wer hatt ein paar gute Strategien mit Zertifikaten z.b auf Rohstoffen,Aktien oder Edelmetalle nur ein wenig Geld zu verdien ?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Ich habe zwar keine praktischen Erfahrungen mit dem Spekulieren mit Derivaten, aber ich habe einige Fälle gesehen, wo das schiefgegangen ist. Hierfür gab es nach meiner Beobachtung folgende Ursachen

Bei der Anlage in die Derivate wurde die Nachschusspflicht bei Kursschwankungen nicht genügend beachtet, daher war dann bei ungünstigen Kursverläufen nicht genug Geld vorhanden, um die erforderlichen Nachschüsse zu machen und auf bessere Zeiten zu warten

Um derartige Nachschüsse zu vermeiden, wurden dann oftmals Positionen mit Verlusten geschlossen, das Restguthaben ging in neue Investments, kam es auch dort zu Kursrückgängen wurde wieder mit Verlust geschlossen und am Ende war das Kapital aufgebraucht

Die Strategie, kurzfristige Kursschwankungen zu nutzen (Daytrading), führte dazu, dass innerhalb kurzer Zeit eine Vielzahl von Kauf- und Verkaufaufträgen abgegeben wurden. Sofern hierbei Gewinne gemacht wurden, waren diese oftmals niedriger als die Ordergebühren, sodass diese das Guthaben sukzessive aufzehrten

In vielen Fällen waren die Wirkungsmechanismen der Derivate nicht hinreichend verstanden worden, sodass die Auswirkungen der Veränderungen der Variablen oder teilweise die Variablen selbst nicht bekannt waren. Daher konnten Preisrückgänge nicht rechtzeitig erkannt werden, da die Trigger für Aktionen nicht korrekt gesetzt waren

feuerwehrmann76 01.07.2017, 22:41

vielen Dank für die Auskunft, ich meine nicht die CFD, ich meine das kurzfristige Spekulieren mit Optionsscheinen oder Bonus Zertifikaten, ob man eventuell gleichzeitig long und schort gehen kann, ich suche eine Strategie wo man dadurch relativ sicher kleine Gewinne abholen kann, vieleich könnte mier hier jemand mit Erfahrung einen Tipp geben

0
Sachse69 02.07.2017, 11:25
@feuerwehrmann76

Das Aufzehern des Kapitals durch Gebühren geht selbst bei Daytrading mit Aktien, da in vielen Fällen die Transaktionsgebühr höher ist, als der Gewinn mit dem Papier, da jeder Kauf und Verkauf einzeln bezahlt wird. Daher müssen in eine Anlagestrategie immer auch die Kosten einbezogen werden.

Das mit den Nachschüssen ist bei wertpapiermäßig verbrieften Rechten wie börsennotierten Optionsscheinen tatsächlich weniger problematisch, kann aber - je nach AGB der Depotbank - trotzdem Kapital als Sicherheit binden, dass dann anderweitig nicht einsetzbar ist.

Long und/oder short kann man nur mit Derivaten gehen, und das sind nicht nur CFD, sondern auch Future und Optionen, bei denen werden aber auch Margins erforderlich und dort kommt es auch zu Nachschusspflichten. Bei Optionsscheinen muss man gleichzeitig einen auf Verkauf und einen auf Kauf ausgerichteten Schein kaufen. 

Die Grundstrategie bei Spekulationen mit Futures und Optionen ist es, die Position so lange offen zu halten, bis der erhofte Gewinn erzielt ist, und diesen dann durch ein Gegengeschäft zu realisieren. Hierbei muss man aber den Markt beobachten und die künftige Preisentwicklung erahnen. daher arbeiten viele Hedgefonds mit viel Rechnerkapazität, um möglichst schnelle nach dem Eintreten von Signalen (Preisveränderung eines Produkts) die Handelsaktivitäten umzusetzten (sogenannter Allgorhitmushandel). Da diese Fonds direkt an der Börse ihre Orders aufgeben können, können diese die kurzfristige Preisentwicklung mitnehmen, während der über eine Depotbank eingereichte Auftrag oftmals erst dann an die Börse kommt, wenn die Preisveränderung durch die zwischenzeitlichen Aufträge in eine andere Richtung geht.

0
feuerwehrmann76 02.07.2017, 22:22

Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort, ich habe vor mit ca. 1000 Eu auf Palladium zu spekulieren, da es einen raschen Anstieg und einen 16 Jahres hoch gibt und jetzt einen Rücksetzer mit einstiegs möglichkeiten gibt, ich habe einen Inliner gefunden, wo die obere Knock-Out Barriere bei 980 USD liegt und die untere bei 820 USD ist, der Kurs liegt jetzt bei 842USD, möchte mein verlust auf 25% mit Stopp begrenzen, bis ende der Laufzeit wäre so ein verdoppler drinnen, da viel Luft nach Oben ist macht mier das keine Sorgen, aber da es bis zur unteren Barriere nur 22USD sind, bin ich am überlegen ob ich das nicht mit einem Bear Zerifikat absicheren könnte um die 25% verluste ebenfalls begrenze, die WKN von der ich schreibe ist SC3LGK, hm, was meinst du? könnte so eine Strategie aufgehen?

0
Sachse69 02.07.2017, 22:37
@feuerwehrmann76

Das kann ich dir leider nicht sagen, da ich nicht mit dem Wertpapierhandel an sich, sondern eher mit Beschwerden über misslungene Anlagen zu tun habe. Ich wollte mit meinen Posts nur versuchen, dir die von mir beobachteten Fehler in den gescheiterten Strategien zu benennen, damit du in deiner Strategie diese Fehler vermeidest.

Gerade die Preisentwicklung von Rohstoffen zeigt oftmals Bewegungen, die sogar Experten überraschen. Daher solltest du in deiner Strategie Puffer einbauen, um zeitweise Phasen ungüntiger Kurse aussitzen zu können und du musst von der Richtigkeit deiner Entscheidung überzeugt sein, denn jeder Chance steht ein Risiko gegenüber, dessen Materialitäten du einschätzen und berücksichtigen musst.

Die Idee, die Verlustrisiken durch entsprechende Hedges zu begrenzen ist grundsätzlich gut, du musst bei deiner Kalkulation aber auch die Kosten berücksichtigen, denn bei niedrigen Anlagewerten machen die Mindestgebühren einen nicht unerheblichen Faktor aus und können die Rendite der Anlage massiv verringern.

1

Viele Dank, für die gute Erklärung

Was möchtest Du wissen?