Wer von euch hat auch persönliche Erfahrungen mit Zwangsgedanken?

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2 Antworten

Hallo Kurisu91,

wenn du schon seit der der Kindheit an einer Zwangserkrankung leidest, ist der einzige Weg aus diesem  Dilemma nur die Psychotherapie. Diese hast du bereits angefangen und das ist gut so.

Zwangserkrankungen / Zwangsdenken treten häufig in Kombination mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen auf. Es besteht eine große Nähe zu einigen anderen psychischen Erkrankungen, den so genannten Störungen des Zwangsspektrums (Dysmorphophobie, Trichotillomanie, Dermatillomanie und andere).
Dein Therapeut wird herausfinden, in wie fern du von einer dieser machmal begleitend auftretenden Störungen betroffen bist. Es gibt Medikamente, die in der ersten Zeit unterstützend helfen und den gedanklichen Teufelskreis unterbrechen können.

Generell solltest du offen zu deinen nächsten Mitmenschen sein und sie über deine Erkrankung informieren. So können sie besser auf dich einwirken, wenn das Gedankenkarrusell auf Höchstgeschwindigkeit läuft.

Sich ausserdem immer wieder bewusst machen, visuell, oder indem du anfängst, ein Tagesprotokoll zu schreiben, dass die Gegenwart zwar gerade auch nicht rosig ist, aber in Deutschland immer noch sehr positiv verläuft, kann helfen die Zukunftsangst zu mindern.

Visualisieren gelingt, in dem du eine Art Spiel machst:
Wie sieht die Gegenwart gerade aus?
Was kann in einem Tag daraus werden?
In einer Woche?
In einem Monat?
Interessant wird es, wenn du es mit einer Vertrauensperson zusammen machst. Jeder schreibt seine Notizen auf ein Blatt Papier. Danach vergleicht ihr eure Ergebisse und sprecht darüber.

Generell musst du dir klar machen, egal wie schrecklich deine Vorstellung die Zukunft, oder eine Situation aussehen lassen mag, dass du im Hier und Jetzt lebst. Und das Hier und Jetzt hat heute morgen gar nicht so schlecht angefangen.
Also auf den aktuellen Tag schauen und prüfen, ob der nächste Tag wirklich nach Aktenlage schlimmer kommen könnte.

Das ist nur eine Methode von sehr vielen. Eine Mehrzahl meiner Patienten konnte sich damit in aufkommenden Krisenzeiten jedenfalls recht gut helfen.

Was du vermeiden solltest wären Zukunftsszenarien, die erst in mehreren Jahren stattfinden könnten. Deine Zukunftsspanne sollte also maximal 4 Wochen betragen.

Alles Gute
di Colonna

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Ich hatte auch oft Zwangsgedanken. Heute immer noch, obwohl sie wahrscheinlich eher sowas wie ein Nebeneffekt von Zwangsstörungen waren. Habe es aber sehr viel besser unter Kontrolle, als früher als ich noch ein Kind war. Dafür kommen etwas mehr Zwangsgedanken. Aber ich habe es wie gesagt im Griff und in Therapie war ich auch nicht deswegen.

Hoffe, dass du trotzdem bald davon loskommst und endlich ein ruhiges Leben führen kannst. Zwangsgedanken sind ja nicht einfach nur Gedanken, die einen nerven, sondern welche die einem psychisch echt fertig machen können, da man immer mit negativen Dingen konfrontiert wird.

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