Wer kann mir eine Argumentation erklären: Argument, Beweis, Beispiel?

3 Antworten

Mit dem "Beweis" konkretisierst du das Argument mehr oder weniger.

Es gibt aber durchaus Unterschiede wie es vermittelt wird. Wir hatten z.B. "Argument - Begründung - Beispiel".

z.B.

Dafür dass der Schulunterricht erst um 9 Uhr beginnen soll spricht, dass Schüler so ausgeschlafener sind und dem Unterricht hierdurch besser folgen können. Die Begründung wäre, dass die Schüler so die Möglichkeit haben eine Stunden länger zu schlafen. Als Beispiel könnte man nun eine Schule nennen an der dieses Modell bereits funktioniert oder auch dass du selbst bereits gemerkt hast, dass du dem Unterricht besser folgen kannst, wenn du ausgeschlafener bist.

Oder gegen ein Tatoo spircht, dass diese ein gesundheitliches Risiko darstellen. Die Begründung wäre, dass es sein kann, dass man unter einer Allergie leidet oder dass beim tätowieren ein Fehler unterläuft. Als Beispiel könnte man jemanden aufführen, dem genau dieses Risiko wiederfährt.

An einer anderen Schule hatten wir es auch so, dass man zu der übergeordneten These (dem Ausgangsthema) Argumente finden musste und diese dann durch ein Beispiel konkretisieren musste.

Ich denke, man wird euch im Unterricht sicherlich vermittelt haben, wie es in der Arbeit erwünscht ist. Hiernach würde ich mich letztlich auch richten.



Und gibt es einen Unterschied zwischen der textgebundenen Erörterung und
der freien? Abgesehen davon dass man die Argumente direkt aus dem Text
nehmen kann.

Ja, dass ist schon ein wesentlicher Unterschied. Bei der textgebundenen mussten wir aber zu dem noch die Meinung des Autors darstellen und diese analysieren. Wir mussten zu dem bei jedem Argument des Autors schreiben ob wir dem zustimmen oder nicht und dies auch begründen.

Erst anschließend konnten wird unsere eigene Meinung aufgreifen. Hier konnte man sich dem Autor anschließen, man durfte/sollte aber auch eigene Argumente aufgreifen. Zum Schluss kam dann noch ein Fazit.

Somit kann man sagen, dass die textgebundene Erörterung meist doch umfangreicher ist. Ob es aber bei euch auch so verlangt wird, hängt von eurem Jahrgang und der Schulform ab. Auch hier würde ich mich somit danach richten, wie es bei euch vermittelt wurde. Bei uns war es im Abschlussjahr der Fachhochschulreife.


Kann man sagen dass das Sanduhren- oder Reissverschlussprinzip besonders
vorteilhaft für eine textgebundene- oder freie Erörterung ist?

Dass "Sanduhrenprinzip" ist dass was einem oft als erstes vermittelt wird und daher fällt dieses vielen leichter. Bei uns wurde dies immer zur freien Auswahl gestellt.

Beim "Reissverschlussprinzip" sehe ich den Vorteil, dass man die Pro- und Kontra Argumente so direkter gegeneinander abwägen kann (wenn man es beherscht).

Andererseits kann man beim "Sanduhrenprinzip" die eigene Position stärker rüberbringen, da man ja zum Schluss nur die eigene Position aufgreift.

Ich denke man muss schauen womit man besser zurechtkommt. Ich habe meist dass "Sanduhrenprinzip" gewählt, weil es mir eben vertrauter war und ich damit gut argumentieren konnte.


und wenn ich keinen Beweis habe? Kann ich das Argument dann auch nicht benutzen?

Nein, das macht nur Donald Trump so. ;)

Schau, so eine Erörterung soll dich an wissenschaftliche Arbeitsweisen heranführen. Also kannst du nicht einfach irgendwelche Behauptungen aufführen, sondern sollst gute Argumente bringen, die du auch durch Belege unterstützen musst. Um das zu veranschaulichen, nennst du dann ein Beispiel.

Versuchen wir es: Pro/ contra Hundehaltung

Argument pro: Hunde verbessern die Lebensqualität

Beweis: Studien zeigen, dass Senioren, die einen Hund haben, durch die Versorgung des Haustieres wieder einen Sinn im Leben sehen und durch das Gassigehen wieder aus dem Haus kommen. Im Optimalfall kannst du diese Studie jetzt zitieren.

Beispiel: Oma Gerda war nach dem Tod von Opa Fritz depressiv und hatte keinen Antrieb mehr. Seit sie Lumpi hat, hat sie wieder mehr Freude am Leben, beim Gassigehen hat sie sogar Egon kennengelernt, mit dem sie jetzt regelmäßig Kaffee trinken geht.

Das was du gesagt hast ist auf jeden Fall korrekt. Mit Beweis ist gemeint, dass du einen Beleg nennen sollst. z.B. eine Studie hat ergeben, dass jeder 4.Mensch gewalttätig wird.

Verstanden?

Okay und wenn ich keinen Beweis habe? Kann ich das Argument dann auch nicht benutzen?

Und gibt es einen Unterschied zwischen der textgebundenen Erörterung und der freien? Abgesehen davon dass man die Argumente direkt aus dem Text nehmen kann.

Kann man sagen dass das Sanduhren- oder Reissverschlussprinzip besonders vorteilhaft für eine textgebundene- oder freie Erörterung ist?

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