Wer kommt für den Wertverlust bei den Dieselfahrzeugen auf?

...komplette Frage anzeigen

13 Antworten

Das ist jetzt die große Frage, wer für den Wertverlust aufkommt. In Amerika haben die Gerichte gemäß der dort geltenden Haftungsgesetze entschieden, dass die Autohersteller haften müssen, weshalb z.B. VW dort schon Unsummen gezahlt hat, indem sie etwa 20.000 Autos zurückgekauft haben bzw. den Rest umrüsten. Bislang soll das wohl über 16 Milliarden Euros gekostet haben.

Merkel ist gegen die blaue Plakette, weil damit eine Voraussetzung geschaffen werden würde, dass alle, die diese nicht erhalten, gegen die Autohersteller klagen könnten. Nun kungelt aber die CDU wie schon seit Jahrzehnten so intensiv mit den Großkonzernen, dass beide alles versuchen, um die Autolobby von Gewinnverlusten zu verschonen. Dafür spendet die Autolobby auch viel Geld an die Parteien. Zwischen 2009 und 2017 erhielten z.B. Union und FDP zusammen über 13 Millionen an Parteispenden von der Autolobby.

Das Verwaltungsgericht hat durchaus offen gelassen, mit welchen Maßnahmen die Belastung an NOx reduziert werden kann. Da diese Regelung schon seit über 10 Jahren gültig und seit gut 20 Jahren bekannt ist, die Politik insbesondere in Person der diversen Verkehrsminister aus der Union, aber bislang völlig untätig geblieben ist und den Dieselbeschiss der Autokonzerne deckt und mitmacht, hat das Gericht eben enstchieden, dass unter diesen Umständen jetzt als einzige tatsächlich wirksame Maßnahme nur noch Fahrverbote übrig bleiben.

so verlor er quasi über Nacht jede Menge Geld

Das Geld verliert derjenige erst, wenn er den Verlust auch realisiert, d.h. das Auto jetzt verkauft. Vorher existiert der Verlust nur auf dem Papier. Der jährliche Wertverlust reduziert sich nämlich massiv mit dem Alter des Fahrzeuges.

Klar, wer sich für gewöhnlich alle 2 Jahre ein Neufahrzeug kauft, der hat jetzt einen erheblich höheren Wertverlust zu beklagen. Aber das war eigentlich vorauszusehen.

Der Gebrauchtwagenmarkt an Dieselfahrzeugen bricht zusammen

In Deutschland : JA. Wo anders aber nicht so sehr.

Du kannst davon ausgehen, dass der Export von gebrauchten Dieselfahrzeugen steigen wird. Aber natürlich erzielt man auf diesem Weg nicht mehr die alten Preise.

Aber eins sollte klar sein, wenn die 'Diesel'-Sau endgültig durchs Dorf getrieben ist , dann kommen die Benziner dran. Weil die stoßen ja 'böses' Kohlendioxid aus und außerdem - weil ohne Filter - ja auch Feinstaub. -> Partikelfilter für Benziner wird eingefordert.

Und wenn die blaue Plakette (nach aktueller Definition) doch kommen sollte, dann werden auch Benziner die vor dem September 2014 (Euro 6b) zugelassen wurden nicht mehr in die 'blauen' Zonen dürfen. Kommt die Euro 6c zum Zuge, dann ist Septmber 2017 der 'Stichtag'

Der Wertverlust durch Abschreibung wird durch Schwankungen des Marktwertes überhaupt nicht beeinflußt. Ein verringerter Marktpreis kommt nur dann zum Tragen, wenn man das Auto auch tatsächlich verkauft. Da du ein EU6-Fahrzeug hast, wäre es aber unsinnig, es zu verkaufen, weil es gar nicht durch ein Fahrverbot bedroht ist. Allgemein gilt: Wenn jemand so dumm ist und bei einem zu niedrigen Marktpreis verkauft, so haftet er für eventuelle Verluste, die daraus entstehen, selbst.

Zur Zusatzfrage: Du hast ja insgesamt 3 Fragen gestellt. Bei der 3. Frage hast du gleich eine Bewertung angeführt, nämlich dass es Unsinn sein sein soll bei EU6 eine EU4-Plakette zu haben. Dass ist keineswegs so, sondern zeugt vom Sachverstand (und Wohlwollen dir gegenüber) der Person, die geklebt hat, denn mit der grünen Plakette (EU4) kannst du unbeschränkt in den Umweltzonen fahren.

Was möchtest Du wissen?