Wer ist zuständig(Gesundheit, Therapie)?

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2 Antworten

"hallo wer ist zuständig für die verteilung der Kassenzugelassenen Psychotherapeuten?"

Der Zulassungsausschuss bei der Kassenärztlichen Vereinigung.

"Also wer ist zuständig dafür, dass man die Anzahl an Psychotherapeuten in städten erhöht und dadurch weniger wartezeit und schnellere hilfe entsteht? "

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der sich dazu auf die Ergebnisse der Bedarfsplanungen bezieht.

Grundsätzlich gibt es zurzeit wegen neuer Bedarfsplanungen ausreichend kassenzugelassene Psychotherapeuten. Das Problem liegt eher auf Patientenseite: falsche Suchen (Suche nach Psychologen, statt Psychotherapeuten), falsche Listen (man sollte schon die der Kassenärztlichen Vereinigung nehmen), unmögliche Nachrichten auf dem AB von Therapeuten, mangelnde Erreichbarkeit, Fixierung auf Wunschtermine usw, usf..

Hinzu kommt allerdings das Problem des Mißbrauchs. D.h. Erstgespräche werden von Menschen wegen allen möglichen Alltagsproblemen und bei Beratungsanliegen in Anspruch genommen und nicht, weil z.B. vom Hausarzt eine psychische Erkrankung festgestellt oder zumindest vermutet wurde, oder auch ein Anspruch auf Krisenintervention oder andere Kurz-Anliegen, die nichts mit der kassenfinanzierten ambulanten Psychotherapie zu tun haben ("Mir geht es jetzt schlecht, ich will, dass das jemand sofort weg macht!!!" - hier kommen also auch Unkenntnisse, was eine kassenfinanzierte ambulante Psychotherapie ist und zu leisten in der Lage ist (und was eben auch nicht) hinzu. Da gehen unnötig Kapazitäten verloren.

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Es ist richtig, wie schloh80 schreibt, dass der G-BA zuständig ist für die Zahl der Psychotherapeuten. Ein Problem dabei ist, dass dieser zur Hälfte mit Vertretern der Krankenkassen besetzt ist, die wiederum Angst haben, mehr bezahlen zu müssen, wenn es mehr Psychotherapeuten gibt. (Dabei ist vermutlich das Gegenteil richtig, denn alle relevanten Untersuchungen dazu sagen, dass jeder in Psychotherapie investierte Euro an anderer Stelle - z.B. Medikamenteneinnahme, Länge der Krankschreibungen u.a. - mindestens zwei Euro wieder einsparen würde.

Die ebenfalls angesprochene "Bedarfsplanung" verdient leider ihren Namen nicht, da seinerzeit, vor Inkrafttreten des PT-Gesetzes 1999 einfach die Zahl der damals tätigen Psychotherapeuten als "Bedarf" definiert wurde. Ein echter Bedarf wurde nie vom G-BA ermittelt. Dieser liegt offensichtlich aber über den jetztigen Zahlen.

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