Wer sollte die Elternzeit nehmen und für wie lange?

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4 Antworten

Das Elterngeld wird vom letzten Netto berechnen, 65 %, am meisten bekommt man, wenn der, der Elternzeit nehmen will, ein Jahr vorher die 3 nimmt. Aber wegen Mutterschaftsgeld und wenn beide eine gewisse Zeit nehmen wollen, solltet ihr bei 4/4 bleiben und später nach der Geburt kann der Arbeitende die 3 nehmen, aber dann könnte es am Ende auch zu einer Nachzahlung kommen, behält man die 4, dann nicht. 

Egal wie ihr das danach handhabt mit der Steuerklasse, die Steuererklärung klärt alles, es kommt dann auf das selbe raus. Wenn ihr die Elternzeit abwechselnd nehmt, würde ich es bei 4/4 lassen. Das Elterngeld wird zwar nicht versteuert, aber es wirkt sich auf den Steuersatz aus, von daher kann es eben zu Nachzahlungen kommen mit der Steuerklasse 3.

Du hast die 8 Wochen nach der Geburt, du könntest 2 Monate nehmen und dein Mann 12 Monate. Wie ihr das verteilt, ist eure Sache. 

Was du bedenken solltest, ist aber, dass du vielleicht nach der Geburt Unterstützung brauchen könntest, z.b. nach Kaiserschnitt oder mit ständig schreiendem Kind. Und dass man zum einen nicht automatisch einen Platz für ein Baby bekommt, evtl. muss man drauf warten, sich auf alle Fälle schon vor der Geburt anmelden. Und die Kita geht meist erst ab 2 Jahren und Plätze für kleinere Kinder kosten kräftig Geld (bis 1000 Euro), da ist die Frage, ob sich arbeiten da überhaupt lohnt. Dein Mann kann auch länger zu Hause bleiben ohne Elterngeld.

Hier auf alle Fälle schon vor der Geburt erkundigen. Wie lange man Elternzeit nimmt, muss man spätestens kurz nach der Geburt erklären, geht bis zu 3 Jahre. Wenn der Chef mitspielt, kann man auch verkürzen oder verlängern, Anspruch hat man nicht. 

Man könnte auch in Betracht ziehen, dass dein Mann länger Elternzeit nimmt, daneben in seinem Job einen 450 Euro Job macht, geht auch bei seinem Arbeitgeber (ich habe auch 3 Jahre genommen und die 3 Jahre Teilzeit (19 Stunden) gearbeitet). Vielleicht kann er Wochenendschichten übernehmen, in der Pflege ja sicher machbar. Und da bist du zu Hause für das Kind. Vielleicht hilft auch noch eine Oma oder so manchmal. Kann am Ende finanziell doch noch günstiger kommen als eine Betreuung zu bezahlen. 

Natürlich kann Dein Mann auch Elternzeit nehmen. Aber es ist ein Rechenexempel. Kommt ihr in der Summe auf mehr oder weniger Geld, je nachdem, wer Elternzeit nimmt? Also ist EinkommenMann * 0.65 + EinkommenFrau > EinkommenMann + EinkommenFrau * 0.65?

Die Steuerklasse ändert sich übrigens durch die Elternzeit erst einmal nicht. Ich würde die in der Tat auch nicht wechseln (oder mich mal vom Steuerberater beraten lassen). Ich kenne nämlich auch Fälle, wo dann plötzlich Nachzahlungen anstanden!

In jedem Fall (und das soll jetzt gar nicht unbedingt althergebracht klingen) braucht ein Kind - zumindest im ersten halben Jahr - die Mutter mehr als den Vater. Die Mutter hat die Milch. Und deswegen bin ich der Meinung, dass die Mutter mal mindestens das erste halbe Jahr beim Kind sein sollte.

Du musst übrigens unterscheiden zwischen Elternzeit und Elterngeld!!

Stimmt das denn mit den 65%?
Ich habe demnächst wohl das gleiche "Problem" und fange gerade erst an, mich schlau zu machen.

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@SebVegas

Das Elterngeld berechnet sich nach der Höhe des letzten durchschnittlichen Nettolohns und kann zwischen 65% und 67% betragen. je nachdem wie viel derjenige verdient.

In Ausnahmefällen, z.B. wenn das Netto sehr gering ist, wird auf 100% aufgestockt.

 

Wir liegen auf jeden Fall mit beidne Gehältern drüber, würden also nur die 65% bekommen.

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Du musst den gesetzlichen Mutterschutz nehmen (6 Wochen vor, 8 Wochen nach Geburt ?) und dein Mann kann dann 10 Monate rlternzrit beantragen und bekommt dann Elterngeld.

In dieser Zeit würde ich dir empfehlen, in Steuerklasse 3 zu wechseln, damit kompensierst du den Verlust an Einkommen deines Mannes, und mit dem Kindergeld habt ihr unterm Strich dasselbe Geld wie jetzt

Aber bedenke: bei der Steuererklärung muss das Elterngeld als Einkommen angegeben und nachversteuert werden!

Und wenn dein Mann später nicht Teilzeit arbeiten kann, sollte er sich einen anderen arbeitgeber suchen!

Denn wenn DU in Teilzeit gehst, wird  der Verlust existentiell!

Ihr wollt dich auch mal in den Urlaub, oder?

Es sei denn dein Mann qualifiziert sich für besser bezahlte Aufgaben!

Danke für die Antwort.

Mein Mann arbeitet in der Pflege/Betreuung, da ist das leider nicht so einfach. Ansprüche stellen ist da generell schwierig, und einen anderen Arbeitgeber (gerade wo wir wohnen) ist auch keine Alternative.

Mit einer Vollzeitstelle UND einem unbefristeten Vertrag steht er in der branche schon echt gut da - die meisten seiner Kollegen bekommen nur Jahresverträge oder müssen auf 400 Euro arbeiten.

Ich möchte eigentlich lieber in Vollzeit arbeiten, da ich den kürzeren Arbeitsweg und das bessere Einkommen habe. Zudem hätte ich die Möglichkeit, das Kind im firmeneigenen KITA/Kindergarten betreuen zu lassen.

Also ab dem 1. LEbensjahr hätten wir beide die Möglichkeit vollzeit weiter zu arbeiten, wir sind uns halt nur sehr unsicher was das erste Jahr angeht...aber andere schaffen es ja auch irgendwie...

 

 

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@Adsartha

Also Thema Pflege ... ich kenne wenige Jobs wo eine geringere Nachfrage nach Fachpersonal herrscht wie in der Pflege.

Meine Frau arbeitet beim Job Center und freut sich über jeden in der Pflege tätigen, mit Ausbildung können die sich ihre  Arbeitgeber beinahe aussuchen 

Und was die eltetnzeit deines Mannes betrifft:

Der Arbeitgeber MUSS ihn freistellen und den Arbeitsplatz freihalten!

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http://www.elternzeit-elterngeld.de/

Frag mal auf der Seite.

Aber - sorry, wenn ich das sage -, wenn ich das

da wir auf Dauer nicht auf unser gemeinsames Netto von 3.700 EUR verzichten könnten

so lese, denke ich, dass Ihr NIE für ein Kind bereit seid. Ist das Kind erst mal da - was meinst Du, worauf Ihr DANN alles verzichten müsst.

Das schreibt eine ehemals alleinerziehend gewesene Mutter von 3 Kindern.

Ist mir schon klar, dass man sich, gerade wenn man Kinder hat, finanziell einschränken muss.

Darum machen wir uns ja vorher Gedanken und setzen nicht einfach so ein Kind in die Welt.

Es geht ja nicht darum, auf einen bestimmten Geldbetrag zu verzichten, sondern wir möchten unserem Kind natürlich auch "was bieten" (nicht nur in materiellem Sinne, sondern auch eine gute Ausbildung, evtl. Zusatzunterricht oder ein Hobby).

 

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@Adsartha

Einem Kind muss man nichts weiter bieten als Liebe und Geborgenheit.

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@beangato

Liebe und Geborgenheit sind das Wichtigste, da stimme ich dir zu. ABER (und das ist die Wahrheit) wie fühlt sich mein Kind, wenn es immer verzichten muss? Wenn es keine Klassenfahrten oder Ausflüge mitmachen kann, weil die Kohle fehlt? Oder wenn andere Kids tolle Sachen haben, das bei uns einfach nicht drin wären? Ich weiß man kann eine Menge gebraucht kaufen, das ist auch alles kein Thema, aber grad so die außerschulischen Aktivitäten gehen doch richtig ins Geld!

Oder anderes, was ist wenn mal was teures kaputt geht? Auto, Waschmaschine usw. Hierfür muss halt auch Geld da sein...

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@Adsartha

All das kann man Kindern beibringen. Es geht nicht - Punkt. Da darf es auch keine Diskussionen darüber geben.

Meine Kinder sind auch ohne viel Geld groß geworden.

Wenn man Kindern alles "bietet", werden sie nur verzogen und lernen Geld nie wertschätzen.

Für Reparaturen kann man Geld beiseite legen.

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@beangato

Super...., die Mutter einer Freundin konnte sich die Zahnspange damals nicht leisten. Nun läuft meine Freundin mit schiefen Zähnen rum. Da hat ihr die Liebe auch nichts gebracht :-S Nur eines von etlichen Beispielen ;)

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@beangato

Das mit dem geringen Einkommen funktioniert in der Realität aber nur, wenn man alleinerziehend ist oder beide Eltern Harz4 beziehen - ist einfach so.

Als arbeitendes Paar, mit ungefähr gleichem Einkommen, liegst du automatisch (fast immer) über allen Einkommensgrenzen und -sätzen, bei denen in solchen Fallen der Staat aushelfen müsste.

Weshalb gibt es wohl so viele Kinder in Deutschland, die knapp an der Armutsgrenze leben, obwohl beide Eltern arbeiten?

Und wenn dann mal wirklich was passiert (kaputtes Auto, Waschmaschine etc.) dann hat man auf gut Deutsch gesagt die A-Karte!

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@Adsartha

Das hat mit der ursprünglichen Frage nun gar nichts mehr zu tun.

Richtig ist: Als ALG-II-Empfänger ist es schwer, mit dem Geld auszukommen - aber es ist machbar, weil man damit auskommen muss. Es ist übrigens nicht so toll, einer sein zu müssen.

Hättet Ihr weniger, müsstet Ihr auch damit auskommen.

Ich will Dich auch nicht angreifen, sondern Dir nur aufzeigen, dass Ihr Euch mit Kind einschränken MÜSST.


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@beangato

Deswegen ging es in meiner ursprünglichen Frage ja auch nicht darum, ob und dass man sich mit Kind einschränken muss, sondern was für mich und meinen Mann das optimale "Betreuungsmodell" wäre, gerade um im ersten Jahr über die Runden kommen zu können.

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@Adsartha

Hast Du denn schon mal in dem von mir angebenen Link nachgefragt? Da sollte man Dir besser Auskunft geben können.

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