Wer nichts weiß, muss alles glauben?

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13 Antworten

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Wir Menschen können nur sehr wenig wirklich wissen. Wissen und Glauben unterscheiden sich nur in der Wahrscheinlichkeit des Irrtums.

Wenn es z.B. um 9/11 geht, kann man nur die bekannten Fakten sammeln und ordnen.  Wer mächtig ist, kann noch mehr Fakten sammeln und andere vertuschen, aber es gibt nicht viele, die diese Macht haben. Danach muss man die Fakten einschätzen. Ich z.B. bin Festkörperphysiker und Festkörperchemiker. So einigermaßen kann ich die Fakten einschätzen, mache aber bestimmt mehr Fehler dabei als jemand der Physiker, Chemiker und zugleich Bauingenieur ist. Danach muss man alles sortieren gemäß passt dazu, passt dazu, passt zu beiden Theorien, passt zu keiner.  Bei mir kommt am Ende dann raus, dass es mit Wissen und Billigung der US-Administration geschehen ist, aber 100%ig wissen, dass es so war, kann auch ich nicht. 

Dagegen lässt sich z.B. die "flache Erde Theorie" ganz leicht widerlegen. Da weiß ich 100%ig , dass die Erde nicht flach ist.

Ja und nein,

gerade im Bereich von Verschwörungstheorien glauben viele das Richtige zu wissen. ;)

Die Frage ist also was Wissen ausmacht und wo Glauben anfängt. Unsere Erkenntnis ist in vielen Bereichen sehr begrenzt und trotzdem können wir z. B. mit Hilfe der Quantenphysik Geräte bauen die so funktionieren wie wir es vorhergesehen haben. Also scheint unsere Theorie möglicherweise zu stimmen, aber wir wissen es nicht zu 100%.

Das eigene Wissen muss also immer hinterfragen werden, am Besten in dem man sich logischer Methoden wie "Ockhams Rasiermesser" - https://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser - bedient

"Müssen" steht in diesem Zusammenhang nicht für eine Verpflichtung,  sondern für die weitgehende Alternativlosigkeit.

Es gibt kein Gesetz das einem vorschreibt, dass man glauben "muss".

Aber wer über kein Wissen verfügt, ist eben entweder dazu gezwungen, sich doch zu informieren und somit Wissen anzueignen - oder einfach pauschal zu glauben, bzw. kategorisch Behauptungen abzulehnen.

Man kann die Behauptung ohne Wissen nicht widerlegen.

Eine Quelle behauptet "Alle Atome sind blau".

Wenn ich keine Ahnung habe, was Aufbau und Struktur von Atomen angeht, dann bleiben mir an dieser Stelle drei Möglichkeiten

  • ich informiere mich, um die Behauptung prüfen zu können
  • ich zweifele grundsätzlich alles an, ohne Beweise zu suchen
  • ich glaube ungeprüft, was diese Quelle behauptet.

Somit ergibt sich also die Erkenntnis

"Wer nichts weiß und sich nicht informiert (oder keine Möglichkeit hat sich zu informieren) kann eine Behauptung nur schwer widerlegen".

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