Wer trägt die Selbstbeteiligung bei Kasko-Schaden auf der Probefahrt für einen Dienstwagen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich vermute mal, der Vertrag zur Probefahrt mit Hinweis auf die 1.000,- EUR Selbstbeteiligung im Schadensfall wurden mit Kopie von Ausweis, Führerschein und Unterschrift mit dir als natürliche Person abgeschlossen und nicht mit der juristischen Person der Firma? Oder hast du unterschrieben mit "ppa./i. A./i. V." + Frima XY?

Dem Händler kann es daher erstmal egal sein und die Zahlungsaufforderung sollte an dich gehen. Wie die Firma es dann regelt, ist eine Frage der internen Absprache und der Kulanz des AG. Einen rechtlichen Anspruch auf Kostenübernahme des AG würde ich hier jetzt nicht sehen, oder hat die Probefahrt während der regulären Arbeitszeit stattgefunden?

Ein anderes Thema wäre, wie berechtigt die Anschuldigung des Händlers ist? Wurden die Felgen vor der Probefahrt auf Schäden überprüft oder wittert der Händler hier nur leichtes Geld?

Vielen Dank für Deine Antwort!

Ja die Selbstbeteiligung stand im Vertrag. Ich bin als Firmenmitarbeiter dort aufgetreten. Allerdings fand die Probefahrt an einem Samstag, außerhalb der regulären Arbeitszeit statt. Andererseits: Ich habe keine festen Arbeitszeiten, sondern eine Vertrauensarbeitszeitregelung. D.h. ich entscheide selbst, ob auch Samstag oder Sonntag zu meiner Arbeitszeit gehört. 

Ich habe die Felgen vor der Fahrt tatsächlich nicht angeschaut. Wenn ich ehrlich bin, glaube ich aber schon, dass ich es war.

Mich ärgert das ganze schon ein wenig, weil ich das Auto gar nicht wollte. Ich wurde mehr oder weniger von der Firma dazu gedrängt, durfte mein eigenes nicht behalten (durfte schon, allerdings wären hier viele Vorteile weggefallen und ich hätte keinen finanziellen Ausgleich erhalten) und muss auch ein recht teures Auto nehmen, was ich auch privat nciht tun würde. Ich weiß das klingt nach einem Luxus-Problem; aber ganz freiwillig ist das nicht. Und da ich ein Auto nehmen muss, dachte ich es ist auch selbstverständlich, dass ich eine Probefahrt mit dem Auto mache, mit dem ich täglich hunderte Kilometer fahren soll. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich eine Ausgleichszahlung genommen und mir das ganze erspart. 

Hmmm, also scheint die Rechtslage zu diesem Fall nicht eindeutig, zumindest nicht zu meinen Gunsten klar zu sein.

Danke Dir trotzdem. Falls Du weitere Tipps hast, freue ich mich auf mehr!

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@Michel19721972

Wenn du argumentieren kannst, dass die Probefahrt im Rahmen einer betrieblichen Veranlassung stattgefunden hat, dann gilt evtl. der "Grundsatz der beschränkten Arbeitnehmerhaftung", was heißt: "das Schadensrisiko ist Teil des Betriebsrisikos des AGs". In diesem geringen Rahmen würde ich dem AG die Rechnung vorlegen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmerhaftung

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@thetee99

bezieht sich die "betriebliche Veranlassung" auf die Beschaffung des Dienstwagens oder Durchführung der Probefahrt. In Bezug auf das letztere: Ich habe es so ähnlich versucht, habe aber von meinem Vorgesetzten die Antwort erhalten: "Der Dienstwagen ist Firmen-Angelegenheit; die Probefahrt ist aber Ihr Privatvergnügen. Die Firma verlangt von Ihnen nicht, dass Sie eine Probefahrt machen. Sie können das Auto auch ohne Probefahrt kaufen."

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@Michel19721972

Das wäre der Fall wenn die Firma dir das Fahrzeug vorgegeben hätte, soweit ich das verstanden habe, solltest du dir das Fahrzeug selber aussuchen. Wenn der Arbeitsauftrag war, sich selber ein Fahrzeug auszusuchen, dann gehört es doch evtl. auch zur (kaufmännischen) Sorgfaltspflicht das Auto vorher auszuprobieren. Ein unbequemer Sitz bei langen Autofahrten hätte ja theoretisch auch zu langfristigen Rückenleiden und langen Ausfallzeiten führen können... ;)

Jedenfalls müsste man argumentieren, dass die Probefahrt ein zwingender Teil der betrieblich veranlassten Tätigkeit war, sich ein Fahrzeug auszusuchen. Wenn der AG definitiv sagt, dass es nicht dazugehört hat, wird es aber schwammig und ein Gerichtsstreit wäre unangebracht bei der Summe.

Evtl. kann man sich auf 50/50 einigen, wenn der AG die oben genannten Gründe für die Probefahrt nicht anerkennen möchte.

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Auch wenn der Arbeitgeber dir dieses Fahrzeug zur Verfügung stellt, ist der gesamte Umgang und die sorgsame Behandlung des Fahrzeugs in deiner Pflicht. Wenn du also einen Schaden an diesem Fahrzeug verursacht, kann dich dein Arbeitgeber dafür in Regress nehmen. Warum? Weil der Arbeitgeber nichts dafür kann, wenn du unachtsam die Felgen ankratzt. Wieso sollte er dann dafür gerade stehen, wenn du deiner Sorgfaltspflicht nicht entsprechend nach gekommen bist?

ach so, ich ziehe mein Wissen um diese Situation daraus, dass ich selber seit über 15 Jahren Dienstfahrzeuge fahre, auch zur privaten Nutzung.

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Ich bitte um qualifizierte Antworten, wenn Ihr sie auch habt. z.b. wenn Ihr selber Anwalt seid. Wenn nicht, lasst bitte unsinnige Kommentare. Danke!

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