Wer kennt sich mit Arbeitszeugnisse und dessen Bewertung aus?

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7 Antworten

Hallo Labrador0203,

auch wenn man ein Zeugnis nur dann sicher bewerten kann, wenn es komplett vorliegt, so wirken diese Fragmente recht verworren und unschlüssig und hinterlassen den Eindruck, das hat sich der ahnungslose Arbeitnehmer selber zusammen gestückelt: einerseits Höchstes Lob, andererseits eher nur gute bis befriedigende Leistungen, auch das Wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwartsform, das passt nicht. Hier werden auch Beschreibung und Beurteilung wild in Sätzen zusammengefügt, was bei einem guten Zeugnis eines AG nicht der Fall ist: erst beschreiben, dann bewerten.

Als ich dann in deinen Kommentaren zu anderen Antworten las, dass dies tatsächlich vom AG, bzw. einer Personalmitarbeiterin erstellt wurde, und es sich hierbei um ein Ausbildungszeugnis handelt,  war ich doch sehr überrascht, denn so ein Mensch sollte sich gut in der Materie auskennen und wissen, dass einerseits der Lernprozess/ -erfolg zwingend in das Azubi-Zeugnis gehört und das Zeugnis geordnet, logisch und schlüssig in den Aussagen aufgebaut werden muss. 

Auch Aussagen wie:

In unserer Buchhaltung übernahm sie nach einer kurzen Einarbeitungszeit die Stundenerfassung unserer Mitarbeiter in einer exceltabelle 

lassen Fragen offen, soll das nun ein ernstgemeintes Lob sein, oder nicht?Will man damit das Vertrauen dir gegenüber ausdrücken, so sollte man das hier explizit nennen, denn so wie es da steht, kann man die Aussage auch ganz anders interpretieren: da das Eingeben von Zahlen in einer Excel-Tabelle im Büroalltag eine sehr leichte Aufgabe ist, ist es komisch, wenn diese "Fähigkeit" in einem Zeugnis extra betont wird, das wirkt dann so, als wäre der AN nur zu leichten Aufgaben in der Lage...

Grundsätzlich sollte ein gutes Zeugnis aussagekräftig sein und keine Fragen aufwerfen, das ist hier leider der Fall.

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Man kann ein Zeugnis nur dann halbwegs seriös beurteilen, wenn man es im Zusammenhang liest, also vollständig von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum. Denn überall dort können Informationen enhalten sein, die für die Einschätzung des Zeugnisses wichtig sind. Deshalb:

Ich werde mal das hier auflisten was die Bewertung anging.

Das reicht nicht aus. Wichtig ist auch der Rest - und zwar vollständig. Denn das was hier vorliegt, ist für mich nicht schlüssig. Einerseits findet deine Leistung die "volle Anerkennung" (befriedigend), andererseits ist man mit dir "stets außerordentlich zufrieden" (sehr gut). Das passt nicht zusammen.

Durch ihre sehr guten Umgangsformen und ihre sehr zuvorkommende Art wird sie von unseren vorgesetzten und Kollegen stets sehr geschätzt. Sie bediente unsere Kunden stets aufmerksam und sehr höflich.

Dein Sozialverhalten wird wird gelobt, allerdings irritiert mich die Formulierung "unsere Vorgesetzten"

Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um ihr für die bisherige geleistet hervorragende Arbeit zu danken.

Es scheint also ein Zwischenzeugnis zu sein. Warum wurde es ausgestellt? Bei einem guten Zeugnis sollte auch erwähnt werden, dass man sich auf eine weitere Zusammenarbeit freut. Allerdings schreibst du in einem Kommentar:

Frau X wird nach der Abschlussprüfung weiterhin in unserem Unternehmen tätig sein

Also ein Ausbildungszeugnis? Das muss aus dem Zeugnis erkennbar sein. Im Ausbildungszeugnis muss mehr dein Lernerfolg beurteilt werden, weniger dein Arbeitserfolg. Ausbildungszeugnisse sehen ein wenig anders aus als Arbeitszeugnisse.

da ich mich hier garnicht auskenne.

Ich fürchte, das geht dem Verfasser des Zeugnisses genauso.

Deshalb nochmal: Willst du sinnvolle und hilfreiche Einschätzungen deines Zeugnisses haben, musst du es vollständig hier einstellen!

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Labrador0203 27.05.2016, 12:11

Ich werde auch am Wochenende nochmal das komplette Zeugnis hier reinstellen. Muss da auch der teil dazu was die Firma generell macht? Bin jetzt etwas irritiert, die Frau die das erstellt halt versicherte mir, dass das ein sehr gutes Zeugnis sei. 

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rotreginak02 27.05.2016, 12:38
@Labrador0203

@Labrador0203: ja, stelle bitte das komplette Zeugnis ein von Überschrift bis Datum, nur dann erhält man alle Details zur seriösen Bewertung

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Everklever 27.05.2016, 12:44
@Labrador0203

Muss da auch der teil dazu was die Firma generell macht?

Ja, da muss alles rein, von der Überschrift bis zum Datum!

die Frau die das erstellt halt versicherte mir, dass das ein sehr gutes Zeugnis sei. 

Das Zeugnis ist weder von der Bewertung her noch formell sehr gut. In Zeugnissprache könnte man der Verfasserin bescheinigen: "Unsere Zeugnisschreiberin war auf der Grundlage ihres Fachwissens stets bemüht, bestandskräftige und aussagefähige Zeugnisse zu verfertigen".

Die Dame benötigt dringend einschlägige Aufbaukurse.

Bin jetzt etwas irritiert

Geht uns doch nicht anders :-)

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DarthMario72 27.05.2016, 13:42
@Labrador0203

Muss da auch der teil dazu was die Firma generell macht?

Ja, sinnvoll ist das. Allerdings selbstverständlich alles anonymisiert. Abgesehen davon aber bitte möglichst 1:1 abtippen, also auch mit eventuellen Rechtschreibfehlern.

Bin jetzt etwas irritiert,

Das sind wir auch

die Frau die das erstellt halt versicherte mir, dass das ein sehr gutes Zeugnis sei.

Nun ja, du hast hier von mehreren Usern, die sich in der Materie gut auskennen, jetzt gehört, dass das - jedenfalls soweit man den Ausschnitt beurteilen kann - nicht der Fall ist.

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Ich werde mal das hier auflisten was die Bewertung anging.

Das reicht aber nicht. Ein Zeugnis kann nur dann seriös bewertet werden, wenn es komplett, Wort für Wort, hier natürlich anonymisiert, vorliegt. Komplett heißt: Von der Überschrift bis Datum. Ein Ausschnitt ist nie repräsentativ für das gesamte Zeugnis. Überall, aber auch wirklich überall, können auf- oder abwertende Formulierungen und Zusatzinformationen enthalten sein, die dem Laien oftmals entgehen.

ich kenne mich damit nämlich überhaupt nicht aus

Da kannst du dir mit dem Zeugnisschreiber die Hand reichen, denn der hat offenbar auch keine Ahnung. Dieses Zeugnis ist merkwürdig und kurios und mehr als einmal wird in einer völlig unkonventionellen Art über das Ziel hinaus geschossen. Außerdem fehlt in der Bewertung irgendwie eine klare Linie. Man könnte fast auf die Idee kommen, da hat jemand selbst Hand angelegt, um sich ein schönes Zeugnis zu verpassen, sich dabei aber in den Fallstricken der Zeugnissprache verhaspelt.

Auf Details würde ich dann eingehen wollen, wenn das Zeugnis noch einmal in Gänze präsentiert wird.



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Labrador0203 26.05.2016, 13:11

Mhm Okay das schockt mich jetzt natürlich sehr.

Ich möchte nicht, das dieses Zeugnis beim nächsten Arbeitgeber als abwertend aufgefasst wird, da ich mich ja in jedem Fall woanders bewerben möchte. 

Also die personalbearbeiterin meinte wohl, dass sie die Sätze von diesem Programm das denen zur Verfügung steht ein bisschen umformuliert hat, damit es sich nicht so anhört wie alle anderen Zeugnisse. Aber kenne mich wie gesagt ja null damit aus.

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Ein wenig kurios ist das Zeugnis schon  geschrieben, so als ob einer nicht wirklich Ahnung vom Zeugnis schreiben hatte.

Mehrfach wirst du mit Lob überschüttet, wie hervorragend du bist, auf der anderen Seite findet man auch Formulierungen, dass du nur "gut" bist. Als in einigen Abschnitten eine 1, kurz darauf eine 2.

Dennoch ein gutes Zeugnis. Was mich aber doch stört: Die Firma bedankt sich für deine hervorragende Arbeit, auf der anderen Seite aber kein Wort des Bedauern über das Ausscheiden.

Dieses Weglassen kann ein neuer Chef so deuten, dass es am Ende da wohl doch was negatives gab. Bitte deine alte Firma, den Punkt daher aufzunehmen.

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Labrador0203 26.05.2016, 08:11

Ja ich dachte auch manches ist wiederum eine 2.. ich werde mal noch die letzten Sätze dazuschreiben die im Zeugnis standen, weil ich bleibe ja in der Firma:

Frau X wird nach der Abschlussprüfung weiterhin in unserem Unternehmen tätig sein, wir wünschen uns eine noch lange währende konstruktive Zusammenarbeit. Das stand zum Schluss 

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Jewi14 26.05.2016, 08:12
@Labrador0203

Ach so, du bist/warst Azubi oder so was und bist übernommen worden. Nun dann brauch natürlich kein Bedauern des Ausscheides rein.

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Wurzelstock 26.05.2016, 09:14

Jewi, das ist zwar richtig, was Du bekrittelst, aber nach solchem Krimskrams guckt ein neuer Chef bei der Vorstellung nicht. Der wirft einen Blick aufs Zeugnis, vergleicht seinen eigenen Eindruck vom Bewerber mit dem, den er hinterlassen hat, und das wars.

Labrador, ich habe schon vermutet, dass es das Führungszeugnis zum Ende der Ausbildung ist. Deshalb habe ich auf eine neue Gelegenheit gewartet, um einen Tip für die nächste Arbeitsstelle loszuwerden. Das hat sich zwar erledigt, aber ich kanns halt nicht für mich behalten:

Dein Chef erteilt dir für dein betriebliches Sozialverhalten ein "Summa cum laude".

In einem neuen Betrieb musst Du trotzdem ganz unten in der Hierarchie anfangen. Wo ganz unten ist zeigen die Kollegen dem Neuling erst ab der 5. Woche. Bis dahin findet nämlich das große Verbrüderungsfest statt. Falls Du bis dahin ein paar kleine, aber entscheidende soziale Fehler gemacht hast, kann das knochenhart werden. Einer dieser kleinen Fehler ist es zu glauben, man könnte schon alles so gut wie die anderen, weil man ja ein so gutes Zeugnis hat. Aber Du scheinst ja über die nötige Zähigkeit zu verfügen :-)

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Jewi14 26.05.2016, 09:28
@Wurzelstock

Ich finde, du hängst dich zu weit aus dem Fenster wenn du es als Kleinigkeit betrachtest. Gerade das Weglassen von Formulierungen wird dem neuen Chef sehr deutlich sagen, dass es Probleme mit dem Mitarbeiter gab und wird daher überlegen, ob er nicht einen Bewerber zum Gespräch einlädt, wo das Bedauern drin steht.

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Labrador0203 26.05.2016, 09:44
@Jewi14

Ja deswegen war mir das so wichtig dass da einfach mal jemand drüber schaut der sich auskennt. 

Ich kenne mich mit den Codes überhaupt nicht aus.

Ja ich denke auch dass das dann wieder unheimlich schwer wird in einer neuen Firma. In der alten kennt man alle, kennt alle Aufgaben und alles. Und in einem neuen Betrieb ist dann alles wieder neu. Da hilft einem das Arbeitszeugnis auch nicht

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Nightstick 26.05.2016, 12:30

Leider habt Ihr alle sehr wenig Ahnung von einer richtigen Zeugnisanalyse :((

Ein Zeugnis (hier wohl ein Zwischenzeugnis) kann man nur beurteilen, wenn man bestimmte Informationen hat, z.B. welche Ausbildung wann beendet wurde, als was danach wie eingestellt usw., und wenn der Zeugnistext vollständig (!) vorliegt, denn überall können sich ungünstige Formulierungen und versteckte Hinweise für potentielle neue Arbeitgeber enthalten sein, u.a. auch in der Reihenfolge der Auflistung der Tätigkeiten.

Daher empfehle ich der Fragestellerin dringend, das Zeugnis noch einmal sorgfältig (ohne Schreibfehler), von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum/Unterschrift hier einzustellen.

Dann sehen wir weiter... 

Alle anderen Bewertungen taugen kaum etwas!

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Wurzelstock 27.05.2016, 16:45
@Nightstick

Labrador, ich habe Jahrzehntelang Arbeitszeugnisse geschrieben und gelesen. Deshalb weiß ich, wie Arbeitgeber ticken.

Lass dich nicht irritieren von Korinthenproduzenten, die argwöhnisch hinter jeder Verschlüsselung noch eine Verschlüsselung  vermuten, und wenn sie einen Floh husten hören, anstengenden Überlegungen nachgehen, ob es nicht womöglich doch eher eine Laus in ihrem  Pelz war, die gehustet hat.

Sicher - solche Leute gibt es tatsächlich, wie Du siehst. Unter den Personalchefs und Arbeitgeber sind sie doch eher seltener als unter Schüler und Studenten, die ja darauf angewiesen sind, mit den Köpfen anderer Leute zu denken statt mt dem eigenen.

Mit solch einem Zeugnis wie deinem schwebt jeder zu recht 10 cm über dem Boden, und an einem sochen Triumph möchte sich man so ausgiebig wie möglich weiden. Gerade deshalb solltest Du diese Party hier beenden, und nicht das komplette Zeugnis einstellen! Es kann nur noch bergab gehen, und vermutlich wird dir einer, der das ohne Frage besser kann, am Ende ein neues schreiben, auf das nicht Du, sondern er stolz ist :-)

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Wurzelstock 27.05.2016, 16:57
@Wurzelstock

P.S.: Wenn Du eines Tages den Arbeitsplatz wechselst, wirst dir ohnehin noch ein ein Zeugnis ausgestellt, von dessen Existenz Du nichts erfährst. Dein neuer Arbeitgeber wird deinen alten anrufen und vertraulich befragen. Das tun wir alle. Du brauchst es nicht zu fürchten.

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DarthMario72 27.05.2016, 19:52
@Wurzelstock

Deshalb weiß ich, wie Arbeitgeber ticken.

Dann solltest du wissen, dass es eben doch auf das vollständige Zeugnis ankommt. Im Gegensatz zu dir mit deiner einzelnen Meinung gibt es hier mehrere User (die sich hervorragend mit der Materie auskennen), die feststellen, dass das Zeugnis eben nicht so Top ist wie du behauptest, sondern sehr widersprüchlich.

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Das muß man im ganzen lesen. Es gibt Sätze die hören sich gut an aber sagen in Wahrheit was ganz anderes. Da gibts ein Buch wo man das nachlesen kann

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da ich mich hier garnicht auskenne

Die Dame, die das Zeugnis geschrieben hat, aber offensichtlich auch nicht. Das wurde dir hier ja schon von mehreren Leute bestätigt. Poste mal das vollständige Zeugnis, dann kann man es ordentlich bewerten und dir dann auch Tipps geben, wie du weiter vorgehen kannst.

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Steht doch drinnen, das der AG mit dir zufrieden war oder ist. Alles bestens

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