Wer würde auch gerne in der vorindustrielle bzw. in einer anderen Zeit leben wollen ?

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Das Ergebnis besteht aus 9 Abstimmungen

Zukunft 44%
Moderne/ heutige Zeit 22%
Zeit während/nach der Industrialisierung 22%
Vorindustrielle Zeit 11%

9 Antworten

Moderne/ heutige Zeit

Da wir keine andere Wahl haben, im Hier und Jetzt. Außerdem sind wir in Mitteleuropa mit der heutigen Zeit sehr gut bedient.

Das Reisen "nur mit Karten" scheinst du ein wenig zu unterschätzen. Ich stamme noch aus einer Zeit, in der man sich GPS, Navigationsgeräte für jedermann, etc. nicht einmal im entferntesten vorstellen konnte. Trotzdem haben wir uns auch auf weiten Reisen nie "verirrt" und sind immer ans Ziel gekommen. Und wenn du bedenkst, wie lange Schiffe ausschließlich mit Seekarten und Sextanten zur Navigation auskommen mussten und trotzdem sicher ihre Häfen in vorgegebenen Zeiten erreicht haben, kann das so schlimm nicht gewesen sein! ;-)

Und von wegen weniger hektisch....ich weiß nicht. Ich fürchte, das galt nur für sehr reiche und adelige Menschen, die über ausreichend Dienstboten verfügten, die sie unter schlechtesten Arbeitsbedingungen herumscheuchen konnten. Bedenke, die einzige Freizeit war oft der Sonntagnachmittag, die normale Arbeitszeit betrug oft 14 Stunden pro Tag! Es gab keinerlei Absicherung, keine Versicherungen, keine Kammern und Gremien. Die Leute lebten ständig in Angst und Sorge von jetzt auf gleich auf die Straße gesetzt zu werden, wenn dem Dienstherren etwas nicht passte. Ich glaube kaum, dass das entspanntes, stressfreies Arbeiten und Leben zuließ.

Mein Urgroßvater war Fleischer in einem großen Wiener Schlachtbetrieb und gehörte der privilegierten Mittelschicht an. Er hatte eine geregelte Arbeitszeit von 12 Stunden pro Tag, und er hatte den ganzen Sonntag frei. Das waren schon unglaubliche soziale Errungenschaften! Mit seinem Verdienst konnte er es sich leisten, für sich und seine Familie (Ehepaar mit zwei Töchtern) eine Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnung (Wasser und Toilette selbstverständlich am Gang) zu haben, ohne zusätzlich "Bettgeher" aufnehmen zu müssen. Außerdem konnte er seiner Frau 1 x pro Monat eine Wäscherin für die große Wäsche zur Seite stellen. Damit war die Familie weit besser gestellt, als der Großteil der arbeitenden Bevölkerung. Leicht war das Leben trotzdem nicht und meine Oma erzählte oft, wie erschöpft der Vater abends war, wenn er nach Hause kam.

Die Straße, in der sie lebten, war sehr belebt, weshalb es nahezu Tag und Nacht sehr laut war. Pferdegetrappel, Fuhrwerke, ab 4:00 früh Gescheppere von Milchfuhrwerken, Geschrei von Schaffnern der Pferdestraßenbahnen, etc. Oma lebte später in einer Straße, in der ca. im 5-Minuten-Takt städtische Busse in beide Richtungen durchfuhren und in der überhaupt reger Autoverkehr herrschte. Sie bezeichnete diese Straße immer als "ausgesprochen ruhig".......

Von der medizinischen Versorgung gar nicht zu reden. Omi bezeichnete sich immer als sehr glücklich, dass sie ihre Kinder in den 30er Jahren zur Welt bringen konnte und es damit schon viel besser hatte, als ihre Mutter zu Beginn des Jahrhunderts, als nicht nur die Säuglingssterblichkeit sehr hoch war, sondern auch jene der Mütter, entweder während den Geburten oder im Wochenbett.

Daher ganz sicher "nein, danke" zur vorindustriellen Zeit, aber auch noch zur Zeit während und kurz nach der Industrialisierung. 

Sorry, das ist jetzt auch ein wenig lang geworden, aber vielleicht hat ja jemand Lust, den Text zu lesen!

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Kommentar von Schwoaze
28.11.2016, 06:49

Ich stimme Dir voll und ganz zu. Meine Ahnen waren Bauern und hatten  ein Fuhrwerks-Unternehmen (Pferdefuhrwerke!!!), einen Handel mit Sodawasser, also auch nicht die unterste Schicht.  Trotzdem war das Leben mühsam und so anstrengend, dass man sich das heute kaum vorstellen kann. Zumindest hungern haben sie nicht müssen. Und nicht einmal DAS war selbstverständlich!

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Kommentar von janfred1401
28.11.2016, 09:26

Meine Grosseltern kamen auch aus der Zeit um 1880/90. Sie lebten allerdings auf dem Land. Man Opa war Maurer (wie ich) und da die Maurer im Winter weniger Arbeit hatten, war er auch Bürstenbinder und mit Leib und Seele Musiker. Außerdem hatte natürlich jeder auf dem Land auch zumindest einen Garten und jede Menge Viehzeug. Kinder wurden sehr früh mit in alle anfallenden Hausarbeiten eingebunden. Das war für die Kinder mit Sicherheit hilfreicher, als wenn die Kids heutzutage stundenlang hinter der Glotze oder PC hängen.

Meine Grosseltern sind alle um die 90 Jahre alt geworden und trotz ihrer Kriegserlebnisse usw. habe ich nie erlebt, dass sie ihre Vergangenheit negativ geschildert haben, oder im nachhinein über Strapazen gejammert haben.

Also kommt es sehr darauf an, wie jemand seine Vergangenheit schildert, bzw. wie optimistisch seine Lebenseinstellung in dieser Zeit war. Das prägt dann auch die Einstellung, die man zu der Zeit bekommt, wenn man diese Geschichten von Zeitzeugen hört.

Siehe meine Antwort.

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Kommentar von Gimpelchen
28.11.2016, 11:51

Tanzistleben, Danke für den Einblick! 

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Moderne/ heutige Zeit

Wir leben in einer großartigen Zeit - zumindest hier in Mitteleuropa.

Es hat noch nie so eine lange Zeit ohne Krieg gegeben. Meine Mutter ist über 80 und sie hat als Kind den 2. Weltkrieg erlebt.  Nicht um alles in der Welt würde ich gerne früher gelebt haben!

Die Zukunft ist zwar verlockend, aber unsicher - natürlich, was denn sonst.

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Zukunft

In der Zukunft, mit der Hoffnung, dass es bis dahin tatsächlich die Tabletten aus einem Star Trek Film gibt, die neue Nieren wachsen lassen...

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Zeit während/nach der Industrialisierung

Ich lebe gerne, auch in der momentanen Zeit. Ich sehe das Leben als eine Herrausforderung und bin Optimist.

Aber man darf ja auch manchmal träumen. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne in der Zeit vor rund 120 Jahren leben. Mit dem Beginn der Industrialisierung. Mit den immer neuen technischen Erfindungen bei Autos, Motorrädern und im Luftverkehr.

Auch wenn die Menschen, und besonders die unteren Schichten, es wirklich sehr viel schwerer hatten. Ich glaube das Leben in der Zeit war mindestens so interessant wie heute.

Als über 50 jähriger hatte ich auch noch das Glück mir von meinen Grosseltern viele stundenlange Geschichten aus deren Jugend anzuhören. Sie waren beide Jahrgang so um die 1890, konnten also erzählen, wie es war, als das erste Auto durch ihren Ort fuhr, oder wie jemand in der Verwandschaft sein erstes Motorrad bekam. Selbst die negativen Erlebnisse wie zwei erlebte Weltkriege und die Vertreibung aus dem Sudetenland wurde immer so wiedergegeben, das es sich kaum negativ anhörte, sondern wie abenteuerliche Erlebniss. Ich konnte schon als 6 jähriger meiner Oma stundenlang zuhören.

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Kommentar von Tanzistleben
28.11.2016, 13:00

Das fehlt mir bis heute sehr! Die vielen Erzählungen meiner Omi (der Opa ist im Krieg gefallen, die anderen Großeltern habe ich auch nie kennengelernt), die sehr spannend waren, aber irgendwie immer ein positives Ende hatten.

Zudem konnte ich Omi, die ein sehr vielseitig interessierter, politisch denkender Mensch war, immer fragen, wie sie verschiedene politische Entwicklungen erlebt hat, welche Schlüsse sie daraus gezogen hat. Beim Lesen von Büchern, wie z.B. "Auch das war Wien" von Friedrich Torberg, war es sehr interessant und hilfreich,  Omi immer fragen zu können, wie das für sie in unserer Heimatstadt war, was sie geglaubt,  bezweifelt, gedacht hat. Das vermisse ich bis heute schmerzlich.......

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Zukunft

Wenn ich mir vostelle, was in der Zukunft alles möglich sein könnte und ich sie leider nicht mehr erleben darf, macht mich das schon ein wenig neidisch auf diejenigen, denen dies nicht vorenthalten bleibt.

Es könnte dann Folgendes geben:

- Musikrichtungen im Mainstream, welche aus der heutigen musikalischen Sackgasse wieder herausfinden. Es kommt zum Comeback der Good Times, welche bekanntlich in den 60er - 80er Jahre stattfand - nur eben mit völlig neuer Musik !

- Elektroautos, welche sich während der Fahrt per Wlan selbst "betanken".

- Energieerzeugung mittels Kernfusion

- 100% funktionierendes Meteoritenabwehrsystem

- Nutzung von Antimaterie so wie bei Raumschiff Enterprise

- Transporter (also Gerätschaften, welche das Beamen ermöglichen)

Klar gibt es auch jede Menge Szenarien, warum es in der Zukunft möglicherweise äußerst ungemütlich werden könnte. Rohstoffknappheit, Umweltverschmutzung sowie Überbevölkerung sprechen da allein schon eine deutliche Sprache.

Aber sind nicht gerade die scheinbar unlösbaren Probleme immer eine ganz besondere Herausforderung für unsere Forschung und Wissenschaft ?

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Zukunft

Volles Risiko, in der Zukunft, obwohl es seit ca. 10 Jahren massiv bergab geht und die Zukunft eigentlich nicht so rosig aussieht. Vllt eine Reise in das Totale Chaos. Aber die Neugier ist größer.

Leider kann man ja nicht nonstop zwischen 1980 und 2010 leben.

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Vorindustrielle Zeit

Für ein paar Wochen einfach mal weg von Handy-Generve, Globalisierungsscheiß und tristen, faden Beton- und Glasbauten, die schmucklos irgendwo hochgezogen wurden. Weg von der weltweiten Vernetzung, vom gläsernen Menschen und von pseudo-sozialen Netzwerken, die statt realen Kontakten viel zu oft Isolation zur Folge haben.

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Zukunft

Die zukunft ist natürlich sehr interessant. Neue techniken und alle die anderen kleinen veränderungen würden mich reizen. Selbstverständlich auch die Längere lebenserwartung.

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Kommentar von universal1997
28.11.2016, 04:02

Das ist mir auch durch den Kopf gegangen. Wenn die Menschen aber so weiter machen wie bisher, wage ich zu bezweifeln, dass die Erde, in naher Zukunft, noch existieren wird.

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Zeit während/nach der Industrialisierung

Hallo!

Die negativen Aspekte sind mir alle bekannt

Auch richtig eingeschätzt? Nur 1 Beispiel : Gerade wenn man nicht mehr ganz jung ist hat man schon vieles bei den Zähnen erlebt.

Und das alles ohne Betäubung??

Alles Gute.

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Kommentar von universal1997
28.11.2016, 04:08

Jede Medaille hat eine Kehrseite. Aber prinzipiell hast du Rechz

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