Wer ist die tragischste Berühmtheit?

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11 Antworten

Tragik definiert sich für jeden Menschen anders.

Tragisch ist ein Komiker wie Robin Williams, der sein Leben lang Menschen zum Lachen bringen wollte und sich schlussendlich selbst das Leben nimmt, weil er todunglücklich war.

Am tragischsten finde ich persönlich den Tod von Judith Barsi. Sie war eine amerikanische Synchronsprecherin (Ducky in "In einem Land vor unserer Zeit" und Anna-Marie in "Charlie, alle Hunde kommen in den Himmel).

Sie litt unter ihrem gewalttätigen Vater der sie im Alter von 10 Jahren dann erschoss.

Hallo!

Mit Daniel Nivel hast du schon recht gut umschrieben, wen ich als eine der tragischsten Berühmtheiten ansehe, die es geben dürfte. Ich bin im Sommer 1998 einfach nur fassungslos gewesen, als ich das mitbekommen habe, was da lief.

Judith Barsi und ihr Schicksal gehen in die selbe Richtung. Da sie zum Todeszeitpunkt noch ein Kind war, ist es noch trauriger.

Ich würde noch einen Herrn (Fabian?) Sitzmann anfügen, der bei einem fremdverschuldeten Unfall beide Beine verlor, seitdem im Rollstuhl sitzt und als Buchautor mit Werken über seine Geschichte Lesungen abhält und gelegentlich in Talkshows zu sehen ist, in denen er aus seinem Leben berichtet. Sicher wird er sein Schicksal auch dazu nutzen, Geld zu verdienen und tingelt recht werbewirksam durch die Republik, aber die Art, wie er "berühmt" wurde bzw. dass er das erst als beinamputierter Rollstuhlfahrer geworden ist, erachte ich als sehr tragisch.

Auch der US-Amerikaner Ty Ziegel, der als junger Soldat in den Krieg zog und als schwer verwunderter Invalide zurückkehrte, zählt für mich zu den tragischsten Berühmtheiten überhaupt. Ich musste dabei immer an den Film "Johnny zieht in den Krieg" denken. Sein Hochzeitsfoto mit seiner Jugendliebe ging ca. 2005 um die Welt, Ty Ziegel selbst starb wenige Jahre später bei einem Unfall mit um die 30 Jahren.

Du solltest evt. definieren was du unter einer "tragischen Berühmtheit" verstehst. Deine beiden Bespiele sehen wahrscheinlich nicht gerade viele Menschen als Berühmtheit... :)

Sie sind beide durch ein tragisches Ereignis bekannt geworden. Vorher waren sie der Öffentlichkeit unbekannt.

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Anne Frank

Phan Thị Kim Phúc (das Mädchen das nackt und verbrannt über eine Straße läuft)

Stanislaw Petrow!

Jack the Ripper fällt mir spontan ein.

Als tragische Berühmtheit? Wäre er nicht eher eine grausige Berühmtheit und seine Opfer, vor allem Mary Jane Kelly, die tragischen Berühmtheiten?

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Ich würde Goliath vorschlagen.

Kaiser Wilhelm II. wurde zu Unrecht für die Grauen des Ersten Weltkriegs und für das Chaos der Weimarer Zeit verantwortlich gemacht. Dabei spielt bis heute die Propaganda der Nationalsozialisten und der Entente eine große Rolle.

Diesen Kaiser jetzt tragisch zu nennen ist schon ein wenig übertrieben. Sein Unglück ist schliesslich selbst gemacht!

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@Wildhawk

Das stimmt nicht. Er wollte den Krieg nicht und musste mitansehen wie sein heißgeliebtes Land zur Republik und dann von Hitler vernichtet wurde.

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@Katechon

Erst mal hat er mit der Aufrüstung viel dazu beigetragen, dass Deutschland als potenzielle Kriegspartei betrachtet wurde. Und natürlich hatte er die Macht, den Krieg zu verhindern. Wenn er seine Verantwortung in die Hände des Militärs abgibt, ist es ganz klar eine Mitschuld, die er zu tragen hat. Er hatte dazu nicht das geringste Gespür für die Stimmung im Volk.

Ganz abgesehen davon, kann ich nicht erkennen, wo seine Tragik liegen soll. Im Gegensatz zu seinem Cousin in Russland konnte er seinen Lebensabend gemütlich auf seinem kleinen Landsitz verbringen.

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@Wildhawk

Du hast wohl keine Ahnung vom Kaiserreich.

Der Kaiser bestimmte nicht jeden Winkel der Politik, er war kein allmächtiger Herrscher.

Aufrüstung ist auch nicht verboten, sondern eher gewünscht. Nur weil sich ein anderes Land davon angegriffen fühlt, heißt das nicht, dass jenes Land das alleinige Recht auf ein starkes Militär hat.

Die Verantwortung für den Ersten Weltkrieg liegt auch nicht beim Militär, sondern bei Österreich. Der Kaiser sicherte ihnen die Unterstützung zu, in der Hoffnung, dass Russland im Angesicht der deutschen Macht zurückschreckt.

Die Tragik liegt darin, dass Wilhelm ins Exil musste, nachdem ihm der heroische Tod von den eigenen rebellierenden Soldaten verweigert wurde. Im Exil musste er mitansehen wie sein Reich am Versailler Vertrag zerbrach und schließlich von einem Proletarier wie Hitler in einen erneuten Krieg geführt wurde.
Der Kaiser verfügte auch, dass seine Gebeine weder in ausländischer noch in republikanischer deutscher Erde beigesetzt werden sollen, weswegen seine sterblichen Überreste bis heute auf eine Rückkehr nach Deutschland warten.

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@Katechon

Du leidest ein wenig an Geschichtsverkleisterung. Die Soldaten starben keinen heroischen Tod, sondern sind elendig in den Schützengräben verreckt.

Und wenn Tragik darin liegt, dass man, nachdem man Jahrzente auf Kosten seines Volkes gelebt hat, und man dann noch ein Leben führt, dass besser ist als von 90% der Bevölkerung, die man in den Untergang geführt hat, dann erscheint mir das ein lohnenwertes Ziel.

Und natürlich gab es genug diplomatische Möglichkeiten, um den Krieg zu verhindern. Es ist schon ein wenig verblendet, die Schuld alleine auf Österreich zu schieben. Schliesslich war es der Kaiser, der Österreich eine Blankovollmacht für seine Aggressionspolitik gegen Serbien erteilte.

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Stephen Hawking!

Samuel Koch

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