wer von euch spielt etüden und tonleiter als vorübung?

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2 Antworten

Hallo, 

Als reine Vorübung sind Tonleitern gut geeignet, man kann mit Tonleitern viele verschiedene Techniken üben. So können auch mit simplen Tonleitern 45 Minuten Überzeit zusammenkommen, wenn man sich z.B. vornimmt so lange zu Üben bis es klappt. 

Etüden wählt man üblicherweise aus ähnlichen Gründen, einer technischen Verbesserungsmöglichkeit, aus. Wenn ich in einem Stück Doppelgriffe habe, suche ich mir parallel eine Etüde mit Doppelgriffen. Das hilft aus verschiedenen Gründen weiter. Zunächst übst du das Stück nicht "tot" und zweitens übst du nicht nur diese speziellen Doppelgriffe, sondern beschäftigst dich allgemein damit. 

Ich habe übrigens deine Frage nach dem Bruchkonzert gelesen und möchte dazu noch etwas loswerden.. 

Die Auswahl der Stücke hängt meist vom Lehrer ab. Berühmte Konzerte zu spielen macht sich zwar gut in der Repertoireliste, allerdings gibt es auch einfach zu viele Interpretationen davon. Wenn man nicht etwas Eigenes daraus machen kann, und dazu gehört viel Erfahrung, dann gerät man schnell in einen "Abklatsch" einer bestimmten Version, was bei Aufnahmeprüfungen nicht unbedingt top ist. Interessanter ist es doch auch, unbekanntere Werke auszuwählen um sich damit völlig losgelöst von vorhandenen Vorstellungen zu bewegen. Wenn ich in einer Prüfung Bruch spiele und anders interpretiere als der Prüfer es gerne hätte, bekomme ich u.U. eine schlechtere Note als wenn ich ein sehr unbekanntes oder wenig gespieltes Werk wähle, was nicht sofort Assoziationen bei den Zuhörern weckt. Du läufst weniger Gefahr, zu enttäuschen. 

Nimm es bitte nicht zu persönlich. Es kommt ein bisschen so rüber als ob du dich mit anderen vergleichen willst um dich zu beruhigen, dass du gut bist. 

Um deiner "Seele" Willen lass das bloß sein. Die Zeit, die du mit der Fragerei und Vergleicherei im Internet verbringst, die sowieso nicht aussagekräftig ist, kannst du auch besser zum Üben nutzen um wirkliche Fortschritte zu machen. Es kommt am Ende nicht darauf an wie lange man Geige spielt, sondern wie intensiv man arbeitet. Jemand kann nach zwei Jahren so gut sein wie jemand, der bereits sechs Jahre spielt. Beurteile den Fortschritt aus der Ferne niemals nach den reinen Jahren Spielzeit! 

Wenn du dich in deiner Altersklasse einordnen willst, dann geh z.B. zu Jugend Musiziert und setz dich dort in die Vorspiele und nimm direkt teil. Dort trifft man üblicherweise Menschen, die wirklich motiviert und bereit zu harter Arbeit sind, so wie es bei dir der Anschein ist. Das wird dir mehr weiterhelfen als zu fragen, wann wer angefangen hat, Bruch zu spielen! Für das Stück selber möchte ich dir auf den Weg geben, keine Aufnahmen anderer, großer Geiger anzuhören. Erarbeite das Stück ganz nach deinen Möglichkeiten und deiner Interpretation! 

Viel Spaß noch mit der Geige! 

ich denke, Etuden spielen hat den Vorteil, dass man nach Noten spielen lernt...

Wenn ich zurück blicke, muss ich sagen, dass ich relativ schnell relativ viel gelernt habe, weil meine Lehrerin einfach die Seybold-Etudenhefte stur durchgemacht hat. Das bringt schon was. (würde man heute aber kaum mehr machen).

Wenn du mal ein gewisses Niveau hast (bis in die 5e Lage fliessend spielen kannst), dann kannst du Etuden gezielter nehmen, für eine bestimmte technik, die du lernen willst (z.B. Doppelgriffe oder so). Dann kannst du auch einfach technische Übungen oder Tonleitern machen, oder immer dieselbe Etude spielen...

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