Wer waren die vorfahren der germanen?

7 Antworten

Die Germanen sind in einem vielfältigen Prozess der Ethnogenese entstanden. Dabei darf man sich nicht vorstellen, dass es sich dabei um ein Volk gehandelt hat.

Zwischen Alpen und den Küsten der Nord- und Ostsee, zwischen Rhein und Weichsel hat die archäologische Forschung verschiedene Kulturgruppen der frühen Eisenzeit in Mitteleuropa festgestellt die sich an ihren Rändern, dort wo sie auf die keltische Latene-Kultur stießen, nicht scharf trennen lassen. Noch heute streitet man sich, ob die Kulturen zwischen dem Nordrand der deutschen Mittelgebirge, dem Unterrhein und der Weser keltisch oder germanisch waren. Östlich davon liegt die Jastorf-Kultur, die allgemein den späteren Germanen zugeordnet wird. In Jütland und Südskandinavien liegt eine Kulturprovinz mit starken Bezügen zur Jastorf-Kultur.

Zwischen Oder und Weichsel ist es etwas komplizierter. So lässt sich die Lausitzer Kultur nicht konkret zuordnen. Sicher ist nur, dass diese Kultur an der Bildung der baltischen, slawischen, illyrischen und im Oderbereich auch germanischen Stämme beteiligt war für die später (ab 1. Jh. v. u. Z. ) auch Beziehungen zu Skandinavien und Jütland nachgewiesen wurden.

Bei dieser Ethnogenese der späteren germanisch genannten Stämme haben wir es also mit vielen Einflüssen zu tun wie äußere durch Einwirkung fremder Kulturen, innere (z. B. Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit) und auch durch Migrationsprozesse (Zuwanderung/Eroberung aus Skandinavien).

Die so entstandenen Stämme sahen sich selbst nicht als Germanen, das war eine Fremdbezeichnung, die nur nach sehr willkürlich festgelegten Kriterien ihrer Nachbarn (Kelten und Römer) verwendet wurde.

Du siehst, für die Vorfahren, der späteren Germanen haben wir gar keine Namen.

Geht man noch weiter zurück in der Zeit, spricht man von "Indogermanen".

https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanen

Die heute favorisierte These zur Ausbreitung ist die Kurgan-Hypothese. In Gebieten nördlich und östlich des Schwarzen Meeres entstand wahrscheinlich die indogermanische Ursprache. Von dort breitete sich diese nach Westen und nach Osten aus.

Der östliche Zweig wird vor allem durch die indo-iranischen Sprachen repräsentiert, dazu gehören heute unter anderem Farsi (Persisch) und Hindi (was in Nordindien gesprochen wird), und viele andere Sprachen bis nach Bangladesch (Bengali) und Myan Mar (die Rohingya sprechen eine Variante von Bengali, und unterscheiden sich damit sprachlich deutlich von der burmesisch-sprachigen Mehrheit in Myan Mar).

Der westliche Zweig spaltete sich in mehrere Gruppen auf, unter anderem Slawisch, Baltisch, Italisch (später entstand das Latein daraus), Keltisch und Germanisch. Auch Griechisch, Armenisch und das heute ausgestorbene Hethitisch gehören/gehörten dazu.

Natürlich lebten schon lange vor den Indogermanen Menschen in Mitteleuropa. Diese tragen keine prägnanten Bezeichnungen (es ist nicht bekannt, wie sie sich selber nannten), eher werden alte Kulturen nach bestimmten archäologischen Funden (z.B. Keramiken) benannt oder nach Fundorten und Fundzusammenhängen. Die Menschen, die Stonehenge erbauten, waren z.B. keine Indogermanen.

 

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Ein Kurgan ist ein Hügelgrab, man findet sie u.a. in Osteuropa.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurgan_(Grabh%C3%BCgel)

Auch die Römer errichteten Hügelgräber (manche kann man auch in Süd- und Westdeutschland sehen). Auch keltische und germanische Grabhügel gibt es.

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@OlliBjoern

Eine ganz andere Art der Bestattung von Toten findet man bei megalithischen Kulturen, wie z.B. auf Menorca.

Eine "Naveta" ist ein schiffsförmiges Steingewölbe. In der Naveta des Tudons fand man Skelette von ca. 100 Menschen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Naveta

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Die "Germanen" sind keine Abstammungsgemeinschaft oder gar eine Nation mit einer einheitlichen Kultur, Fahne etc. "Germanisch" gibt es nur als Sprache. Und die Sprache ist eine Verzweigung der indoarischen Sprache, die mehrere tausend Jahre vor Christus etwa aus Richtung Ukraine nach Europa gekommen ist.

Caesar hat pauschal alle Stämme, die auf der anderen Seite des Rheins lebten, "Germanen" genannt. Danach richtet sich auch die Bezeichnung der germanischen Ursprache.

Wir wissen heute aber nicht wirklich, ob diese Stämme alle irgend etwas gemein hatten. Nichtmal die germanische Sprache ist für sie alle sicher.

Die Bezeichnung "Germanen" ist genauso viel sagend, wie wenn ich auf die Idee käme, alle Menschen, die auf der von mir anderen (westlichen) Seite der Elbe leben, "Elbianer" zu nennen. Gleich, ob sie sich selbst als Deutsche, Franzosen, Spanier etc. sehen. Und "Elbianisch" wäre dann die Sprache, die die nächst angetroffenen (Deutschen) sprechen. Die aber für die Franzosen usw. eine Fremdsprache wäre.

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