Wer will schon sterben!?

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22 Antworten

Hallo, 

ja, ich beschäftige mich häufig mit dem Tod an sich, bzw. auch mit der Endlichkeit meines eigenen Daseins.

Vor gut 15 Jahren ist mein Mann fast gestorben. Er ist dem Tod wirklich nur mit viel Glück von der Schippe gesprungen. Das gleiche "Spielchen" passierte 5 Jahre später noch einmal.

Da die Überlebenschancen bei seiner Krankheit bei ungefähr 1 : 30.000 liegen waren wir gezwungen uns mit der Endlichkeit unseres lebens auseinanderzusetzen. 

Wir haben dies als Chance begriffen und uns vier Wochen lang voneinander Abschied genommen, da die Wahrscheinlichkeit, dass er überlebt eben sehr gering war. 

Dies war mit die schwerste, aber auch bereicherndste Zeit meines Lebens. 

Wir wissen, das Einzige, was uns im Leben gewiss ist, ist der Tod.

Aber nicht der Tod ist das Schreckliche, sondern die Angst vor dem Siechtum zum Tod. Auch die Angst, im Leben etwas verpasst zu haben. 

 Was haben wir für uns daraus gemacht?

Wir haben alles geklärt, was es zu klären gab. Es gibt nichts, aber auch rein gar nichts, was noch geklärt werden müsste. Und genau so leben wir jetzt auch. 

Wenn wir abends schlafen gehen, dann ist alles zwischen uns geklärt. Wenn wir uns morgens trennen und jeder seinem Tagwerk nachgeht, dann ist alles geklärt. 

Nichts bleibt unausgesprochen, nichts quält uns, alles wird sofort und klar besprochen. Klar, immer der Situation angepasst, aber es bleibt nicht länger in der Schwebe als unbedingt nötig. 

Und so leben wir beständig, jeder in seiner und gemeinsam in unserer eigenen Art und Weise in den Tag hinein. 

Wir schmieden Pläne, aber wir leben unser Leben. Wir machen alles möglich was möglich zu machen ist und trauern nichts hinterher, was sich anders ergibt. 

Wir leben nach dem Motto: Wenn ich jetzt umfalle und tot bin, dann feiert ein Fest, denn ich hatte ein geiles Leben. 

LG Mata

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Kommentar von Buddhishi
09.02.2017, 23:40

Mein tief empfundenes Mitgefühl für Dich und Deinen Mann. Ich habe Achtung und Respekt vor Euch und wünsche Euch weiterhin die Stärke zu diesem doch auch wundervollen gemeinsamen Leben. Ich weiß aus eigenem Erleben, wie schwer das sein kann und wie bewunderswert es ist, dass Ihr das gemeinsam 'gewuppt' habt.

Für Deine Offenheit und Deinen Mut, das alles hier zu schreiben, uns daran teilhaben zu lassen gebührt Dir ein großes Lob! ***

Weiterhin alles Liebe und Gute für Euch

wünscht Buddhishi

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Das Sterben und der Tod sind in unserer Gesellschaft eher ein Tabuthema, was wohl für uns alle eher ungünstig ist, denn so wie es aussieht, also mal nüchtern betrachtet, ist der Tod das Ziel des Lebens.

Aber ja, ich mache mir schon immer wieder Gedanken über den und meinen Tod, über das und mein Ableben. Das ist mir wichtig und je mehr ich mich damit beschäftige, umso besser geht es mir im Leben und mit diesem Thema.
Generell finde ich es besser, sich unangenehmen und beängstigenden Themen besser bewusst und freiwillig zu stellen, als sie zu verdrängen.
Auch das Älter- bwz. Altwerden versuchen zu vertuschen (Schönheits-Op, Faltencreme, Kindisch-sein, ....) ist mir ne Nummer zu lächerlich.

Also wenn ich die Menschen diesbezüglich so beobachte, möchte ich fast meinen, sie glauben gar nicht an ihren eigenen Tod.  ;-)
"Wo wollen Sie sterben?: In der Klinik oder zu Hause"?
"Naja, wenn schon, dann zu Hause".  ;-)

Ich finde immer, dass in meinem Leben, also während ich lebe, schon Sterben und der Tod ständige Begleiter sind. Hier natürlich nicht der letzte, sondern so kleine Tode. Wie z.B. wenn Altes  geht, Neues kommt. Wenn Zeit vergeht. Mir kommt es so vor, als könnte ich nur mit diesen Veränderungen und Toden wirklich lebendig leben und bleiben, denn ohne Änderungen und diesem Stirb- und Werde Prinzip bliebe ich ja ständig auf der Stelle, gäbe es keine Entwicklung. Das Neue weht mir den Wind des Lebendigen um die Nase, das Alte stinkende Winde nur.
Wenn ich mit dem Leben sterben will, kann ich mich im Sterben schon mal üben, im Kleinen natürlich, und dabei lebendig bleiben.

Dem Aufstieg des Lebens (erste Lebenshälfte) billigen wir Ziel und Sinn zu, warum nicht dem Abstieg?
Das Zuendegehen muss nicht nur ein sinnloses ins Grab fallen sein.

Sei mutig und schau ihn an!, den Tod, sage ich zu dir.

Hermann Hesse lässt am Beispiel eines sehr bewussten Selbstmords das gewaltige Drama des Todes, soweit das literarisch überhaupt möglich ist, vor unserem inneren Auge entstehen: in "Klein und Wagner".

Er schreibt dabei für mich sehr sehr Tröstendes:

Und darum gab es nur Eine Kunst, nur Eine Lehre, nur Ein Geheimnis: sich fallen lassen, sich nicht gegen Gottes Willen sträuben, sich an nichts klammern, nicht an Gut und Böse.
Dann war man erlöst, dann war man frei von Leid, frei von Angst, nur dann.

Ein von weit her angereister Anhänger sah bestürzt, dass der Rabbi in einem äußerst kargen Zimmer, ausgestattet nur mit einem Bett, einem Tisch und einem Stuhl, lebte.
"Rabbi, wo ist denn Ihre Einrichtung?" fragte der besorgte Gast.
"Wo ist denn die Ihre?" entgegnete der fromme Mann.
"Meine? Aber ich bin doch nur auf Besuch hier, ich bin auf der Durchreise", erwiderte der Besucher.
"Genau wie ich!", sagte der Rabbi.

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Da denke ich nicht dran. Wenn der Herr sagt "Mein Freund es ist Zeit das du anderen Platz machst" dann ist das so. Deshalb möglichst so leben als wäre der nächste Tag der Letzte.

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Wollen ist gut. Da man ja nicht gefragt wird, gibt es nicht unbedingt gangbare Alternativen. Es ist eine Tatsache, dass wir alle diesen Weg gehen werden.

Vorläufig -  auch wenn die Leute, die ich gut gekannt habe, immer mehr werden auf dem Friedhof - denk ich wenig bis gar nicht daran. Ich lebe jetzt. 

Tot sein kommt dann später. Wenn es so weit ist, werd' ich es wohl bemerken.

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Ich bin da derselben Meinung wie Epikur:


"Ferner gewöhne Dich an den Gedanken, daß der Tod für uns ein Nichts ist. Beruht doch alles Gute und alles Üble nur auf Empfindung, der Tod aber ist Aufhebung der Empfindung. Darum macht die Erkenntnis, daß der Tod ein Nichts ist, uns das vergängliche Leben erst köstlich. Dieses Wissen hebt natürlich die zeitliche Grenze unseres Daseins nicht auf, aber es nimmt uns das Verlangen, unsterblich zu sein, denn wer eingesehen hat, daß am Nichtleben gar nichts Schreckliches ist, den kann auch am Leben nichts schrecken. Sagt aber einer, er fürchte den Tod ja nicht deshalb, weil er Leid bringt, wenn er da ist, sondern weil sein Bevorstehen schon schmerzlich sei, der ist ein Tor; denn es ist doch Unsinn, daß etwas, dessen Vorhandensein uns nicht beunruhigen kann, uns dennoch Leid bereiten soll, weil und solange es nur erwartet wird!

So ist also der Tod, das schrecklichste der Übel, für uns ein Nichts: Solange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Folglich betrifft er weder die Lebenden noch die Gestorbenen, denn wo jene sind, ist er nicht, und diese sind ja überhaupt nicht mehr da. "


http://www.uni-hildesheim.de/~stegmann/epikur.htm

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Kommentar von Beutelkind
09.02.2017, 21:29

"...und diese sind ja überhaupt nicht mehr da..."

Woher will der Mann das so genau wissen?! Er war ja noch da, als er dies postulierte?

Meine Mutter starb und es dauerte eine ganze Weile, bis sie wirklich weg war...^^

...Okay, das führt jetzt zu weit! :)

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Ab und zu schon - aber dann denk ich mir, das ist der Lauf des Lebens. Und wer weiß wie's kommt - mein Vater wurde nicht mal 50. Das wichtigste ist meiner Meinung nach, zu versuchen , ein Leben zu führen, dass man am Ende nicht bereut.

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Kommentar von jestico8776
09.02.2017, 19:28

Ich hab in den letzten 3 Jahren Opa, dann Oma dann noch ein Opa verloren. Wenn dann kommts immer ganz dick wenn man das so salopp sagen darf

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Kommentar von amdros
09.02.2017, 21:36

ein Leben zu führen, dass man am Ende nicht bereut.

....leider hat man nicht immer DEN Einfluß darauf, er wird einem verweigert!

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Oh je..Gedanken nicht unbedingt aber sicher die Feststellung treffen müssen, daß mir nicht mehr allzu viel Zeit bleibt bis dahin..schlimmer Gedanke aber..ich hoffe, deine Frage wiederholt sich nicht ständig und ruft es mir immer wieder ins Gedächtnis ;-))

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Kommentar von quietscheratsch
09.02.2017, 19:32

Nun fühle ich mich gleich wieder jünger ... ;D

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Ja ich seh mich jeden Tag damit konfrontiert. Mein Mann hat ein Bronchialkarzinom, das jetzt zwar Ruhe gibt aber wie lange weiß kein Mensch. Aber das ist das Leben. Kinder werden geboren, Menschen sterben. Das ist der Lauf des Lebens.

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Ich habe sogar einen Jahrtausendwechsel erlebt. Und das genügt mir vollkommen. 

Ich will gar nicht so alt werden. Und lebe bis dahin bewusst und erfüllt. 

Nein, ich mache mir keine Gedanken um den Tod. Der wird sicher irgendwann kommen. Aber bis dahin versuche ich, glücklich zu leben. 

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Kommentar von jestico8776
10.02.2017, 09:06

Wie bist du jetzt noch auf meine Frage gekommen, die müsste doch schon längst in den Weiten des GF Archivs verschwunden sein?!

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Früher habe ich mir nie Gedanken darum gemacht, aber in letzter Zeit sind in meinem Umfeld viele Menschen verstorben oder schwer erkrankt und das sind nicht unbedingt alles ältere Menschen.

Dann wird man schon nachdenklicher und erst jetzt merkt man, was man im Leben versäumt hat, was sinnvoll und was sinnlos war und ist.

Ich sehe jetzt einige Dinge anders......

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Ab und zu schon. Ist normal. Je älter man wird. Ich würde dem aber nicht zu viel Raum schenken. 

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In deinem Alter habe ich noch nicht daran gedacht.
Aber jetzt, wo ich sich im Alter immer mehr Zipperlein einstellen, kommen solche Gedanken schon auf.
Es beunruhigt mich aber nicht. Wenn es soweit ist, werde ich auf die „Schippe“ springen müssen. Ich kann es nicht beeinflussen.

LG Lazarius

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Ich geb.2000 mach mir abundan gedanken übers Leben oder nicht mehr leben ...im Jahr 2080 bin Ich wenn alles gut geht 80 ...und klar wir haben erst 17 aber wenn man sich vorstellt knapp 16 anhalb jahre Leb Ich schon ...die gingen doch schnell rum ...und eigentlich wäre es mir Egal wie alt Ich werde solange Ich nicht ohne guten Grund davon ziehe ....

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Kommentar von jestico8776
09.02.2017, 19:31

Die Zeit vergeht wie im Flug, noch bist du 16 doch im Handumdrehen bist du schon wieder 30, dann 40 usw. du wirst dich noch wundern wie schnell das vorbei geht/ ging, also immer schön aus den Vollen schöpfen, bevor du bereust es nicht getan zu haben^^

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Ich bin Baujahr 55, und wenn ich die Anzeigen so in der Zeitung lese dann kommen die Einschläge schon sehr nahe. Einer hat mich im vorigen Jahr schwer getroffen, aber es geht weiter.

Wenn ich so feststelle, wer aus meinem gleichaltrigen Umfeld schon so alles fehlt, dann wird es langsam ernst. Also geniessen wir das Leben noch bevor der Schreiner Maß nimmt!

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Kommentar von jestico8776
09.02.2017, 21:27

Jo, halt die Ohren steif

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Hallo Jestico8776,

diese Gedanken beschäftigen wohl jeden Menschen irgendwann einmal. Empfinden dabei? Das Leben ist endlich, also:

GENIESSE JEDEN MOMENT; JEDEN TAG; ALS KÖNNTE ES DEIN LETZTER SEIN :)

Leben im Hier und Jetzt, dann braucht man am Ende nichts zu bereuen. Frei nach Edith Piaf:

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Kommentar von jestico8776
10.02.2017, 08:14

Was singt diese Frau, ich bin kein Franzose nebenbei bemerkt,

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Ja, ich denke öfters über mein Ableben nach. Seit mein Vater verschied ist der Tod für mich etwas persönlicher geworden.

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Kommentar von jestico8776
10.02.2017, 08:34

Hab vor 5 Jahren am Totenbett von meinem Opa gestanden, da war er kurz davor erst gestorben. Kann es bis heute nicht richtig beschreiben, da auf einmal meinen toten Opa liegen zu sehen, den ich über 30 Jahre fast jeden Tag sah und mit ihm redete usw eine überwältigende Erfahrung war es allemal. 

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Ich denke auch manchmal an den Tod. Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, ich bin Christ. Ich habe keine große Angst vor dem Tod.

Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und
ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf
mein Profil gehen.

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Wir alle werden sterben. Das ist die einzige absolute Gewissheit in unser aller Leben.

Zu viele Gedanken soll man sich nicht darum machen. Sonst vergisst man zu leben.

Je älter man wird, umso mehr Tote werden betrauert.

Es ist eben so. Ich wünsche mir und meinen Lieben einen gnädigen Tod ohne Schmerzen und Leiden.

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"Zeit haben" ist relativ!

Vor zwölf (!) Jahren prophezeite mir ein "Arzt" vor einer anstehenden Operation: "Wenn Sie so weiter machen, sind sie in einem Jahr tot!"

Ich suchte mir einen Arzt, welcher mir gut tut. Ich rauchte weiter.
Es geht mir gut. So kann es bleiben. Bis es endet...^^

Queen - Who Wants To Live Forever - (Highlander)



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Kommentar von Buddhishi
09.02.2017, 21:54

Es kann nur einen wie Dich geben! :))

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Ich bin 1980er Baujahr und fühle mich dank Deiner Frage nun richtig alt. Unterlasse sowas bitte zukünftig :)

Zu Deiner Frage: Ich hätte gern noch paar Jahre auf meinem Zeitkonto und mag meinen Löffel noch nicht abgeben.

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Kommentar von jestico8776
09.02.2017, 19:26

Bin doch auch 80 geboren, also bleib mal locker^^

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Kommentar von Buddhishi
09.02.2017, 21:55

Bj 80 - Du Küken ;)

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