Wer widerlegte die Katastrophentheorie von Georges Cuvier?

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2 Antworten

Das siehst du völlig richtig. Seine Theorie besagt ja im Prinzip, daß etwas erst neu geschaffen werden kann, wenn das Alte verschwindet. Cuvier hat die Evolutionstheorie abgelehnt und begründete dies u.a. auch auf die Existenz von Fossilien. Charles Darvin versuchte es als erstes, dies durch seine Evolutionstheorie zu widerlegen (die ja nun auch wiederum umstritten ist).

LorinaPalina 31.10.2013, 16:31

Also hat Darwin die Katastrophentheorie mit seiner Evolutionstheorie widerlegt? Aber in meinem Vortrag kann ich das ja auch mit der Wissenschaft belegen? Weil die ja nun auch irgendwie zu dem Schluss gekommen ist, dass diese "Eine Art stirbt aus und Gott setzt ne neue hin" Sache nicht so ganz richtig ist oder?

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Ist die Theorie denn widerlegt?

Auf Wikipedia stellt sich das ein bisschen anders dar: https://de.wikipedia.org/wiki/Kataklysmentheorie

Die Legende, Cuvier habe nach jeder Katastrophe eine Neuschöpfung durch Gott postuliert, wurde von seinem Gegner, dem britischen Geologen Charles Lyell (1797–1875), verbreitet.

Stattdessen war wohl seine Annahme, dass nach Katastrophen:

..... aus den verbliebenen Arten in darauf folgenden Phasen neues Leben entstanden sei.

Alternativ sei neues Leben aus anderen Gebieten in zerstörten Gebiete eingewandert.

Vieles von dem, was Cuvier angenommen hat, hört sich eigentlich ganz vernünftig an. Da er vor "Die Entstehung der Arten" (1859) lebte, kann er natürlich vieles noch nicht bedacht und gewusst haben.

Beispielsweise heißt es:

Cuvier schloss sich dem Linnéschen Speziesbegriff an. Die einzelnen Arten sind bei ihm unabhängig voneinander erschaffen worden und unveränderlich. Er war ein Gegner der Lamarckschen Deszendenzlehre (Abstammungslehre) und der Theorie von der Vererbbarkeit erworbener Merkmale. Er vertritt somit konsequent das Prinzip der Artkonstanz.

Die Artkonstanz wurde durch Charles Darwin widerlegt, eigentlich sogar schon durch Vorgänger wie Lamarck. Wenn du so willst, dann wurden Kernvorstellungen von Cuvier, nämlich dass die Arten im Wesentlichen konstant sind, manchmal bei Katastrophen zugrunde gehen, um dann auf irgendeine Weise in anderer Form wieder zu entstehen (durch welchen Mechanismus auch immer), durch Darwins Evolutionstheorie widerlegt.

Lamarck glaubte an die Vererbbarkeit erworbener Eigenschaften, Darwin im Grunde auch. Heute weiß man, dass eine solche bei Genen aus informationstheoretischen Gründen nicht möglich ist, damals war das allerdings schwer zu durchschauen. Cuvier lehnte gemäß Wikipedia eine Vererbbarkeit erworbener Eigenschaften ab. Es war unter solchen Umständen und ohne Evolutionstheorie schwer, die damaligen Beobachtungsdaten schlüssig zu interpretieren. Man sollte deshalb nicht zu hart mit ihm ins Gericht gehen.

Das heißt doch, das Cuvier der Meinung war, die Evolution ist Schwachsinn richtig?

Georges Cuvier (1769–1832). Evolutionstheorie: 1859

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