Wer versteht diese physikalische Abhandlung? + Wie lange muss ich lernen, bis ich die auch verstehe?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Dann schließe ich mich hier einmal an...

1) Ich bin Diplom-Physiker. Ich kann also mit den genannten Begriffen im Paper umgehen.

2) Ich schließe mich zu 100% den bereits geäußerten Bewertungen der Seite von realfacepalm und gejaf und den anderen Physikern an. Das ist keine echte Physik, das ist Pseudophysik in dem Link.

3) Ohne Dein Augenmerk jetzt auf die Formeln lenken zu wollen: Wenn in einem scheinbar physikalisch klingendem Artikel die Rede von gravitativer Abschirmung ist (wie hier in Abschnitt 3 "Ionospheric Gravitational Shieldings") und Du hast vorher nichts von mehreren Nobelpreisen zu diesem Thema gehört, dann stammt der Artikel von jemandem, der seine Hausaufgaben in Physik nicht gemacht hat. Egal, wie viele komplizierte Formeln im Artikel vorkommen mögen.

4) Wenn ein Physiker seriös, aber für den Laien verständlich über HAARP spricht, dann klingt das so:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/1901618#/beitrag/video/1537616/HAARP:-Geheime-Wissenschaft

(Musst Du wohl kopieren... den Doppelpunkt mag er nicht.)

5) Als Schüler wäre ich auf derartige pseudowissenschaftlich aussehende Seiten auch reingefallen. Also ärger' Dich nicht.

6) Ein Physikstudium dauert 5 - 6 Jahre. Irgendwann im Laufe der Zeit fällt Dir auf, wie in solchen Artikeln echte Formeln entweder aus ihrem Kontext gerissen werden oder mit unlauteren Schlussfolgerungen verknüpft werden.

Grüße

Hier noch ein Link zur gravitativen Abschirmung

http://en.wikipedia.org/wiki/Gravitational_shielding

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@uteausmuenchen

Vielen Dank; auch, dass Du es nicht wie realfacepalm als Prämisse vorausgesetzt hast, dass ich an die Inhalte des Papers glaube, nur weil ich schreibe, dass ich dessen Wahrhaftigkeit nicht ausschließe(n kann)... :-)

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@realfacepalm

Kennt man ja noch von der christlichen Inquisition... "beweis mir das Gegenteil" höre ich allerdings nur sehr selten (bin aber auch nicht mehr so häufig im Austausch mit Chemtrail-Anhängern, die sehr dogmatisch ihre Theorie vertreten).

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@LloydBMoney

Hallo LloydBMoney,

erst einmal vielen Dank für das Sternchen. Ich freu' mich sehr, besonders weil ich nicht damit gerechnet hatte, weil ich schon den Eindruck hatte, dass Du Dich ein wenig ärgerst...

Ich hoffe, Du erlaubst mir, noch ein paar Anmerkungen los zu werden.

1) Ich habe das ernst gemeint, dass ich als Schüler nicht in der Lage gewesen wäre, den Text als pseudowissenschaftlich zu erkennen. Ich würde sogar sagen, dass eine Menge Erwachsene nicht in der Lage dazu wären. Solche Texte werden gerade so geschrieben, dass Sie jemanden, der sich in Naturwissenschaften nicht gut auskennt, durch ihre Komplexität (möglichst viele Fachbegriffe aus verschiedenen Disziplinen etc.) abschrecken.

Mit 14 haben mich esoterische Aussagen total fasziniert. Thorwald Detlefsen habe ich gelesen. Erst mit der Zeit ist mir aufgefallen, wie wenig die Aussagen einer kritischen Überprüfung stand halten. Und das war dann eine große Ernüchterung. Esoterik und Pseudowissenschaft bieten leider meist erheblich faszinierendere Aussagen als trockene echte Wissenschaft. Dafür sind wir zuverlässiger.

Warum? Weil wir unsere Aussagen ständig selber überprüfen. Wissenschaft ist nämlich nicht, wie leider Viele meinen, einmal etwas ein für alle Mal beweisen und dann stur drauf bestehen.

Karl Popper, ein wichtiger Erkenntnistheoretiker des 20. Jahrhunderts hat das Prinzip, mit dem Wissenschaft funktioniert sehr gut beschrieben, nämlich mit folgendem Satz:

Wissenschaft ist "die Methode, kühne Hypothesen aufzustellen und sie der schärfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben."

Echte Wissenschaft beweist nicht, sie widerlegt. Wir versuchen uns ständig neue Experimente auszudenken, mit denen wir unsere bisher bewährten Theorien widerlegen können. Denn wenn uns das gelingt, dann brauchen wir eine neue Theorie. - Eine, die das bisher Bestätigte enthält und obendrein das Neue miterklärt. Dann wissen wir wieder ein wenig mehr über die Welt.

Deswegen freut sich der echte Wissenschaftler eigentlich, wenn etwas Bewährtes ergänzt werden muss. Gleichzeitig weiß der Wissenschaftler aber auch, ob es solche Experimente gibt, die bestimmte Aussagen unseres gesicherten Wissens als falsch entlarven. Und er wird darauf beharren, dass es keine rationalen Gründe gibt, etwas als falsch anzusehen, wenn dem nicht so ist.

Oft hört man, Wissenschaft würde sich ja die ganze Zeit selbst widersprechen und wäre deshalb nicht ernst zu nehmen. Das Gegenteil ist der Fall. Weil der echte Wissenschaftler sich ständig bewusst ist, dass unser Wissen immer nur dem aktuellen Kenntnisstand entspricht und sicher fehlerhafte Teile enthält, wird er sich immer von guten Argumenten überzeugen lassen, umzudenken. Aber eben nur von guten Argumenten auf der Sachebene. Von nichts anderem.

Diese Fähigkeit, sich ständig selbst zu hinterfragen und Widerlegtes zu verwerfen, ist nicht die Schwäche, es ist die Stärke der Naturwissenschaften, denn es macht naturwissenschaftliche Aussagen zuverlässig: Weil es eben bisher niemandem gelungen ist, sie zu widerlegen, obwohl man es dauernd versucht hat.

Bei der Pseudowissenschaft fällt genau dieser Überprüfungsteil weg. Die eigenen Ausagen werden nicht mehr hinterfragt und auch nicht mehr hinterfragbar. Das ist ein Unterschied, mit dem man eigentlich auch als Laie - mit gesundem Menschenverstand - Pseudowissenschaften erkennen kann.

(Bei den Chemtrail-Anhängern zum Beispiel: Warum das so aufwendig (und übrigens technisch bei der Größe der Atmosphäre nicht möglich) mit Flugzeugen machen? Würde uns die Regierung mit Chemikalien ruhig stellen wollen (und wäre das chemisch möglich), wäre es doch viel einfacher, das Zeugs ins Autobenzin zu mischen. Es kommt dann dort an, wo die Leute rumlaufen und niemand sieht Kondensstreifen. Warum sollten die Verschwörer so einen Aufwand mit Chemtrails machen, aber andererseits so dumm sein, nicht die einfachere Variante zu nutzen...?)

Eine passende Anleitung beschreibt Harald Lesch hier auch noch sehr schön:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/1901618#/beitrag/video/2040814/Wie-erkenne-ich-Pseudowissenschaften?

Grüße

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@uteausmuenchen

Ich mache z.Zt. ähnliche Erfahrungen mit Verschwörungstheorien, da ich sehr viel lese und zwar aus allen Bereichen. Wer sich mal mit Psychologie beschäftigt hat, wird z.B. feststellen, dass hinter der amerikanischen Politik auch psychologische Zwänge liegen können - bspw. die Unnachvollziehbarkeit, dass niemand auf die Warnungen zu 9/11 reagiert hat: In der Gruppe geht bei den meisten Menschen das Verantwortungsbewusstsein verloren (Verantwortungsdiffusion) und es kommt zu eklatanten Entscheidungen, die für den Normalbürger nicht nachvollziehbar sind. Also es muss nicht immer eine beabsichtigte Verschwörung sein - manche Dinge können auch menschliche Fehler sein.

Die Chemtrailer sind nach meiner Erfahrung besonders schwer: Sie lassen keine Kritik zu. Ein Admin aus einer Gruppe mit mehreren tausend Mitgliedern kündigte an, jeden herauszuschmeißen, der die Existenz von Chemtrails infrage stellte.... tolle Diskussionskultur.

Ich halte Verschwörungen für möglich, beschäftige mich aber nicht mit ihnen. Denn umso mehr man über unbestrittene Dinge liest, desto mehr kann man sich von selbst erklären. Und wenn am Ende trotzdem für die Verschwörungstheorie ist, hat sich die Mühe dennoch gelohnt, denn Lesen kann nie schaden. ;-)

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Das große Problem bei solchen Veröffentlichungen ist, dass der Normalbürger nichts damit anzufangen weiß. Er denkt aber immer an den schlimmsten Fall und so werden sinnlos Ängste vor nicht existierenden Gefahren erzeugt. Man glaubt den seriösen Wissenschaftlern immer weniger, weil die nach der Streamline-Meinung der Presse immer bestechlich und gekauft sind. Somit glaubt man lieber Wunderheilern und Hexengeschichten, die von der Presse gelobt werden. Das kennen wir von der Kernenergie: Atommüll ist böse, Chemiemüll ist harmlos und die gefährlichen Elemente darin sind zeitlich lange nicht so gefährlich wie der Atommüll mit seinen Halbwertzeiten, die kennt man vom Chemiemüll nicht. Wir werden überall manipuliert und keiner merkt es. Die Frage von LloydBMoney ist berechtigt: Wie lange muss ich studieren um beurteilen zu können, was gut oder was böse ist? So lange kannst du nicht studieren, denn aus irgendeiner Ecke wird wieder wer kommen, der irgendeinen Unsinn behauptet. Dann muss man sich wohl auf die Fachleute und deren Meinung verlassen. Aber was macht man, wenn die alle gekauft und bestochen sind, wie die Autoren solcher Werde dann gleich behaupten. Und da nur böse Nachrichten für die Presse gute Nachrichten sind, wird dort dann für die Aufrührer Partei ergriffen und die seriöse Welt verteufelt.

Wow! Ich bin beeindruckt - hätte nach all den Typen hier keine solch differenzierte, reflektierte Antwort erwartet ! Vielen Dank, hätte von mir sein können. :-)

Wo Du eine Anspielung auf die Kern-, Solar-Energie-Auseinandersetzung machst: Es ist aber unbestritten, dass radioaktive Materialien absolut außerhalb der Reichweiten unserer Kontrolle sind ?! (Habe vor Kurzem erst Videos und Bilder von den Fehlgeburten im Irak gesehen, dank der amerikanischen Außenpolitik...)

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@LloydBMoney

Bist du absolut sicher, dass hinter den Bildern nicht eine Lobby steht, die bestimmte Absichten hat.

Aus Chernobyl gab es einen Arte-Bericht, der mit vielen Mythen der Chernobyl-Berichte aufräumte. Da gab es kein Aufheulen dagegen.

Such mal danach bei Youtube. Original muss der Film im Frühjahr bei Arte gelaufen sein.

Oder schau mal nach Taiwan und Co60 - Stahl in Wohngebäuden, auch nicht widersprochen...

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@jorgang

Mmmhh... also das mit den Fehlgeburten wird ja eher unter Verschwörungstheoretikern und Alternativen Medien zum Thema gemacht... kann mir nicht vorstellen, dass radioaktive Strahlung "beneficial to human beings" ist...

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@LloydBMoney

Gerade in der "Arte"-Sendung werden Immunisierungseffekte beschrieben. Der Film heißt übrigens reißerisch aufgemacht "Tschernobyl_6_Kg_Kartoffeln_und_Riesenratten_Doku.mp4".

Interessant ist, dass viele Leute an die Effekte des Radons der Heilquellen glauben. Ebenso gibt es wohl eine Theropie mit weichen Röntgenstrahlen in geringer Dosierung bei Hüftgelenksarthrosen (hab ich durch Zufall gehört; ob das funktioniert, glaube ich nicht unbedingt, da spielt wohl die Psyche mit).

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Man glaubt den seriösen Wissenschaftlern immer weniger, weil die nach der Streamline-Meinung der Presse immer bestechlich und gekauft sind. Somit glaubt man lieber Wunderheilern und Hexengeschichten

jorgang, Du sprichst mir so was von aus der Seele! Die Chemis sind ebenfalls ein hervorragendes Beispiel...

Grüße

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Es kann nicht verhergesagt werden, wie lange man Physik studieren muss, bis es einem gelingt, verschiedene Begriffe zu einem Satz zusammenzufügen, ins Englische zu übersetzen und als neue Weisheit zu verkaufen. Oft gelingt dies besser, wenn man gar nicht studiert hat,sonden nur sagt, man habe es in einem fernen Land gemacht. Noch besser ist es, wenn man mit Alien Kontakt hat oder die Eingebungen von Engeln oder anderen höheren Wesen direkt erhalten hat. So gesehen ist alles möglich. Sorgen brauchst du dir deshalb aber nicht zu machen. Erdbeben kommen nicht aus der Ionosphäre und überhaupt solltest du dich mit Physik beschäftigen und nicht mit Unsinn.

Ich unterliege ja glücklicherweise nicht dem Dunning-Kruger-Effekt und fange demnach nicht mit solchen Theorien an, sondern bei Matrizenrechnung... allerdings werde ich mir später meine eigene Meinung zu diesem Paper bilden.

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@LloydBMoney
Ich unterliege ja glücklicherweise nicht dem Dunning-Kruger-Effekt

Doch, das tust Du. Das können Dir praktisch alle Antworter hier, deren Meinung und stellenweise sogar Fachmeinung Du hier verhöhnst, bestätigen.

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@realfacepalm

realfacepalm, bitte höre auf, mir hier irgendwelche unwahrhaftigen Dinge zu unterstellen ! Wovon redest Du überhaupt? Hast Du Komplexe, dass Du andere Leute im Internet denunzieren musst?

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