Wer war der größte Privatgelehrte (Autodidakt) aller Zeiten?

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4 Antworten

Soweit es das Ausmaß an Tiefe, Komplexität und Universalität im Denken betrifft würde ich auch zu Leibnitz tendieren, dem Newton wahrscheinlich sehr viele Anregungen zu verdanken hat (läßt sich nicht mehr genau klären) und der als "stiller Gigant" immer in Newtons Schatten gestanden hat. -

L. d. V. wäre auch ein Kandidat aber zumindest bei seiner Malerei war er meines Wissens kein reiner Autodidakt.

Wer als "stiller Kandidat" immer gerne übersehen wird ist Alexander von Humboldt, der seine unermüdlichen und akribischen Nachforschungen und Entdeckungen bereits im Sinne einer Prä-Evolutionstheorie systematisiert hat aus der Darwin dann viele wichtige Anregungen bezogen haben soll.

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Als "letzter Universalgelehrter" wird oft Gottfried Wilhelm Leibniz bezeichnet  - ob er auch der größte war, darüber lässt sich streiten.

Als weiterer "Kandidat" für den Posten ist sicherlich (wie schon genannt) Leonardo da Vinci zu sehen, aber z. B. auch

  • Issac Newton (Mathematiker, Physiker, Astronom, Theologe, Philosoph, Alchemist, ...),
  • Galileo Galilei (quasi Begründer des modernen naturwissenschaftlichen Arbeitsprinzips)
  • Johann Wolfgang von Goethe (vor allem bekannt als vielseitiger Dichter, aber er war auch Politiker, Zeichner und Naturwissenschaftler)
  • ...

Diese Liste ließe sich sicherlich noch ziemlich weit fortsetzen - das Problem ist, wie man das überhaupt bemessen will.

Man muss die "Gelehrsamkeit" m. E. auch immer vor de Hintergrund ihrer Zeit sehen - z. B. war Da Vinci sicherlich in seiner Zeit einer der Menschen mit dem umfangreichsten Wissen. Aber krass ausgedrückt: ein mittelmäßig interessierter Abiturient unserer Zeit weiß ziemlich genau so viel.

Einen "Universalgelehrten", der wie Da Vinci quasi alles verfügbare Wissen seiner Zeit hatte, kann es angesichts des seitdem um ein Vieltausendfaches angewachsenen Wissens heute (und konnte es auch schon wenige hundert Jahre nach Da Vinci) gar nicht mehr geben - die Speicherkapazität des menschlichen Gehirns ist nun mal begrenzt ...

(s. https://de.wikipedia.org/wiki/Universalgelehrter)

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Ich halte die Idee des Autodidaktentums für grundsätzlich unvereinbar mit der Absicht, Rangstufen auf irgendwelchen Siegertreppchen zu besetzen. Der sich selbst bildende Mensch entzieht sich dem Schematismus und der Fremdsteuerung, die vorgefertigte Bildungswege ihm auferlegen würden. Er nimmt sich selbst ernst, geht frei seinen Weg in jede Richtung, die er wählt, und wird damit  inkompatibel zu eindimensionalen Konzepten, wie lineare Sortierreihenfolgen, Hierarchien und Zeugnisnoten es sind.

Allerdings hat nicht jeder Autodidakt dieses Freiheitspotential verstanden und verwirklicht. Auch einer wie Adolf Hitler taucht in der Liste der Autodidakten der englischen Wikipedia auf (https://en.wikipedia.org/wiki/List\_of\_autodidacts) Der Tunnelblick seines autoritären Charakters machte ihn unfähig, etwas anderes aus sich zu machen als den "Führer" einer Hierarchie von Obersturmbann-, Hauptsturm-, Untersturm- und anderen "Führern", im Volksmund: den GröFaZ, mithin die Karikatur eines Menschen und seines Netzwerks.

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Sicher sind viele anderer Meinung, aber für mich ist es " Leonardo da Vinci ".

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