Wer kennt die USA, vor allem von den nördlichen Bundesstaaten?

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2 Antworten

Das ist eine Frage, die eine sehr vielschichtige Antwort bedarf, da es zwar Unterschiede gibt, die aber sehr schwer zu beschreiben sind.

Also erst mal äúßerlichkeiten: die ganze Ostküste von North-Carolina nach Maine ist eher europäisch geprägt. Es gibt viele Häuser die genauso gut in England oder Irland stehen könnten, und die große Municipalbauten sind (neo)-klassizistisch oder (neo)-barock. In Florida, Georgia und South-Carolina gibt es auch spanisch-mediterrane Einflüsse, gemischt mit Europäische.

In ganz USA sind die Menschen sich ihrer Herkunft meistens sehr bewusst, auch wenn sie sich alle als US-Bürger bezeichnen, und darauf sehr stolz sind. Dennoch betonen vor allem die Iren und die Deutschen ihre Herkunft, und sobald man mit den Menschen ins Gespräch kommt, wird einem erzählt, dass Vorfahre XY aus Europa eingewandert ist. Weiter nach Westen habe ich dieses Verhalten als nicht ganz so ausgeprägt wahrgenommen.

Die "Mentalität": im Osten wird mehr gearbeitet, zumindest habe ich das so empfunden. Weiter nach Westen ist alles ein wenig mehr relaxed, sogar an der West-Küste.

Jetzt habe ich aber mit "Osten" nur die Staten an der Ost-Küste gemeint. North-Dakota fällt schon im "Mid-Western USA", und ist wieder ganz anders. Dort ist ein Großteil der Bevölkerung agrarwirtschaftlich geprägt, das heisst: Selbstversorger, und selbstständig in einem Land in dem Wassermangel und die Abhängigkeit von den Banken und den großen Agragkonzernen immer größere Probleme verursachen. Diese Menschen sind Kämpfer, die sich verbittert gegen jegliche staatliche Einflussnahme wehren. Sie sind häufig sehr kirchlich, und berufen sich auf ihre Rechte, die noch aus der Zeit der "Go-West"-Besiedlung stammen. Natürlich gibt es nicht nur Farmer, aber sie haben die Mentalität geprägt. Dort erlebt man unglaubliche Gastfreundschaft, aber auch knallharte Revange wenn man diese Leute in die Quere kommt.

North und South-Dakota haben auch "Indigenous People", vorwiegend Oglalla-Sioux, die sich zwar als Hintergrund für Western gut machen, aber sonst viele soziale Probleme bereiten. In und um den Reservaten ist die Kriminalität (meist Beschaffungsdelikte im Zusammenhang mit Drogen und Alkohol) recht groß. In den anderen Gebieten hält sich die Kriminalität sehr in Grenzen, was wohl auch daran liegt, dass die Menschen sehr bibeltreue sind. Das führt dazu dass sie das "Auge um Auge" recht wörtlich nehmen, und ihre Konflikte selber auskämpfen. Jeder der halbwegs bei Verstand ist, wird das lieber meiden, und begeht seine Straftaten woanders.

Im Süd-Osten, also Florida, ist die Kriminalität so ähnlich wie in Europa: Taschendiebe, Einbrecher, Autoknacker kommen am häufigsten vor.

Die höchste Zahl der Straftaten gibt es in den No-Go Areas um den Hafen von Baltimore. Dort sollte man nur in Begleitung oder entsprechend mit Sprays und bissige Hunden ausgestattet spazieren gehen. Es ist wirklich kein Vergnügen, und die Polizei kommt kaum hinterher.

In New York gibt es seit der "Zero-Tolerance" Politik keine so offensichtliche Gefahr mehr, obwohl man auch dort auf der Hut sein sollte, und sein Auto nicht in jede Seitenstraße der Bronx abstellen sollte, aber sonst geht es. Sogar der Central Park ist wieder sicher.

Von Arkansas habe ich eigentlich nur das schöne National Park in Erinnerung. Alles andere war eher unspektakulär.

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Britisches Flair findest du in den Neu-England-Staaten, also im Nordosten der USA.

Konkret von Rhode Island nordwärts nach Maine mit Boston als (inoffizielle) Hauptstadt.

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