Wer ist haftbar für die Nebenkostennaachzahlung in einer WG?

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6 Antworten

Der Vermieter verlangt nun den Gesamtbetrag der Nebenkostennachzahlung von den jetzigen Vertragspartnern, nämlich Person A, D und E.

Das kann der Vermieter so machen. Wenn es einen Vertrag gibt, haften alle Mieter gesamtschuldnerisch gegenüber dem Vermieter. Dieser hat nun Anspruch auf den gesamten Nachzahlungsbetrag und kann diesen im Notfall auch gegenüber den Vertragspartnern gerichtlich geltend machen.

Wie sich die WG-Bewohner untereinander einigen, hat den Vermieter nicht zu interessieren.

Die Vertragspartner sind natürlich gesamtschuldnerisch haftbar, jedoch standen Person D und E niemals mit Person B in einem gemeinsamen Vertragsverhältnis.

Es ist völlig unerheblich, ob es ein Vertragsverhältnis zwischen den Bewohnern gibt. Es ist ausschließlich relevant, ob die Bewohner ein Vertragsverhältnis zu dem Vermieter haben/hatten.

 Sind Person D und E tatsächlich mithaftbar für dei gesamte Summe?

Kurz und Knapp: Wenn in einer Vertragsergänzung nichts anderes geregelt wurde, ja.

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Wer ist haftbar für die Nebenkostennaachzahlung in einer WG?

Gesamtschuldner

 § 421 BGB

Schulden mehrere eine Leistung in der Weise, dass jeder die ganze Leistung zu bewirken verpflichtet, der Gläubiger aber die Leistung nur einmal zu fordern berechtigt ist (Gesamtschuldner), so kann der Gläubiger die Leistung nach seinem Belieben von jedem der Schuldner ganz oder zu einem Teil fordern. Bis zur Bewirkung der ganzen Leistung bleiben sämtliche Schuldner verpflichtet.

Können die Vermieter die Zahlung des Anteils von Person B überhaupt fordern, wenn sie noch die Kaution haben und das mit dieser verrechnen könnten.

Die Kaution darf während des bestehenden Mietvertrages nicht vom Vermieter angegriffen werden.

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Bei einem gemeinsamen Mietvertrag bilden sämtliche Mieter eine Mieterpartei. Da in Eurem Fall bei jedem Wechsel der Hauptmieter der gemeinsame Mietvertrag nicht beendet, sondern fortgesetzt wurde, hat tatsächlich noch keiner der ausgezogenen Mieter Anspruch auf die Auszahlung seiner Kaution vom Vermieter. Folglich hat Mieter B noch gar keinen Anspruch auf die Rückzahlung der Kaution. Ein Anspruch auf die Rückzahlung der Kaution besteht bei einem gemeinsamen Mietvertrag erst, wenn das gemeinsame Mietverhältnis wirksam z.B. durch Kündigung oder einem Mietaufhebungsvertrag beendet wurde.

Aus diesem Grund sind alle Mieter gesamtschuldnerisch haftbar gegenüber dem Vermieter. Der Vermieter kann entweder gegen alle Mieter einen Mahnbescheid veranlassen oder nur gegen den solventesten Mieter bezüglich der Nebenkostennachzahlung gerichtlich vorgehen.

Während eines laufenden Mietverhältnisses darf bzw. muß der Vermieter gar nicht auf die Kaution zurückgreifen. Dies ist erst nach Beendigung des gemeinsamen Mietverhältnisses möglich.

Die Mieter einer WG bilden im Grunde eine GbR. In Ihrem Innenverhältnis sollten sie deshalb Vereinbarungen treffen, wie sie die Kautionszahlungen, die Verteilung der Nebenkostenabrechnung, das Ablesen der Wasser-, Heizungs- und Stromzähler bei einem Mieterwechsel regeln wollen. Ebenso wäre wichtig zu klären, wer welchen Anteil an der Monatsmiete zu zahlen hat. Nur bei einer eindeutigen Regelung dieser Verpflichtungen kann z.B. eine Regreßzahlung bei einem zahlungssäumigen Mieter gefordert werden.

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Der Vermieter kann von den Mietern die Kosten zurückverlangen. Im Streitfall kann er sich aussuchen, wen er verklagt. Das einfachste wäre doch,  die Nachzahlung zunächst durch 3  zu teilen, und das eine Drittel Monatsende an die Personen c,d und e aufzuteilen: 8/2/2 Avon 13 Anteilen des Drittels. Wieso wurde bei einem neuen Mietvertrag keine Ablesung gemacht? Zumindest Wasser und Strom wäre ja möglich gewesen.  Hat denn jeder eine eigene Kaution gezahlt?

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"Mietvertrag wird von allen gemeinsam und gleichberechtigt unterschrieben"...

Der Vermieter kann sich diese Kosten von jedem der WG-Mitglieder, die zum Auszug Vertragspartner waren, wiederholen. Die Vertragspartner untereinander müssen sich dann privatrechtlich einigen. Sinnvoll wäre also, den, Betrag nach der jeweiligen Wohnfläche aufzuteilen.

Wenn ein WG-Mitglied (welches zum Auszug Vertragspartner war) vielleicht nur 2 Monate in der Wohnung gelebt hat und nun meint, dass es aber nicht richtig sei, den vollen Anteil für das Zimmer zu zahlen.... so hätte er/ sie das mit dem Vormieter klären müssen.

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Kommentar von Joergi666
11.11.2015, 09:56

volkommen richtig- zur Verdeutlichung für den  Fragesteller -  Die gesamten Kosten können bei jedem einzelnen Mieter (zum Vertragszeitpunkt) gefordert werden

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Hallo

Wer ist haftbar für die Nebenkostennaachzahlung in einer WG?

alle die den Mietvertrag unterschrieben haben

sollte einer von ihnen vorher schon ausgezogen sein hätte er das dem Vermieter melden müssen und den Mietvertrag von seiner Seite aus kündigen müssen

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Kommentar von huggel
12.11.2015, 09:33

Aber der Auszug ist doch mit dem Vermieter besprochen und vertraglich festgehalten. Bei jedem Auszug wird eine Ergänzung zum Vertrag gemacht, in der steht, dass eine Person aus und eine Person auszieht. Diese wird dann vom einziehenden, von allen verbleibenden Mietern und vom Vermieter unterschrieben. Damit ist doch dann das Mietverhältnis der ausziehenden Person beendet auch wenn der Mietvertrag weiterläuft. Und darum stand auch im obigen Beispiel Person B nie in einem gemeinsamen Vertrag mit Person D und E.

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