "Elterngeld plus" auch auf 24 Monate strecken, dann bekommst du allerdings monatlich nur die Hälfte des dir zustehenden Betrags, kannst aber etwas freier selbst hinzuverdienen. Beim regulären EG ist ein Zuverdienst nicht vorgesehen und würde dir voll vom EG abgezogen.

Dann wiederum kann dein Partner noch Partnermonate zusätzlich beantragen. Tut er das, stehen euch bei regulärem EG 14 statt 12 Monate zu, vorausgesetzt, dein Partner nimmt davon mindestens 2.

Innerhalb dieser ganzen Zeit steht dir selbstverständlich Kindergeld zu. Das sind aktuell 198€, wenn ich mich nicht täusche. Ob du darüber hinaus weitere Förderungen erhalten kannst, ist unter anderem von dem Bundesland abhängig, in dem du wohnst... in Bayern z.B. gibt es ab dem 1. bis zum 3. Geburtstag des Kindes noch Familiengeld i.H.v. 250€.

Wenn du noch Fragen hast, frag gerne nach :-)

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

kannst du entweder sofort wieder arbeiten gehen (nicht empfehlenswert!) 

Warum? Das machen weltweit tausende Frauen und Männer.

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@grubenschmalz

Ja, natürlich. Weil sie eben nicht finanziell vom Staat unterstützt werden, um eine angemessene Zeit zu Hause und mit dem Kind zu verbringen. Ein 2 Monate alter Säugling gehört zur Mutter. Nicht in eine Fremdbetreuung (und auch Oma, Opa, Tante, Onkel, Schwester, etc. wären in dem Fall Fremdbetreuung). Wenn die Mutter MIT Kind an den Arbeitsplatz zurückkehren kann (und das auch selbst möchte), bitte. Alles andere gefährdet die Mutter-Kind-Bindung - von der Wertschätzung der neuen Situation, in die auch Mutter und Kind erstmal hineinwachsen müssen, mal ganz abgesehen...

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Mit der richtigen Taktik kann ein Paar 14 Monate lang Elterngeld beziehen. Wenn der Vater direkt nach der Geburt seine Elternzeit nimmt, kann die Mutter solange parallel ihr Mutterschaftsgeld beziehen und der Vater bekommt das Elterngeld. Wenn die Mutter nach Ablauf ihres Mutterschaftsgeldes dann in Elternzeit geht, bekommt sie das Elterngeld, das sich dann nach ihrem vorherigen Einkommen richtet.

Wenn die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes erreicht ist, gibt es allerdings nichts mehr.

Man kann mit dem Elterngeld Plus, die Bezugsdauer jedoch verdoppeln, weil gleichzeitig auch das Elterngeld halbiert wird. Das muss man sich dann individuell durchrechnen.

Ich habe gelesen, dass der Staat 67 % vom durchschnittlichen Nettoeinkommens zahlt für ein Jahr.

Im Prinzip ist das richtig. Es gibt einen Maximalwert von 1800€ und einen Minimalwert von 300€.

Der Durchschnitt wird aus den letzten 12 Monaten ermittelt.

Bedenke, dass Du das hinterher versteuern musst.

Der Arbeitgeber muss in der Zeit nichts bezahlen

Ja, der Arbeitgeber zahlt nichts (außer Du arbeitest in der Zeit, dann wird das aber auch angerechnet)

Und wie läuft das ab, wenn man 3 Jahre in Mutterschutz ist

Für längere Elternzeit bekommst Du nicht mehr, denn Elterngeld gibt es nur für 14 Monate für beide Eltern zusammen.

Und zu dem Elterngeld bekommt man ja noch ca. 200 € Kindergeld dazu oder?

Ja.

Bedenke, dass Du das hinterher versteuern musst.

Nein .....

Elterngeld ist steuerfrei, es wird selber nicht besteuert. Allerdings wird es eingerechnet, wenn es um die Höhe Ihres individuellen Steuersatzes geht. Es unterliegt also dem sogenannten Progressionsvorbehalt. ... Dieser Steuersatz wird dann auf Ihr zu versteuerndes Einkommen (ohne Elterngeld) angewendet.

Elterngeld – Anspruch, Berechnung und Steuer: Wie wird Elterngeld ...

https://www.finanztip.de/elterngeld/

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@wilees

Okay, ich habe es falsch formuliert, aber richtig gemeint.

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