Wer war Theodosius der Große?

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2 Antworten

Theodosius war vom Kaiser des Westreiches Gratian 376 eingesetzt worden, zunächst nur als Heermeister, er wurde dann 379 als Augustus anerkannt.Sein Aufgabenbereich war die Verwaltung und der militärische Schutz Ostroms.

Das römische Reich ist im zeitgenössisch-antiken Staatsrecht niemals anders denn als Einheit gesehen worden. Die Trennung zwischen West- und Ostrom ist eine Konstruktion der modernen Historiker, die die ganze historische Entwicklung des römischen Reiches vor Augen hatten. Für die Zeitgenossen repräsentierten beide Kaiser, Gratian und Theodosius, das Reich, sie waren immer, wo sie sich auch aufhielten, regierende Kaiser, im Westen nicht weniger als im Osten, also überall Herrscher und zuständig. Sie gaben gemeinsam Gesetze, alle Gesetze waren im ganzen Reich in Kraft. Im Grunde teilten sich die Kaiser seit Diokletian nur die gemeinsame Aufgabe insbesondere der Reichsverteidigung aus praktischen Gründen auf, weil ein Kaiser nicht zugleich an mehreren Kriegsschauplätzen den Oberbefehl führen konnte. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts gab es vier Kaiser, später dann meist nur noch zwei. Aber es waren keine Reichsteile aus eigenem Recht!

War Theodosius der letzte Kaiser des ganzen römischen Reiches? Nein. Z. B. war nach der Ermordung Valentinians III. 455 n. Chr. der Ostkaiser Markian I. der einzige legitime Kaiser im ganzen Reich. Dabei blieb es eigentlich, auch wenn es im Westen eine ganze Anzahl an Usurpatoren gegeben hat. Der letzte römische Kaiser, der auch noch im europäischen Teil Westroms Macht ausüben konnte, war Kaiser Justinian I. (527-565 n. Chr.), vielleicht noch für wenige Jahre sein Nachfolger Justin II. (565-578 n. Chr.). Die seitdem in Byzanz aufrecht erhaltene Fiktion, der einzige legitime Kaiser im ganzen römischen Reich zu sein, durchbrachen erst im Jahre 800 der Papst und der Franke Karl. Seitdem gab es auch in Westrom wieder einen Kaiser, jedoch arbeiteten diese nicht, wie ehemals die römischen Kaiser, zusammen. Die Kaiser im west- wie im oströmischen Reich nach 800 waren sich bewusst, dass sie in zwei getrennten Reichen herrschten.

MfG

Arnold      




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Kommentar von DrSchmitt
01.04.2016, 11:24

Trotzdem wurde auch die Staatskasse in zwei Hälften geteilt, was den ärmeren Westen stark belastete, da er nicht mehr auf die Steuereinnahmen des Westens zählen konnte.

Auch die Armee wurde getrennt, und das Heer des Westens war um einigen schwächer als die des Ostens. 

Kurzum: Die Trennung verlief zuungunsten des Westens und beschleunigte dessen Untergang. Theodosius trug daran die Hauptschuld.

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Theodosius war der letzte Kaiser, der über das gesamte Reich herrschte.

Eigentlich war er zunächst nur Kaiser des Ostens (379-395), jedoch war er für einige Monate 394 Kaiser des gesamten Reiches, da im Westen Unruhen und Revolten Herrschten.  Vorher war das Reich schon durch Valentinian (Kaiser 364-375) vorläufig geteilt worden, nach Theodosius Tod dann endgültig (395).

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