Wer ist verachtenswerter, der Amokläufer oder die Mobber, die ihn jahrelang in ein psychisches Wrack verwandelt haben?

14 Antworten

Verachtenswert - um das Wort würde ich mich gerne drücken.

Solange jemand eine Wahl hat, ist er immer direkt als erstes für eine Tat verantwortlich.

Erst im zweiten Schritt kann man untersuchen, wie es dazu gekommen ist. Jemanden zu einer Tat zu drängen oder ihn anzustiften, ist auch nicht okey, sogar schlimm, aber entbindet den späteren Täter nicht von seiner Verantwortung.

Mobbing ist schrecklich.
Amoklaufen ist schrecklicher.

Verwerflich ist beides. Am besten, man mobbt nicht und man läuft keinen Amok.

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Ob etwas verwerflich ist, würde ich nicht daran messen, ob mit Konsequenzen für den Täter zu rechnen ist.

Mobbing kann eine Tat nachvollziehbar machen, aber niemals entschuldigen.

Sollten deiner Meinung nach Menschen, die eine schlimme Kindheit hatten, machen können, was sie wollen?  
Verstehen und Tolerieren sind unterschiedliche Paar Schuhe.

Also ich finde einen Großteil der Schuld trifft auch die, die ihn gemobbt haben. Und ich denke das sollte an Schulen auch intensiver Verfolgt und bestraft werden.
Allerdings hätte der gemobbte selbst die Schule wechseln können, bzw. sich seinen Eltern oder Lehrer anvertrauen hätte können.
Ein Amoklauf billigt das Mobbing zwar noch lange nicht, da nicht die Mobber getroffen wurden, sondern Unschuldige Menschen.
Aber trotzdem wird in unserer Gesellschaft über vieles hinweggesehen, wo man einfach mehr Aufklärung betreiben müsste.
Und gerade diejenigen die täglich jemanden mobben, sollten sich täglich fragen,warum sie das tun, und wie es ihnen erginge, wenn sie die Gedemütigten wären.
Trotzdem ist jeder Mensch dazu angehalten und zu helfen.
Hätten sich die Menschen, die dem Amokläufer helfen wollten, zu einer Gruppe zusammengeschlossen, oder hätten den Lehrer informiert, wäre es nie soweit gekommen.

Das ist meine Meinung, und ich wollte damit jetzt niemand angreifen.

Lg Irina

Sicherlich hat das Mobbing den Täter stark beeinflusst. Seine Taten haben mehrere Menschen das Leben gekostet, die Mobber jedoch haben niemandem getötet. Sie sollten für ihre Vergehen (Nötigung, Körperverletzung etc. ) gemäß ihres Alters angemessen bestraft werden, aber eine Entschuldigung für den Täter stellen sie nicht dar. 

  • Amoklauf und Massenmord geht gar nicht. Punkt. Da irgendwelche relativen "wer ist schlimmer" auch nur zu diskutieren, geht mir zu weit. Massenmord ist extrem verwerflich und unentschuldbar. An diesem Amoklauf gibt es absolut gar nichts zu relativieren oder schönzureden. Die Opfer waren unschuldig. Anders würde meine Position aussehen, wenn er sich nur an seinen Tätern gerächt hätte. Auch dann ist Mord natürlich der falsche Weg, aber wäre irgendwie emotional nachvollziehbar. So aber ist der Amoklauf einfach nur grausig.
  • Du hast aber durchaus recht, dass Mobbing eine üble Sache ist und in Deutschland leider viel zu wenig verfolgt und bestraft wird, gerade unter Kinder und Jugendlichen nicht. Lehrer und Eltern sind hoffnungslos überfordert, schauen desinteressiert weg oder sind schlichtweg unfähig. Hier müsste dringend etwas geschehen -- bei Betreuung, Erziehung, und Bestrafung gleichermaßen. Aber bei sogenannten "Kindern" schauen immer alle weg und reden sich das schön. Strafen gibt es keine, Strafmündigkeit wird nicht einmal diskutiert. Die Täter werden fast immer aufmerksamer behandelt und geschont als die Opfer. Wir haben hier riesige Defizite im Land.

Ich finde es schwierig, hier eine Täter-Opfer-Trennung vorzunehmen.

Beide sind Täter und zugleich Opfer.

Was bringt Mobber dazu, andere seelisch und körperlich zu quälen?
Zu geringes Selbstbewusstsein, sich gegen die anderen Mobber zu stellen?
Angst davor, selbst gemobbt zu werden?
Wie ist die Beziehung dieser Menschen zu ihren Eltern  und anderen Erwachsenen?
Denn wer von seinen Eltern mies behandelt wird, neigt entweder dazu, sich Mobbern anzuschließen oder zum Gemobbten zu werden.

Die Fragen sollen keine Entschuldigung für ihr Verhalten sein - gleiches gilt für den Amokläufer, sondern vielmehr dazu dienen, dass es dabei kein reines Schwarz oder Weiß gibt.

Auch wird nicht jeder zum Amokläufer, der so unmenschlich behandelt wurde.
Kommt allerdings Unverständnis seitens der Eltern hinzu sowie keine andere Person, die sich wenigstens halbwegs in den Menschen hinein zu versetzen, dann ist das Risiko höher.

Ebenso ist es alles andere als förderlich, wenn der Gepeinigte durch den Zwang in die(se) Schule gehen zu müssen, keine Chance hat seinen Peinigern zu entkommen.
Ein Schulwechsel ist nämlich mitnichten immer (einfach) durchzuziehen.

Dann sind da auch noch Lehrer, die bei dieser fiesen Sache mitmachen ebenso wie Schulleiter, die den (nicht mehr vorhandenen) guten Ruf der Schule versuchen aufrechtzuerhalten.

Ich sehe die Wurzel des Problems im zwanghaften stundenlangen auf relativ kleinem Raum zusammensitzen mit Gleichaltrigen, die im Grunde nichts gemeinsam haben als ihr Alter.
Dass welche mit gleichen Interessen darunter sind, ist eher reiner Zufall.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Hobbylektorin - "unerzogen" ist eine Lebenseinstellung

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