Wer kann mir bei Erbrecht helfen?

6 Antworten

Egal ob weiteres Testamen oder nicht, lebzeitig konnte deine Großmutter nach dem Tod des Großvaters mit dem Nachlass machen, was sie wollte. Das hat sie getan, indem sie deinem Vater die Doppelhaushälfte überschrieben hat und er jetzt Besitzer ist. Das Nießbrachrecht endet mit dem Tod der Großmutter: § 1061 BGB Tod des Nießbrauchers Der Nießbrauch erlischt mit dem Tode des Nießbrauchers. Steht der Nießbrauch einer juristischen Person oder einer rechtsfähigen Personengesellschaft zu, so erlischt er mit dieser. Damit steht dir daraus nichts mehr zu. Für den Rest greift das 1. Testament, d.h. du bist Erbin, der Vater kann jedoch den Pflichtteil fordern, da er "enterbt" wurde. Bei der Nachlassverteilung ist jedoch die Schenkung an den Vater zu berücksichtigen. Hierfür benötigen sie einen Anwalt, der ihnen dabei hilft.

Und den Pflichtteil nach dem Tod des Großvaters hätte dein Vater innerhalb von 3 Jahren nach dessen Tod fordern müssen, hat er nicht getan, damit war der ganze Nachlass bei der Großmutter.

Kläre das lieber mit einem Anwalt! Auf Aussagen, die hier jemand zu diesem Thema macht, kannst (und solltest) Du Dich besser nicht verlassen!

Ich verstehe die zeitliche Abfolge nicht ganz.

Das erste Testament wurde vor 10 Jahren gemacht. Mit dem "Berliner Testament" wird in der Regel zunächst nicht der Enkel sondern in der Regel der überlebende Ehegatte bedacht. Drei Jahre später wurde dieses Testament nochmals bestätigt. Dies kann jedoch nicht stimmen, da laut deinen eigenen Angaben dein Grossvater bereits vor 8 Jahren, also ein Jahr vorher gestorben sein soll.

Vor 8 Jahren wurde beim Notar ein Testament zugunsten deines Vaters erstellt.

Maßgeblich ist immer das letzte Testament. Dabei wäre jedoch zu beachten, dass dein Vater nicht einfach vollständig enterbt werden kann. Sein Pflichtteilsanspruch kann nicht durch das Testament aberkannt werden. Deinem Vater steht auf jeden Fall der Pflichtteil sowohl am Erbe deines Opas, als auch deiner Oma zu.

Es wäre hier nun sehr hilfreich zu wissen, welches Testament denn nun zu welchem Zeitpunkt erstellt wurde und was dort drin steht.

Mit den Zeiten, hatte ich es noch nie. So, jetzt habe ich das damalige Eröffnungsprotokoll vorliegen. Das erste Testament ist aus dem Jahre 2000 ( Berliner Testament ), das zweite aus dem Jahre 2003 ( ebenfalls Berliner Testament ) und das dritte aus dem Jahre 2007 ( notarielles Testament ). Deine Aussage stimmt aber nicht. Ein Berliner Testament ist immer nach dem Ableben des Erstversterbenen bindend, es sei denn, es gab eine gesonderte Klausel im Testament, die dem Überlebenden eine gewisse Entscheidungsfreiheit über weitere Testamente gewährt. Desweiteren wäre ein Anfechtungsgrund des eigenen Testamentes, wenn ich meiner Großmutter nach dem Leben getrachtet hätte. Andernfalls ist es bindend! Das meinem Vater der Pflichtteil zusteht, dessen bin ich mir durchaus bewusst, jedoch habe ich unzählige Nachweise, dass er eigentlich schon mehr als seinen Pflichtteil erhalten hat, aber das war und ist zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht die Frage.

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@Kornblumenkind

Es kommt hier zuerst mal darauf an, wie genau das Berliner Testament ausformuliert wurde und wie die Eigentumsverhältnisse zwischen deinen Großeltern geregelt waren.

Weiter betrifft das Berliner Testament nur den Erbfall des Grossvaters, an den die Grossmutter gebunden wäre. Über ihren eigenen Anteil am gemeinsamen Vermögen kann sie auch nach dem Tod ihres Mannes frei verfügen. Diesen kann sie ihrem Sohn per notariellem Testament vollständig zusprechen. Ein Pflichtteilsanspruch deinerseits besteht hier nicht.

Bezüglich der Immobilie stellt sich die Frage, wie die Eigentumssituation zum Zeitpunkt des Todes deines Großvaters aussah. Gehen wir jedoch davon aus, dass das Haus deinen Großeltern zu gleichen Teilen gehörte, erhält er von dem Anteil deines Großvaters schon mal die Hälfte, also 25% des Hauses. Dann hat ihm deine Großmutter zumindest ihren Teil komplett geschenkt. Das sind 50%. Damit gehören ihm 75%. Allenfalls der Rest von 25% fällt als Schenkung in die 10-Jahres Frist. Wenn nun seit der Schenkung 3 Jahre vergangen sind, erhält er von diesen 25% nochmals 30%. Das wären dann nochmals 7,5 %. Macht also zusammen mindestens 82,5% des Hauses für deinen Vater.

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