Wer war schuld, dass die Nazis den 2. Weltkrieg nicht gewonnen haben?

21 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Salue Gunar

Es ist von all den Punkten, die Du genannt hast, ein wenig.

Der aller grösste Fehler war wohl, dass Hitler und sein gesamter Generalstab die Russen mit Ihrem unendlichen "Menschenvorrat" unterschätzt haben.  

Ein "Blitzkrieg" war schon im Voraus zum Scheitern verurteilt, weil die Nachschublinien schlicht zu lang waren.

Hitler hätte sich ein wenig mehr mit der Geschichte Napoleons vertraut machen müssen.  

Eigentlich müssen wir dankbar dafür sein, eine "EU" unter des Führers Regie wäre der absolute Super-Gau gewesen.

Es grüsst Dich

Tellensohn

Was wäre, wenn…lässt sich nur mit Spekulationen beantworten. Krieg ist eine chaotische Veranstaltung und da können kleinste Ursachen größte Wirkungen entfalten. Letztlich sind es immer viele Ursachen, die zusammen bestimmte Wirkungen erzeugen.

An der Technologie lags nicht. Deutschland war sowohl zu Beginn als auch zum Ende des Krieges den Aliierten weit überlegen.

Am Größenwahn lags auch nicht. Nicht wenige haben weltweit die Stärke der Wehrmacht so hoch eingeschätzt, dass sie von einem Sieg Deutschlands ausgingen. Charles Lindbergh oder der englische (Ex-)König Edward VIII wären als prominente Beispiel zu nennen.

Es hat am Ende ja auch nicht viel gefehlt. Bis Moskau waren es nur noch ein paar Kilometer. England war durch den Ubootkrieg auch kurz vor dem Zusammenbruch.

Ganz entscheidend war der selbe Fehler, der schon im WK 1 gemacht wurde. Die deutsche Generalität hat im Gegensatz zur amerikanischen die Bedeutung von Versorgung und Logistik unterschätzt. Vor Stalingrad und Moskau ging der Wehrmacht die Versorgung aus. Ohne Nahrung, Kleidung, Waffen und Munition ist kein Krieg zu gewinnen. Mangelnde Ressourcen und Produktionskapazität führten auch dazu, dass Waffen, mit denen man den Krieg hätte gut gewinnen können, nicht in ausreichender Zahl produziert werden konnten. Beispiele wären Uboot Typ XXI oder die Me 262. Damit hätte man die Herrschaft auf See und in der Luft erringen können, die für eine reibungslose Versorgung unbedingt notwendig sind.

Die Amis sind nicht deswegen überall durchmarschiert, weil sie besser oder mutiger waren. Die hatten einfach nur Material und Nachschub ohne Ende.

Verstärkt wurden die Probleme durch krasse Fehlentscheidungen Hitlers. So hätte man die Armeen vor Moskau oder Stalingrad nicht dort verrecken lassen sollen sondern sie so weit zurückziehen, dass sie versorgt werden können.
1941 war die Me 262 serienreif. Die hätte locker die Luftherrschaft sogar gegen die amerikanische P51 gewonnen. Hitler wollte aber keinen Jäger sondern einen Bomber. Irgendwie hatte er da nen ziemlichen Schaden, dass ihm kaputt machen stets über alles andere ging. So dauerten die weiteren Entwicklungen bis 1943. Da hatten die Bomber aber schon alle oberirdischen Fabriken zerstört und das Eingraben in die Berge verschlang Unmengen an Material und Zeit. Die Amis produzierten derweil ungestört in Masse. Und ob ein Zweifrontenkrieg versorgunstechnisch ideal ist, darf auch bezweifelt werden. Andererseits musste die Wehrmacht irgendwie ans kaspische Öl kommen.

Aber hätte das alles auch was genutzt? Die Amis hatten 1945 immerhin die Atombombe. Andererseits kann man fragen, wie sie die ohne Luftherrschaft hätten ins Ziel bringen wollen.



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An der Technologie lags nicht. Deutschland war sowohl zu Beginn als auch zum Ende des Krieges den Aliierten weit überlegen.

Was ein Nonsens.

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@Agentpony

Und genau deswegen haben sowohl die Amis als auch die Russen Jagd auf die deutschen Wissenschaftler und Ingenieure sowie deren Maschinen gemacht, um sich deren Wissen anzueignen und dadurch aufzuholen. Insofern ist deine Bemerkung haltlos und unbegründet.

Nur einige wenige Beispiele:

Düsenjäger, Horton Nurflügler (die gesamte Aerodynamik der Nachkriegszeit beruhte auf den deutschen Forschungsergebnissen), Smartbombs, Raketen, Lenkflugkörper, Uboote Typ XXI, Glocke sowie einiges anderes.

Vor dem Krieg war Deutschland die führende Wissenschaftsnation weltweit und die internationale Wissenschaftssprache war Deutsch.

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@Hamburger02

Die Aussage war "[technologisch] haushoch überlegen". Ein paar Kirschen aus der verfügbaren Masse der Technologie zu lesen, kann jeder. Aber das läuft so nicht. Technologie sind nicht nicht nur die sexy Wunderwaffenprojekte. Technologie ist auch die praktische Umsetzbarkeit, und Dinge, die mehr als nur eine Verwendbarkeit haben. Und keine einzige Technologie aus dem 2WK hatte das Potential, für sich genommen was am Status Quo zu ändern - mit Ausnahme der Atombombe, und da waren die Deutschen auch weit entfernt.

Ein Düsenjäger bringt nicht viel, wenn er superempfindlich ist und die meiste Zeit in der Wartung verbringt. Ein superschwerer Panzer bringt nicht viel, wenn er alleine beim Geradeausfahren seine Antriebsritzel buchstäblich zerreisst, und den Sprit schneller verbraucht, als er nachgetragen werden kann. Das schönste Feuerleitradar der Bismarck bringt nix, wenn die Flugabwehr unterirdisch ist. Ein tolles UBoot bringt nix, wenn die gesamte Masse der Ubootwaffe keine Chance hat, die Logistik des Feindes zu unterbrechen. Auch Nachschub ist eine Wissenschaft.

Die deutsche Fahrzeugdurchdringung war schlecht, die Radartechnologie unterlegen, der Computereinsatz Mangelhaft, die Massenproduktion eine Generation hinter den Gegnern. Man war auch nicht in der Lage, einen einzigen ordentlichen schweren Bomber zuwege zu bringen - eine Waffe, die einen direkten Einfluss auf das strategische Geschehen hat.

Weißt du, was die vielleicht intelligentesten deutschen Kriegserfindungen sind? Der heute noch als "Jerrycan" verbreitete deutsche Benzinkanister, und der deutsche Stahlhelm.

Kurzum - klar war Deutschland vorne dabei und Wegbereiter in so einigen Technikfeldern. Aber seine Aussage auf einem derart kleinen Ausschnitt fussen zu lassen, ist naiv.

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@Agentpony

Da irrst du gewaltig und unterscheidest nicht zwischen Technologie und praktischer Umsetzung. Dass es an praktischer Umsetzung mangelte, habe ich ja bereits geschrieben. Das nicht zu trennen, ist naiv.

Speziell betreffs der neuen Uboote stellten selbst die Aliierten, allen voran Churchil fest, dass die Deutschen damit die Schlacht um den Atlantik gewonnen hätten, wären die Boote früher und zahlreicher verfügbar gewesen. Insofern irrst du auch hier.

Und was die Lufthoheit betrifft, ist nun mal Tatsache, dass die Alliierten 1941 nichts vergleichbares zur Me 265 hatten.

Im übrigen wurde der erste Computer in Deutschland von Konrad Zuse gebaut, das dazu.

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Der Krieg war nicht zu gewinnen. Die ganze Ideologie der Nazis - Lebensraum im Osten, Versklawung der Untermenschen - war zum Untergang verurteilt. Die Sowjetunion war ein zu großer Schluck.

Aber selbst wenn er die Sowjetunion besiegt hätte, hätte Deutschland den Krieg letztlich verloren. Die Amerikaner hätten dann die Atombomben nicht auf Japan abgeworfen, sondern auf Berlin und/oder das Ruhrgebiet.

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