Wer hilft mir bei meinen Panikattacken );?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Reeze,

danke, dass du so ausführlich beschrieben hast, wo dein Problem liegt.

Also fange ich jetzt mit den Trouble-Shooting nach der Brisanz der Dinge an:

Um den Schulverweis zu umgehen, ist ein sofortiges Gespräch mit deinen Eltern und der Schulleitung erforderlich. Wenn möglich, bring ein Attest deines Arztes mit, welches aussagt, sagt du unter einer Skoliose leidest, die Folgesymptome mit sich bringt(schnelle Erschöpfung, Schmerzen, Muskelverkrampfungen, Konzentrationsstörungen, folgedessen: akute Panikattacken...)

Panikattacken sind eine Folge der ständigen Überforderung durch den langen Anfahrtsweg zur Schule. Ich nehme hier jetzt an, dass es zu diesem Berufskolleg keine Alternative in deiner Nähe gibt?

Dass die Panikattacken sehr quälend für dich sind, steht aussser Frage. Jedoch ist es grundweg falsch, sich wegen der Panikattacken seit so langer Zeit Krankschreibungen des Arztes austellen zu lassen. Das sollte eigentlich auch dein Arzt wissen. Damit forciert man nur das Vermeidungsverhalten, was schliesslich in diesen Teufelskreis geführt hat.
Die Panikattacken können mit entsprechenden Medikamenten/Antidepressiva zunächst behandelt werden.
Die Panikstörung muss dann aber nach anfänglich medizinischer Behandlung von einem Psychotherapeuten/Verhaltenstherapeuten durchgeführt werden. Die Wartezeit für einen solchen Therapieplatz sind zuweilen sehr lang.
Also kümmere dich mit deinen Eltern sehr zügig um einen Platz bei einem niedergelassenen Therapeuten.

Den Panikattacken mit dem Fernbleiben von der Schule mittels einer AU, aus dem Weg zu gehen, verschlimmert die Situation mit jedem Mal.

Sollten dich die Attacken jetzt gerade vom Schulbesuch abhalten, hilft nur das o. g. offene Gespräch mit der Schulleitung. Bitte lass deinen Vater noch heute dort anrufen. Vielleicht lassen sich in einen solchen Gespräch auch einige der unentschuldigten Fehlstunden revidieren. In jedem  Fall solltest du der Schule deinen Guten Willen, deine Motivation einen guten Abschluss zu bekommen und deine Einsatzbereitschaft glaubhaft vermittelen. Keine Schule ist daran interessiert, einen Schüler ohne Abschluss ins HartzIV ziehen zu lassen.
In manchen Fällen ist es möglich, dass du von der Schule zu Therapiezwecken vorübergehend beurlaubt wirst. Abhängig, wie lange die Freistellung vom Unterricht dauert, oder wie deine Noten aussehen, musst du das Jahr schlicht wiederholen. Das sollte dich jedoch nicht davon abhalten, an dieser, oder einer anderen Schule den erforderlichen Schulabschluss zu erwerben.
Da in ca. 5 Wochen schon die Osterferien beginnen, ist bereits hier einige Zeit verfügbar, die für eine intensive physio-und psychotherapie genutzt werden kann.

Ritalin halte ich für einen totalen Fehlgriff. Gut, dass dein Vater da noch eine zweite Meinung einholen wollte. Ritalin hat nichts bei der Behandlung von akuten Panikattacken, Angstzuständen und Spannungszuständen zu suchen. Das ist IMO ein No-Go!
Die Konzentrationsstörungen haben schliesslich keine ADHS als Ursache, sondern sind ein rein körperliches Problem, welches mittlerweile deine Psyche belastet.

Die Skoliose muss, falls das nicht schon geschieht, durch einen Orthopäden behandelt werden. Aussderm ist Physiotherapie hier am wichtigsten. Wenn die Skoliose noch nicht sehr ausgeprägt ist, kann Physiotherapie/Krankengymnastik den Verlauf stoppen, in jedem Fall deine Haltung verbessern und Verkrampfungen durch die Fehlhaltung lösen. Dann wären schon mal viele deiner körperl. Symptome behoben. Nach, bzw. begleitend zur Physiotherapie musst du ein Studio finden, wo du begleitend ein spezielles Muskelaufbautraining, schätzungsweise lebenslang, regelmässig durchführen musst. Gleichzeitig wird der Sport für eine Verminderung der Panikattacken sorgen.

Für weitere Vorgehensweisen mit dem Berufskolleg, kann dein Vater das Schulverwaltungsamt deines Landkreises anrufen und um Rat fragen, weil die Bestimmungen von Bundesland zu Bundesland varieren. 

Ich wünsche dir alles Gute
di Colonna

Fachlich in jeder Hinsicht richtig diese Antwort. Ich würde dir noch wünschen, dass du vielleicht noch jemanden findest der dich darin unterstützt, den Mut zu finden, diese Ausbildung abzubrechen, erst die Panikattacken zu behandeln, dann heraus zu finden, wie du eigentlich wirklich leben willst und dann heraus zu finden, welchen Bildungsweg du dafür brauchst.

Vielleicht sind die Panikattacken ja auch Ausdruck deiner Angst, dass du in einen Lebensweg gepresst wirst, der gar nicht dein eigener ist.

1
@FriedGuenter

Eine abgebrochene Ausbildung ist im Lebenslauf eine beinahe Katastrophe. Es wird bei jedem erneuten Vorstellungsgespräch die Frage aufkommen, warum "es" denn damals gescheitert ist´.
Sollte die Ausbildung aus moralischen und sittlichen Gründen nicht fortführbar sein, sieht das natürlich anders aus.

Eine Unterbrechung für eine medizinische Therapie wäre der geschicktere Weg. Dann wird die Prüfung eben um eiin halbes, oder ein Jahr nach hinten verlegt, wenn der Ausbilder zustimmt.

1

VIELEN DANK

1

Der erste Schritt hast du bereits gemacht. Du bist zum Arzt gegangen. Wenn er bei dir Angststörungen (Panikattacken gehören zu den Angststörungen) diagnostiziert hat frage ihn ob er dich an eine Fachperson (z.B. Psychiater) überweisen kann.

Panikattacken müssen unbedingt behandelt werden, je früher desto besser sind die Heilungschancen. Zudem ist es unmöglich mit Panikattacken geordnet am Unterricht teilnehmen zu können. Sprich deine Lehrer darauf an, wenn sie gut pädagogisch ausgebildet sind werden sie dafür Verständnis haben. Sonst lasse deine Eltern dort anrufen. Du kannst auch das Gespräch mit der Schulleitung suchen.

Ich selbst empfand Panikattacken als absolute Hölle und nahm gerne die Hilfe einer Fachperson in Anspruch. Allerdings ging ich so schnell wie möglich wieder zur Schule. Je mehr man sich zurück zieht desto schlimmer wird die Situation (Vermeidungsverhalten). Mir ist durchaus bewusst dass es ein Punkt gibt an dem es nicht mehr geht, doch wenns halt irgendwie möglich ist sollte man seinen Tagesablauf weiterführen (einfach viel mehr Ruhepausen und möglichst wenig Stress.

Im Prinzip gibt es vor allem 2 Methoden um eine Panikstörung zu behandeln:

Ob mit oder ohne Medikamente ist eine Psychotherapie elementar. Mit einer Psychotherapie meine ich eine richtige Psychotherapie mit einem Konzept (z.B. Verhaltenstherapie) und nicht ein oberflächliches Gespräch. In einer Therapie lernst du in geschütztem Rahmen die deinen Ängsten zu stellen und nach und nach damit umzugehen.

Eine Psychotherapie gilt als hoch effektives Verfahren. Doch einen Hacken hat es. Es braucht Geduld in einer Situation in der "Geduld haben" das Letzte ist was man brauchen kann. Bis eine Psychotherapie wirkt dauert es meistenes mehrere Monate.

Bei schwereren Angststörungen kommen auch Medikamente zum Einsatz. Allen voran Antidepressiva der SSRI und SSNRI Klasse. Diese müssen täglich eingenommen werden (also nicht nur bei Bedarf) und wirken nach ca. 3-5 Wochen. Antidepressiva wirken gegen Angstzustände ironischerweise besser als gegen Depressionen. Bei Angststörungen sind Antidepressiva sehr effektiv (besonders gegen Panikattacken). Doch auch Antidepressiva haben einen Hacken. Sie sind besonders zu Beginn der Einnahme mit starken Nebenwirkungen verbunden. Anhängig machen sie jedoch nicht. Hier eine Übersicht über alle SSRI und SSNRI Antidepressiva: http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/

Bei aktuen Panikattacken bis die Antidepressiva wirken gibt es auch Notfallmedikamenten aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es gibt keine angstlösederen Mittel als Benzodiazepine. Doch wie bereits erwähnt sind diese nur Notfallmedikamente, da sie bei längerem und regelmässigem Konsum abhängig machen (nach ca. 4-8 Wochen). Hier mehr Infos zu Benzodiazepinen: http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/

Wenns ohne Medikamente geht ist das natürlich optimal, doch man darf sich auch nicht selbst geisseln. Wenn nur mit geht ist dies auch kein Weltuntergang. Und nicht vergessen: Psychotherapie.

Normalerweise muss dein Hausarzt dich solange Krankschreiben bis zum Termin beim Psychologen..

Die können das nicht verweigern.. Du hast beschwerden und das bildest du dir bestimmt auch nicht ein..

Ich würde dir empfehlen den Hausarzt zu wechseln.Gehe zu einem Hausarzt der dich ernst nimmt.. 


Okay danke dir ! Ja ich habe 2 Hausärzte: bei einem der fast jeden krankschreibt, und einen der mich Ernst nimmt. Aber kann er das auch, wenn er mir schon deswegen diese Tabletten verschreibt ?

0
@Rezee

Okay,,Natürlich ist das ein Problem.

Der Arzt schreibt Medikament und du willst noch nicht einnehmen.weil 2.Meinung usw..

Du kannst ja sagen,, dass du erstmal den Termin beim Psychologen warten möchtest,bevor du diesen Tabletten benutzt. Vielleicht akzeptiert der Arzt dann.. 

0
@Rezee

Bei so einer Aussage fällt mir kaum noch etwas ein.

"Ja ich habe 2 Hausärzte: bei einem der fast jeden krankschreibt, und einen der mich Ernst nimmt. "
Find the mistake!
Das klingt, als würdest du den einen Arzt als AU-Lieferanten missbrauchen, während der eine nicht einmal weiss, wo der Hammer hängt. Oder beide Ärzte sind völlig unfähig.
Die AU's helfen dir nicht. Tabletten sind auf die Dauer auch keine Hilfe. Logisch, dass der Arzt, der Tabletten verschreibt(welche eigentlich??), auch eine AU austellen kann. Nur dieser Doc wird davon ausgehen, dass die Meds helfen und daher gar keine AU notwendig ist.
Und nochmal: wenn die Skoliose das Hauptproblem  ist, dann muss das angegangen werden, dann der Rest.
Natürlich nach dem Gespräch mit der Schule.

0
@Eddie1400

"Irgendwelche Tabletten...bis zum Termin beim Psychologen..." Das geht schon mal gar nicht.  So etwas gehört schon in die Hand eines Facharztes. Hausärzte sind da meistens überfordert.

0

Was möchtest Du wissen?