wer weiß etwas über Menschen beißende Fische im Mittelmeer in Strandnähe?

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1 Antwort

Hej schleierflosse,

Du hast sicherlich die Frage von Herbert (= @HerbertLan) vom 12.10.2012 und meine Antworten dazu gelesen. Darin handelte es sich um den Großen Geißbrassen (Diplodus sargus), eine Meerbrassenart (silbrig, senkrechte gräuliche Streifen, schwarzer Fleck an der Schwanzwurzel).

Du kannst das unter dem folgenden Link noch einmal nachlesen:

http://www.gutefrage.net/frage/beiisende-bzw-knabbernde-fische-im-mittelmeer-hier-kreta#answer54848253

Du schreibst, dass die von Dir gesehenen Fische hingegen eher hell (beige/gelb?) waren und direkt vor der Schwanzflosse einen schwarzen Streifen hatten. Du meinst also, dass es nicht die o. a. Art war? Oder könnten die Lichtverhältnisse diese beige/gebliche Färbung hervorgerufen haben?

Wenn dem nicht so ist, hatten diese Fische dann noch andere Zeichnungen und lief der schwarze Streifen rund um die Schwanzwurzel oder wie ein (ggf. kleiner) Strich von dort entlang der Seitenlinie?

Ich bin gespannt auf Deine Antwort.

Liebe Grüße

Achim

Vielen Dank für deine Antwort, Achim; habe leider gerade keine Zeit, gehe später mal darauf ein!

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@schleierflosse

Hi, Achim, jetzt hatte ich endlich Zeit deinen angegebenen Link durchzulesen. Ich kannte ihn vorher noch nicht (hatte wohl zuerst etwas innerhalb einer Hotelbewertung gelesen). Herberts und deine Beiträge waren sehr interessant für mich, wobei ich mich bei Fischen echt überhaupt nicht auskenne - aber dafür war ich schon um so häufiger im Mittelmeer baden ;) und hatte noch nie irgendetwas von beißenden kleinen Fischen in Strandnähe gehört oder gespürt. Du kannst natürlich recht haben, dass die Lichtverhältnisse eine andere Färbung hervorgerufen haben. Das Bild der juvenilen Geißbrasse könnte durchaus evtl. einen "meiner" Fische darstellen, wobei ich echt absoluter Laie bin und vielleicht nicht den richtigen Blick dafür habe. Hast du denn eine Ahnung, warum solche Fische Menschen beißen? Wie lange gibt es dieses Phänomen denn schon? Weißt du das? Für mich und viele andere Hotelgäste war es auf jeden Fall ziemlich neu und auch nicht nur witzig;/. Vielen Dank für deine Antwort! LG.

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@schleierflosse

Guten Morgen Schleierflosse,

vorab als Ergänzung zu meinem ersten Beitrag:

Die Färbung eines Fisches kann auch in Abhängigkeit u. a. von der Umgebung und seinem Befinden sowie während der Laichzeit variieren.

@Luuux vermutete ja aufgrund Deiner Beschreibung, dass es sich bei „Deinen“ Fischen um Kangalfische, eigentlich Rötliche Saugbarbe (Garra rufa), gehandelt hätte, da diese bekannt sind für das Herumknabbern an menschlichen Extremitäten bekannt sind. Allerdings handelt es sich bei ihnen um eine Süßwasserfischart.

Garra rufa kommt natürlicherweise in durchschnittlich 35 °C warmen, sehr nährstoffarmen Gewässern vor. Evolutionsbedingt hat sich diese Art an ein weites Nahrungsspektrum angepasst und zeigt bei der Nahrungssuche ein sehr hohes Aktivitätspotential. Diese Fische saugen und knabbern eigentlich an allem herum. Schnecken werden bisweilen die Gehäusedeckel abgeknabbert und letztendlich gefressen und sie folgen zumindest in Hälterungen auch trächtigen Weibchen, um beim Laichen an die Eier heranzukommen. Diese Fische haben eine äußerst geringe Scheu, auch vor Menschen, und wenn man solch ein Fischchen in die Hand nimmt, kommt es nach kurzer Zeit wieder zurück.

Letzteres trifft auf Meerbrassen (Sparidae), zu denen der von mir genannte Große Geißbrasse (Diplodus sargus) zählt, nicht zu. In dieser Gattung, die im Mittelmeer mit 24 Arten vertreten ist, finden sich Allesfresser, reine Pflanzenfresser und carnivore (fleischfressende) Vertreter, die meist hartschalige Beute, wie Muscheln, Schnecken und Krebse fressen. Die verschiedenen Arten haben entsprechend ihrer Ernährungsweise spezialisierte Zähne. Die Kieferzähne sind in Anpassung an die Ernährungsweise als Schneide-, Fang- oder Mahlzähne ausgebildet.

de.wikipedia.org/wiki/Meerbrassen

Allerdings sind diese Artensehr gut in der Lage, sich an das vorhandene Nahrungsangebot anzupassen und auch auf nicht bevorzugtes oder sogar untypisches Futter zuzugreifen, wenn es zu dessen Verknappung kommt.

Der Große Geißbrasse (Diplodus sargus) wie auch der Brandbrasse (Oblada melanura)grasen als Jungfische im Schwarm bevorzugt Krebstieren und Zooplankton von Felsen an steinigen Küsten ab. Wenn sie aber aufgrund von Nahrungsmangel dort keine geeignete Nahrung in ausreichendem Maße finden, weichen sie bei der Suche auch an sandige Küsten aus, wo ihr Nahrungsangebot allerdings noch geringer ist. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ein Schwarm solcher hungriger Jungfische z. B. auch an den Beinen von Menschen knabbert.

eol.org/pages/994848/entries/44701975/overview

Liebe Grüße

Achim

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@DerandereAchim

Wow! Super ausführliche und genaue Antwort! Vielen Dank! Dann nehme ich an, dass deine Beschreibung wohl auf diesen Fisch zutrifft. Das nächste Mal versuche ich ein gutes Foto von ihnen zu schießen ;)

Liebe Grüße! Sf

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@schleierflosse

ich würde jetzt gerne DIESEN Kommentar von dir als hilfreichste Antwort auszeichnen - aber das geht wohl nicht? Nur immer die ersten Antworten, die man gibt? Schade!

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@schleierflosse

Hej SF,

Deine Beschreibung des Fisch passt auch zum Brandbrasse (siehe oben). Das habe ich heute morgen leider nicht deutlich hervorgehoben. Deswegen wäre ein Foto sehr hilfreich.

eol.org/pages/994848/entries/44701975/overview

Allerdings tritt eher der Große Geißbrasse in Strandnähe auf und da auch @HerbertLan diese Art als einen "Knabberer" erkannt hatte, erscheint es mir wahrscheinlicher, dass er es auch in Deinem Fall war.

en.wikipedia.org/wiki/Sargo

Liebe Grüße,

Achim

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@schleierflosse

Hallo Sf,

meine Antwort besteht aus der Gesamtheit der Einzelbeiträge. Ohne unseren Dialog wären wir nicht so weit gekommen. In dieser Form würde er auch bei einer Bewertung dargestellt.

Nochmals liebe Grüße,

Achim

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