Wer kennt sich mit Steuern und Anrechnungen vom Jobcenter aus?

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4 Antworten

http://www.brutto-netto-rechner.info/

Dort alle abgefragten Daten eingeben und du weißt was Netto übrigbleibt. Dann kommt es auf dein Ex an ob er dir Unterhalt zahlt. Du hast dann unter Umständen anrecht auf wohngeld. Dein Kindergeld wird nicht mehr angerechnet. Musst du nun selbst errechnen was dir übrig bleibt.

Willkommen in Deutschland, das Land des Niedriglohns

Milyll 27.10.2012, 13:32

Danke. Aber stimmt das auch mit dem Jobcenter? Dass ich am Ende nur 100,-€ + 20% der restlichen Summe für mich hätte, und der Rest ginge an das Jobcenter? Wenn es so ist, dann macht es wirklich weder Spaß noch Sinn zu arbeiten. Ich meine, schon wenn man kein Arbeitslosengeld-Bezieher ist und sein eigenes Geld verdient, ist auch ein Riesenunterschied zwischen dem Brutto- und dem Nettobetrag. Aber als Sozialhilfe-Empfänger auch noch so "verarscht" zu sein... Das ist alles andere als "sozial", ganz ehrlich.

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Nur mal die Frage nach den 1100 € mtl. Brutto: also abzgl. Sozialabgaben (RV 19,6%, ALV 3%, KV 15,5%, PV 1,95% = ca. 40% / 2 ) ca. 20% und ein Lohnsteueranteil von ca. 2,5% ergibt erst mal netto ca. 850 € mtl.

Milyll 27.10.2012, 13:44

Danke

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Ich meinte am Anfang natürlich: "Ich kenne mich leider mit den ganzen An- und Berechnungen NICHT aus"...

"Ich will nicht so eine Person sein. Aber mittlerweile kann ich das bei diesen Leuten nachvollziehen, wenn man doch endlich arbeitet und fast nix davon hat."

Lernen ist schwierig, aber mit viel Geduld klappt es manchmal doch :)

Ok. Wieviel Steuern Du zahlen musst, können Dir Brutto-Netto-Rechner im Internet vorrechnen. Vermutlich keine 5 Prozent Deines Lohns, da Du ja nur wenig über dem Steuerfreibetrag bist (9.000 Euro pro Jahr).

Ab gehen erst mal ca. 20,5 Prozent Sozialversicherungsbeiträge. Der User Siola55 hat offenbar gegooglet, aber kein Hintergrundwissen und daher nicht berechnet, dass die SV-Beiträge zu fast der Hälfte vom AG getragen und nicht von Deinem Lohn abgezogen werden. Einfahes Schulwissen!

Und dann wird das mit Steuern wohl unter 25 Prozent sein.

Das Jobcenter berechnet Dir einen Freibetrag von 100 Euro (70, wenn der schon verbraucht ist, z.B. durch Kindergeld) und 20 Prozent von allem zwischen 100 und 800 Euro. Nochmal 10 Prozent gibts für alles darüber.

Das macht dann ca. 240 - 270 Euro.

Dieser Freibetrag wird vom Nettolohn abgezogen und der Rest gibt das anzurechnende Einkommen. Das dürften also um 550 Euro anzurechnendes Einkommen sein.

Damit kommst Du wahrscheinlich in die Zone, wo Du von ALGII ins Wohngeld wechseln könntest. Das hätte den Vorteil, dass Du vom JC keine Stellenvorschläge mehr bekommen würdest und Dich dann nicht neben der Arbeit noch mit Bewerbungen herumschlagen müsstest.

Das JC würde das aber vermutlich eh ausrechnen und Dich darauf hinweisen.

Milyll 27.10.2012, 21:12

Heißt es dann, dass ein Großteil von den 550,- € an das Jobcenter gehen würde, oder dass ich einfach 550,- € WENIGER ALG II bekommen würde? Das ist da, wo ich nicht mehr ganz folgen kann, weil ich über die Bedeutung des Wortes "anrechnen" nicht sicher bin. Wie gesagt, es ist mir schon klar, dass ich weniger ALG II beziehen werde, wenn ich mal arbeite. Es ist auch ok so, denn ich will ja nicht für immer auf das Jobcenter angewiesen sein. Wollte nie ein Sozialfall werden, es ist aber anders geworden und ich suche keine Arbeit, weil ich durch das Jobcenter dazu verpflichtet bin, sondern weil ich selbst arbeiten WILL. Nur, das ist schon das 4. Jahr, das zu Ende geht und ich darf jetzt nicht mehr "anspruchsvoll" sein und das nehmen, was sich bietet, deswegen bewerbe ich mich kaum noch als das, was ich gelernt habe. Wie auch immer... Werden nun die 550,- € an das Jobcenter gehen oder nur teilweise? Weißt du das genau?

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Milyll 27.10.2012, 21:14
@Milyll

Ich hacke sehr nach, weil ich sicher sein will, bevor ich den Vertrag unterschreibe. Ich will nicht unterschreiben und es dann bereuen, weil ich am Ende nichts von meinem Geld hätte... Von Fremdsprachenkorrespondentin / Office-Managerin zu Zimmermädchen ist schon ein großer Sprung nach hinten, aber ich will auch nicht extrem unterbezahlt sein...

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derdorfbengel 27.10.2012, 21:28
@Milyll

Du hast zwar nicht danach gefragt, aber ich erinnere Dich daran:

Wenn Du von Dir aus eine angebotene Arbeit ablehnst, fängst Du Dir eine Sanktion ein.

Wenn Du partout die Arbeit nicht willst, lass die andere Seite Dich ablehnen.

Allerdings: wenn Du diese Arbeit ablehnst, frage ich schon auch ein bissle kritisch: was glaubst Du, wieviel bessere es gibt? ich habe eben noch vor der Antwort mal den Stundenlohn überschlagen. Ich bekam 10,15 raus.

Das ist für heutige Verhältnisse kein schlechter Lohn. Wenn ich einen Hungerlohn errechnet hätte, hätte ich Dir gleich vion mir aus angeraten, die Arbeit abzulehnen.

Also ich würde DAS nicht so frei heraus zurückweisen, noch mich schlecht anstellen.

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Milyll 29.10.2012, 09:18
@derdorfbengel

Ich habe NIE gesagt, dass ich definitiv ablehnen will. Aber wenn ich von 1100,-€ am Ende nur noch 550,-€ oder sogar weniger, weil ich sozusagen "doppelte Abgaben" hätte (Sozialversicherungsbeiträge UND Jobcenter), hälst du das auch noch für so toll? Ich will hier nur herausfinden, was mir am Ende ungefähr bleiben würde, damit ich auch weiß worauf ich mich einlasse. Wenn dir jemand sagen würde "Hey Mann, du brauchst einen Job, also nimm das an, ganz egal ob du am Ende fast nichts von deinem schwer verdienten Geld hast", würdest du doch auch lange zögern, oder?

Und ja, du hast recht: es gibt nicht viele bessere Alternativen. Und das ist eine Schande, ganz ehrlich. Wie gesagt, es ist schon ätzend genug, dass ich das, was ich gelernt habe, nicht weiter machen kann. Auf gut Deutsch gesagt: ich verkaufe mich weit unter meinem Wert. Das ist ok. Aber man darf auch nicht übertreiben oder? Kannst du das nicht auch ein bisschen nachvollziehen?

Die 10,15 € Stundenlohn, die du ausgerechnet hast, das ist das Brutto-Ergebnis, oder nicht? Dann rechne icschau doch mal was ich netto bekäme und dann noch dazu wie viel mir das Jobcenter nehmen würde...

Ich will arbeiten, nicht weil ich vom Jobcenter dazu verpflichtet bin, sondern weil ich's will. Seit 4 Jahren tue ich nichts anderes als was zu suchen. Und wenn man endlich etwas bekommt, klar kriegt man auch weniger Arbeitslosengeld vom Jobcenter, aber warum nehmen sie dann auch noch etwas vom Gehalt ab?

Oder habe ich bis jetzt etwas nicht verstanden?

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