Wer hier hatte schon einmal das Vergnügen einen originalen VW Käfer (BJ 1960 -1970) fahren zu dürfen?

9 Antworten

Hallo, tolle Frage.

Bzw. ist es auch eine tolle Erfahrung! Explizit einen Käfer bin ich zwar noch nicht gefahren, aber schon etliche Derivate der Porsche-Familie, allen voran den legendären 356. Vom Gefühl her ist es nicht zu vergleichen mit den heutigen Fahrzeugen. Da wird man eher gefahren.

Bei solchen alten Autos ist z.B. das Fehlen einer Servo-Lenkung das Erste, was dem Laien auffallen würde. D.h. das Fahrzeug lässt sich (besonders bei niedriger Geschwindigkeit) viel schwerer lenken. Hinzu kommen Dinge, die heute undenkbar wären. Da wäre zB das Aufdrehen eines einfachen Benzinhahns im Innenraum, bevor man den Motor startet. Da reicht es auch nicht nur den Schlüssel zu drehen, erst nach einigen gefühlvollen Stößen am Gaspedal geht dieser an. Hat man das geschafft ist es aber noch nicht vorbei, denn man muss fortwährend mit dem Gas spielen, sonst geht der Motor sofort wieder aus, da der Öldruck sinkt. Das Fahren selber ist auch ein Erlebnis, in heutigen Fahrzeugen ist man weitestgehend von der Außenwelt isoliert. Frühere Modelle lassen dich jede Bodenwelle spüren, und "Innenraumgeräuschdämpfung" war damals ein Fremdwort, sprich, man hört alles - Verkehr, Umwelt und natürlich das Rasseln des eigenen Motors. Alles in Allem macht es aber ungemein viel Spaß, auch wenn man sich beim Schalten teilweise richtig konzentrieren muss!

LG

Wenn du ein modernes Auto fahren kannst, kannst du auch den Käfer fahren. Die Bedienung ist denkbar einfach. Mit Gas, Kupplung, Bremsen und Schalten ist das nicht anders, als heutzutage. Wenn du ein Herz für Oldtimer hast, wird dir das Fahren Spass machen, weil in der Tat nur du fährst und nicht das Auto mit seinen Assistenten.

Man hat allerdings ein viel direkteres Gefühl, Auto zu fahren. Die Umwelt und Technik ist noch nicht so abgeschirmt, dass man nichts mehr mitkriegt.
So braucht man z.B. keinen Drehzahlmesser, weil man es hören kann, was der Motor gerade macht.

Man merkt das Baujahr halt daran, dass alles nicht so flott geht wie mit modernen 200PS-Autos.

Der Käfer hat den riesengroßen Vorteil, dass er einen Rahmen hat, nur eine sehr einfache Mechanik und keine Elektronik. Im Prinzip kann man am Käfer alles mit einem normalen Standard-Werkzeugkoffer erledigen, ohne dass man allzuviele spezielle Kenntnisse braucht. Hilfreich ist ein altes Buch "Jetzt helfe ich mir selbst" oder vergleichbares. ...gibts auf ebay.

Selbst zum Ausbau des Motors braucht man keine Hebebühne oder Spezialwerkzeug.

Es gibt auch noch Alternativen zum Käfer mit ähnlichen Vorteilen. Ich würde z.B. einen NSU 1200 vorziehen. Da kann man auch alles selber machen, aber der war schon damals wesentlich flotter und sparsamer unterwegs als der Käfer. Der Käfer ist vergleichsweise ein Säufer, insbesondere die späteren Modelle wie 1302 und folgende.

Danke für dein tolles Feedback. Ich persönlich finde den Käfer jedoch ansprechender :)

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@tbausm145

Das ist absolut ok, bei solchen Sachen sollte man auf sein "Herz hören". Die ganze Sache hat ja eh mehr mit Emotionen als mit Verstand zu tun.

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Ich kann mich noch gut an meine Jugendzeit erinnern. Meine ersten Fahrversuche unternahm ich im Käfer meiner Schwester.

Der hatte noch die 6-Volt Anlage. Im Winter war starten Glücksache. Da war parken am Berg angesagt.

Die Heizung war eine Katastrophe. Ständig gefror die Frontscheibe von innen.

Fahrleistungen, Komfort und Sicherheit waren Fremdwörter.

Ich bin froh, nicht mehr mit solch einem Auto unterwegs sein zu müssen.

Aber andererseits ist es doch ein schönes auto auch der gewisse Kultfaktor trägt doch schon dazu bei, oder nicht ?

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@tbausm145

Es ist natürlich ein Unterschied, ob du ein Cabriolet am Sonntagnachmittag bewegst, oder ob du tagtäglich auf dieses Auto als Transportmittel angewiesen bist.

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