Wer hat Vorfahrt bei Einbahnstraßen, die für Fahrräder freigegeben sind?

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12 Antworten

Befährt ein Radfahrer eine Einbahnstraße in falscher Richtung, ist es umstritten, ob er sein Vorfahrtsrecht verliert. Es wird teilweise vertreten, dass derjenige, der eine Einbahnstraße in falsche Richtung befährt, kein Vorfahrtsrecht haben kann, weil das fehlende Recht, die Straße in dieser Richtung zu befahren, bereits begrifflich ein Vorfahrtsrecht ausschließe. Demnach hätte der in einer Einbahnstraße verbotswidrig von rechts Kommende keine Vorfahrt.


Andererseits wird vertreten, dass sich das Vorfahrtsrecht auf die gesamte Straßenbreite erstreckt. Dies gelte entsprechend auch für Einbahnstraßen. Ein verkehrswidriges Verhalten berühre nicht die Vorfahrtsregelung und dementsprechend auch nicht in Einbahnstraßen.

Die Rechtsprechung ist hier inkonsequent.

Ebenso unklar ist Autofahrern wie Radfahrer oft, ob die Recht-vor-links-Regel gilt, wenn der Radfahrer aus einer Richtung kommt, aus der keine Kraftfahrer kommen können, z.B. an für Radfahrer freigegebenen Einbahnstraßen und Straßen, die mit Absperrpfosten verkehrsberuhigt worden sind. In beiden Situationen gilt die Rechts-vor-links-Regel. 

Radfahrer die Einbahnstraßen erlaubterweise entgegen der Fahrtrichtung fahren, haben Vorfahrt, wenn sie von rechts kommen. Durfte der Radfahrer jedoch nicht entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße fahren, so hat dieser kein Vorfahrtrecht (NJW 1982, 334) + BGH (Az: VI ZR 296/79).

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Es gilt zwar "Rechts vor Links", aber ich würde als Fahrradfahrer da nicht zu sehr auf mein Recht bestehen. Denn das bringt dir auch nichts, wenn du zwar nicht Schuld an einem Unfall bist, aber mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus endest... immerhin bist du der schwächere Teilmehmer.

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Kommentar von ponyfliege
18.04.2016, 11:29

und auch noch links gefahren.

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Das Auto von links darf ja nur dann nach rechts abbiegen, wenn dort auch frei ist, oder? Und wenn ein Radfahrer kommt, weil er darf, darf er doch zuvor und gut ist. Viel Glück.

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Eigentlich schon, wenn Du aber entgegen der EBS fährst und das Auto von links kommt, wobei Du ja rechts fährst sollte es gar nicht zur Behinderung kommen, weil ausreichend Platz für beide da sein sollte. Wenn ich keinen Denkfehler mache dürfte es kaum einen Berührungspunkt geben

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Kommentar von claushilbig
21.04.2016, 00:57

Naja, wenn der Autofahrer beim Abbiegen "großzügig" ist oder (es könnte ja auch eine Kreuzung sein) geradeaus fährt, kann das schon problematisch werden ...

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In einer Einbahnstraße gehe ich als Autofahrer einfach nicht davon aus, dass iwas aus nicht-Fahrrichtung kommt. Das Fahrräder entgegen der Richtung fahren dürfen, halte ich für fatal!

Als Fahrradfahrer würde ich also die Auto IMMER vorbeilassen, denn im Zweifel bin ich der schwächere..Also is villt. gar nicht die Frage wer wen lassen muss, sondern wer die bessere Übersicht hat und den Sonderfall darstellt.

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Kommentar von userfromberlin
18.04.2016, 11:19

Natürlich ist Vor- und Rücksicht immer das erste Gebot! Meine Frage sollte aber auch nur die StVO-Frage klären, nicht zu Unvorsichtigkeiten animieren.

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Kommentar von vrunner
20.04.2016, 10:06

Du musst aber davon ausgehen, das jemand aus der Einbahnstraße kommt. Denn selbst an dem Ende der Straße, an dem du einfährst wirst du per Verkehrsschild daruaf hingewiesen, dass die Straße für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben ist. Wenn du das nicht beachtest, handelst du grob verkehrsgefährdend.

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Kommentar von Smexah
21.04.2016, 11:09

Haste nicht bis zum Ende gelesen, wah?

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es gilt rechts vor links, wenn der Fahrradfahrer dort fahren darf

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Wenn Du Dich auch in der Einbahnstraße an das " Rechtsfahrgebot" ( also am rechten Straßenrand bleibst, dann dürften die Autos die, aus Deiner Perspektive von links kommen, kein Problem darstellen. Die die von rechts kommen haben Vorfahrt.

Persönliche Anmerkung, sehr vom Verdruss über Fahrräder in Einbahnstraßen geprägt: --- die fahren  immer in der Mitte der Fahrbahn und  entscheiden spontan und ohne Handzeichen zu geben  ob sie rechts oder links am Auto vorbeifahren 

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Kommentar von ponyfliege
18.04.2016, 11:28

und rote ampeln werden allermeist komplett ignoriert.

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In diesem Fall ist rechts vor links denn der PKW Fahrer müßte ein Schild haben.

Zeichen 1000-32
Radfahrer kreuzen von rechts und links

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die situation ist eigentlich schon fast absurd.

selbstverständlich hast du dich auch als radfahrer an das rechtsfahrgebot zu halten.

es besteht also keine möglichkeit, dass dir ein auto von links auch nur ansatzweise in die quere kommen würde, wenn du dich korrekt verhältst und auf der in deiner fahrtrichtung rechten fahrbahnseite fährst. jedenfalls nicht in einer einbahnstrasse ohne extra gekennzeichnete fahrradspur.

sollte in der einbahnstrasse eine fahrradspur gekennzeichnet sein (mit der fahrtrichtung für kfz ligend, also von dir aus gesehen links) und diese trägt KEINE kennzeichnung für beide richtungen, darfst du gegen die fahrtrichtung die fahrradspur überhaupt nicht benutzen, sondern musst korrekt von deiner richtung ausgehend den rechten fahrbahnrand für deine fahrt benutzen.

sollte die fahrspur für fahrräder mit den pfeilen für beide richtungen gekennzeichnet sein, und sie wird über die linksseitige einmündung gestrichelt weitergeführt, so hat der benutzer des radweges vorfahrt und der einmündende verkehr muss diese beachten.

jede einzelne kreuzung wird im normalfall mittels markierungen oder verkehrszeichen "geregelt". fehlt eine solche beschilderung oder markierung, gilt recht vor links. und selbst dann darfst du auch mit dem fahrrad nicht volle pulle ohne rücksicht auf verluste vorbeiheizen, sondern bist verpflichtet, dich einer kreuzung immer mit der gebotenen vorsicht zu nähern (der autofahrer übrigens auch) - weil du immer damit rechnen muss, dass jemand anders einen fehler macht.

und in einer dreissigerzone darfst du natürlich auch mit dem fahrrad nicht schneller als 30 fahren.

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Kommentar von userfromberlin
18.04.2016, 11:35

Wer sagt denn, dass der Autofahrer nicht geradeaus weiterfahren möchte, sondern abbiegen? Meine Frage zielte auf die Standardsituation jeder fährt geradeaus, nicht einer biegt ab!

       Fahrrad weiter
           __|^ |__

Auto->__    __->Auto weiter
               |  |
                ^Fahrrad

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Kommentar von claushilbig
21.04.2016, 01:09

es besteht also keine möglichkeit, dass dir ein auto von links auch nur ansatzweise in die quere kommen würde,

Dann gehst Du aber von einer Straßenbreite aus, die in Einbahnstraßen oftmals nicht gegeben ist ... (Und davon, dass der Autofahrer scharf rechts abbiegt - was er aber nach meiner Erfahrung gerade in eine Einbahnstraße oft nicht tut.)

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gute pedalisten verständigen sich mit dem automobilisten , jeder hält sich rechts auf - nix gefahren.

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An solchen Straßen stehen daher auch entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung ein Vorfahrtsgewährenschild. Sollte dies nicht da sein, dann gilt rechts vor links. Aber im eigenen Interesse würde ich trotzdem vorsichtig einbiegen!

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Selbstverständlich gilt die Rechtsregel.

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