Wer ist Schuld Autounfall?

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14 Antworten

Hallo TheRessa,

rein vom "normalen Menschenverstand" her ist natürlich der auffahrende Pkw-Fahrer Schuld an dem Unfall.

Das Problem der deutschen Rechtsprechung, gerade im Verkehrsrecht, ist aber, dass die Paragraphen (gewollt oder nicht) recht "schwammig" formuliert sind. So heißt es in §1 StVO beispielsweise "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht". Und da liegt das Problem: Theoretisch könnte ein Richter auch allen drei Verkehrsteilnehmern eine Teilschuld einräumen: Der aus der Auffahrt kommende Pkw-Fahrer, weil er zu schnell auf die Straße fuhr und Dich dadurch erschreckt hat bzw. zur "Notbremsung" gezwungen hat.
Du, weil Du als Verkehrsteilnehmer jederzeit mit dem Fehlverhalten (plötzliches Auftauchen eines Pkw aus der Auffahrt) rechnen und Deine Geschwindigkeit entsprechend anpassen musst, so dass Du normal anhalten kannst und keine Notbremsung hinlegen musst.
Und der auffahrende Pkw-Fahrer, weil er den nötigen Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat oder nicht aufmerksam/abgelenkt war.

Das ist das selbe Problem wie mit den Winter- und Sommerreifen. Da steht in den Paragraphen, dass man "den Witterungsverhältnissen angepasste Bereifung" zu verwenden hat. Wenn ich jetzt an einem warmen Dezembertag mit 14°C mit Winterreifen einen Unfall baue, dann habe ich Schuld, weil die Winterreifen aufgund der Temperatur nicht angepasst waren. Genauso, wenn wir nach einem frühen Frühlingsbeginn im April nochmals Minusgrade bekommen und ich mit Sommerreifen einen Unfall baue.
Beides wäre völlig normal (Sommerreifen im April, Winterreifen im Dezember), vom "normalen Menschenverstand" wäre mir eigentlich nichts vorzuwerfen - und doch gibt der schwammige Gesetzestext "mit angemessener Bereifung" (o.ä.) es her, dass ich Schuld bin (auch wenn niemand "tagesaktuell" seine Reifen wechselt...

Lange Rede, kurzer Sinn: Das Verkehrsrecht ist schwierig und schwammig. Deshalb solltest Du Dir unbedingt einen Anwalt nehmen und ihm den Fall übertragen, damit er für Dich das beste Ergebnis erzielt.



Wer hinten drauf knallt, hat sowieso fast immer die Schuld, da er wohl den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat. "Normaler Auffahrunfall" soll das ausdrücken. Unnormal wäre er z.B. gewesen, wenn du grundlos gebremst hättest.

Ist der Schaden denn groß? Du kannst die ganze Abwicklung jedenfalls von einem Anwalt erledigen lassen, weil den die gegnerische Versicherung bezahlen muss.

Im Normalfall der der Auffährt weil er den Abstand nicht eingehalten hats und man zumindest Theoretisch immer so fahren muss um jederzeit anhalten zu können.

Ggf .hat der der aus der Einfahrt kam ein Teilschuld. 

Zunächst mal hat der Schuld, der die Vorfahrt missachtet hat.

Dann sollte jeder so fahren, dass er in unvorhergesehenen Gefahrenmomenten rechtzeitig abbremsen kann. Der dir reingefahren ist, hat auch Schuld.

Schätzungsweise werden die beiden Versicherungen der anderen Beteilgten sich an der Schadensregulierung beteiligen, deine aber nicht.

so komplex betrachten das deutsche gerichte nicht. der auffahrende muss so fahren, dass er immer anhalten kann, egal was vor ihm passiert.

annokrat

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Derjenige, der Dir die Vorfahrt genommen hat, hat eine Teilschuld, und der, der hinten aufgefahren ist, weil er nicht genug Abstand gehalten hat.

Aber erster Ansprechpartner ist für Dich die Haftpflicht des Auffahrenden. Der kann sich dann mit dem Grundstückseigentümer streiten, ob der Unfall passiert wäre, wenn er nicht einfach aus der Ausfahrt gefahren wäre.

Der Abstand zum vorausfahrenden Auto muß immer so gewählt werden, dass man anhalten kann, wenn dieses bremst. Insofern hat grundsätzlich der Auffahrende Schuld, zumal du keine Spassbremse hingelegt hast.

Hallo.

Du wirst wohl eine Teilschuld mit zu tragen haben. vermutlich zwischen 30-50%.Oder je 1/3 tel. 

Jede Versicherung bezahlt und ihr drei werden zurückgestuft.

Heißt in Klartext, dass der der mir hinten drauf gefahren ist auch schuld ist. Richtig

Ja , innerhalb geschlossener Ortschaft hat man mit Notbremen des Vordermanns zu rechnen ,

 

Und außerhalb nicht?

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@Havenari

Nicht zwangsweise !

Die Sache mit der Katze :-)

Innerorts ist eine Notbremsung wegen einer Katze gerechtfertigt anzusehen , da ein Kind der Katze folgen könnte .

Außerorts hast du nicht mit Kinder zu rechnen  , hier ist die Katze ggf. zu überfahren und eine Notbremsung nicht zu rechtfertigen .  

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Die Schuld wird aufgeteilt zwischen dem, der blind aus der Einfahrt kam und dem der aufgefahren ist.

Wenn Probleme auftauchen, nimm dir sofort einen Anwalt für Verkehrsrecht. Es kann sein, dass die beiden Versicherer gegenseitig stechen und pokern.

Genau ist richtig so

Er hat den Sicherheitsabstand wohl nicht eingehalten und ist der schuldige.

Er bekommt auch Bußgeld 

Ja, so ist es.

ja, richtig.

annokrat

Du selber bist nicht schuld das ist schon mal klar. Der aus der einfahrt ist doch ganz klar selber schuld.

Der von der Ausfahrt ist nicht schuld, habe ich mitbekommen. Da er dann schon weg war und der andere mir dann erst rein gefahren ist.  

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@TheRessa

Er war genauso am Unfall beteiligt. Das ist Fahrerflucht. sollte es eine private Ausfahrt sein, wäre er wohl zu ermitteln.

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