Wer hat sich im TV-Triell am besten geschlagen?

Das Ergebnis basiert auf 173 Abstimmungen

Herr Scholz 43%
Frau Baerbock 42%
Herr Laschet 15%

38 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Frau Baerbock

Frau Bearbock hat mich sehr überrascht. Für mich war sie gar nicht mehr im Rennen, weil ich nur negative Dinge über sie gehört habe. Aber bei dem Duell hat sie ihren Standpunkt leidenschaftlich verfechtet, hat klare und ehrliche Antworten gegeben und sich nicht davor gescheut Farbe zu bekennen. Es war mutig und die Inhalte gefielen mir überraschender Weise. Meistens wirken die Grünen sehr planlos auf mich, aber sie scheint sich viele Gedanken gemacht zu haben, auch in Bezug auf die Finanzierung. Frau Bearbock war wie ein Terrier. Hat nicht locker gelassen und war mit Herzblut dabei.

Herr Scholz war mir am sympathischsten. Ruhig, kompetent, hat sich selten aus der Ruhe bringen lassen. So stelle ich mir einen Staatschef vor. Inhaltlich war es ok. Nichts was mir wirklich negativ aufgefallen wäre, aber auch nichts was mich begeistert hätte. Kein Träumer, sondern realistisch, pragmatisch, sehr auf Umsetzbarkeit bedacht.

Herr Laschet gefiel mir gar nicht. Wirkte einfach unsympathisch, war etwas passiv aggressiv, hat sich sehr schnell provozieren lassen, seine Antworten gefielen mir inhaltlich auch nicht besonders und insgesamt macht er keinen Eindruck auf mich, wie ich ihn mir wünschen würde bei einem Vertreter unseres Landes.

Letzten Endes ist die Frage was man will. Meinem Eindruck nach: Laschet fördert Industrie und große Unternehmen, Scholz will es stabil so weiter führen wie es bisher läuft, Bearbock will Veränderungen und ich traue ihr zu die auch ordentlich voranzutreiben.

Herr Scholz

Scholz und Baerbock haben es beide recht gut gemacht. Scholz hat mir etwas besser gefallen, weil er sehr souverän wirkte und sich trotz mehrerer Angriffe von Laschet nicht wesentlich aus der Ruhe bringen ließ.

Laschet wirkte auf mich überzogen aggressiv. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie ihn seine Wahlkampf-Berater vor der Sendung gedrillt haben: "Armin, du musst jetzt endlich mal Gas geben! Mach die beiden richtig fertig!"... Lächerlich.

Ja Frau Baerbock hat gepunktet, aber inzwischen ist die Rente wieder am wichtigsten, erst verriet die CDU ihre Rentenvorstellung und tags darauf die SPD:

Es kam nun so, die CDU/CSU, obwohl mit dem C im Namen müßte

eigentlich barmherzig die Österreichische Rente befürworten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Angestellten (gemeint sind von der CDU/CSU die reichen Angestellten) und Unternehmer sollen nicht mit in die Rente einzahlen, es gibt wieder die abgedroschenen 3 Säulen: Private Rente, Riester, Rürup, wer sollte das wählen und die SPD will im Prinzip die Österreichische Rente, Beitragssätze wie in Österreich, damit die Rente gerettet wird und alle Arbeiter, Angestellten, Unternehmer, Millionäre, also alle Bürger sollen in die Rente einzahlen, genau wie bei der Österreichischen Rente und Riester soll geändert werden, natürlich zu Gunsten der AN, versteht sich. Die Bürger sind erwachsen geworden und lassen sich nicht mehr veralbern und so wird es nun doch eine echte politische Wahl.

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@Vogtland740

Nur aus Interesse: Was sind denn die Grünen-Vorschläge zur Rente?

Klimarettung schön und gut, aber es hilft nix wenn der Planet gerettet wird und die Rentner trotzdem Flaschen sammeln müssen. Beides muss angegangen werden.

Ich hab im Grünen-Wahlprogramm nichts konkretes in Richtung Rentenreform gefunden. Vielleicht hab ich aber auch nicht gründlich genug gelesen, deswegen die Nachfrage.

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Herr Scholz

Die Reihenfolge spiegelt mein Empfinden in etwa wider:

1. Scholz, 2. Baerbock, 3. Laschet. Wobei alle nah beieinander liegen. Alle drei konnten immer mal wieder ihre Punkte durchbringen.

Letztendlich entscheidend war es für mich, dass Scholz sein Momentum mitnehmen konnte und einfach auf seiner Welle weiterritt. Typisch für ihn hat er alles benannt, was ihn nun mal ausmacht - solide Leistung.

Frau Baerbock konnte auch ihre Punkte durchbringen und ging sowohl inhaltlich als auch mit ihrer Gestik auf Kontra gegenüber beiden Kontrahenten. Bei der Steuerpolitik fande ich sie stark.

Bei Laschet hat man gemerkt, dass er Frau Baerbock phasenweise nicht ernst nahm bzw. nicht ernst nehmen wollte. Das merkte man meines Erachtens an Einleitungen wie "Aber Frau Baerbock". Er war am emotionalsten unter den dreien, aber eher emotional wie ein trotziges Kind - finde ich. Und beim Thema Videoüberwachung hat ihn Frau Baerbock dann alt aussehen lassen.

....und beim Thema Steuerpolitik Laschets, bei der die Reichen entlastet werden, aber für "den Ranzen von armen Kindern kein Geld da ist."

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@Hamburger02

Ja, das ist eine Unverschämtheit. Aber, weißt Du, mittlerweile ist man das ja gewöhnt. Und ich frage mich, weshalb es da noch immer keinen richtigen Aufschrei gibt.

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@MrMcSauerkraut

Man könnte jetzt spöttisch sagen: die paar 20%, die zur Zeit für die Union stimmen, sind vermutlich diejenigen, die sich um das Geld für einen Ranzen keine Sorgen machen müssen, sondern eher wegen des Spitzenszeuersatzes.

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Herr Scholz

Am souveränsten kam Scholz rüber. Er hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und nicht nur das angesprochen, was wir umsetzen müssen, sondern hatte sogar einen umsetzbaren Plan für die nächsten Jahre.

Baerbock hat haltlose Forderungen aufgestellt, die sie mit Verordnungen durchdrücken will, um mit der Brechstange den Klimaschutz voran zu bringen. Das fand ich ziemlich naiv und sie wird auf massiven Widerstand stoßen. Was sie zu der Entlastung von Familien mit Kindern gesagt hat, fand ich sehr gut.

Laschet hat wieder einmal gezeigt, dass man ihn nicht ernst nehmen kann. Er gab sich betont kämpferisch, kam dabei aber manchmal so rüber wie ein Kind, das mit dem Fuss aufstampft. Als er wegen seiner Steuerpolitik angegriffen wurde, sah er sehr hilflos aus.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

okieh56

"... haltlose Forderungen aufgestellt .... mit der Brechstange den Klimaschutz voran zu bringen"

Welche haltlosen Forderungen und welche Brechstange meinst Du denn? Kannst Du das näher erläutern?

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@vonGizycki

Abschaffung der Verbrennungsmotoren in kürzester Zeit, auf jedem Dach eine Solaranlage - die Umsetzung braucht Jahre.

Abgesehen davon kann sich nicht jeder ein neues Auto leisten und die E-Autos sind völlig überteuert - als Gebrauchtwagen bekommt man sie so gut wie gar nicht.

Und wer soll die Solaranlagen auf dem Dach bezahlen? Ich hatte das mal ernsthaft überlegt, aber bis sich das amortisiert, gehen Jahrzehnte ins Land.

Noch naiver ist die Idee, dass Firmen CO2-Steuern zahlen sollen - sie werden eher in andere Länder abwandern, als sich die Daumenschrauben anlegen zu lassen...

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@okieh56

okieh56

Sei mir nicht böse, aber Du bist uninformiert. Ich kann das aber ändern und meine es daher gut mit Dir. 😊 Ich bin Parteimitglied bei Bündnis90/Die Grünen

Abschaffung der Verbrennungsmotoren in kürzester Zeit, auf jedem Dach eine Solaranlage - die Umsetzung braucht Jahre.

Eben und deswegen wird eine Zeitgrenze eingeführt. Im Übrigens ist das keine besondere Idee von Bündnis90/Die Grünen, sondern vom EU-Parlament gefordert. Wir wollen das nur früher nämlich 2030. Damit wird aber auch klar, das der Kauf elektrifizierter Autos gefördert werden soll und auch wird. Andere Autos kosten auch Geld. Außerdem soll der Personennahverkehr drastisch ausgebaut werden, damit man Autos auf das Notwendigste reduzieren kann (weniger Straßen und Flächenversiegelung).

"... als Gebrauchtwagen bekommt man sie so gut wie gar nicht."

Das wird dann aber kommen, denn diese Autos sind dann auch einer Entwicklung unterworfen und verbessern sich und da werden dann Gebrauchtautos frei, so wie mit den Verbrennern das dann auch war.

Wir sorgen für saubere, bezahlbare und bequeme Mobilität

https://www.gruene.de/themen/verkehrspolitik

"Und wer soll die Solaranlagen auf dem Dach bezahlen? Ich hatte das mal ernsthaft überlegt, aber bis sich das amortisiert, gehen Jahrzehnte ins Land.

Nur weil es etwas kostet das CO² nicht zu eleminieren ist sicher ein falscher Ansatz! Auch hier muss Geld von Staat in die Hand genommen werden, um durch Förderung Anreize zu bieten, Solaranlagen auf das Dach zu setzen. Zudem müssen die Bauvorschriften geändert werden und dann können Solaranlagen zur Nutzung der Sonnenenergie Pflicht werden. Es gibt ja jetzt auch schon Bauvorschriften an die sich Bauherren halten müssen. So ist das nun mal. Da müssen Rahmenrichtlinien die Richtung vorgeben. Wir müssen das CO² loswerden! ------------------------------------------- Was die Autos angeht: Die Autoindstrie will ganz sicher mitmachen und hat die Zeichen der Zeit nach langem Schlaf erkannt. Das hat sie selbst gesagt und handelt auch schon danach. Jedes Gramm ist eines zuviel. Klimaneutralität müssen wir uns auf die Fahnen schreiben. Da führt kein Weg dran vorbei.

https://www.gruene.de/themen/verkehrspolitik

Betreff Solarenergie bzw. erneuerbare Energien

https://www.gruene.de/themen/energie

"Noch naiver ist die Idee, dass Firmen CO2-Steuern zahlen sollen - sie werden eher in andere Länder abwandern, als sich die Daumenschrauben anlegen zu lassen..."

Die Firmen selber sehen das aber anderes. In der Stahlindustrie ist man beispielsweise voll damit einverstanden, statt Kohle Wasserstoff für die Stahlgewinnung zu verwenden. Und die CO² - Bepresung ist für sie kein Problem.

Warum?

Fragen und Antworten zum CO2-Preis

Klimaschutz muss sozial gerecht sein, sonst funktioniert er nicht. Das, was der Umwelt und damit den Menschen schadet, braucht einen Preis, klimafreundliches Verhalten muss sich lohnen. Deshalb werben wir für einen höheren CO2-Preis bei gleichzeitiger sozialer Entlastung von Kleinverdiener*innen und Familien. Die Einnahmen aus dem CO2-Preis sollen vollständig als Energiegeld an die Bürger*innen ausgezahlt werden. Wer das Klima überdurchschnittlich belastet, soll dafür zahlen. Wer das Klima schont, soll am Ende mehr im Portemonnaie haben. Wie das funktioniert, kannst Du hier nachlesen.

https://www.gruene.de/artikel/fragen-und-antworten-zum-co2-preis

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@vonGizycki

Ich bin dir nicht böse. Danke für die Informationen.

Das hört sich ja alles ganz gut an. Langfristig ist das sicher der richtige Weg.

Doch das erreicht man mit gezielter Förderung, nicht mit Auflagen und Verboten (danach hörte es sich gestern im Streitgespräch eher an). Es muss Förderungen geben - aber wer soll die Förderung finanzieren?

Das ist das Hauptproblem bei allen schönen Sprüchen der Politiker - wer zuletzt die Zeche zahlt, wird gern verschwiegen.

Es sind keine 9 Jahre mehr bis 2030 - meinst du, bis dahin kann (oder will) sich jeder ein neues Auto oder auch einen Gebrauchtwagen leisten? Geschenkt bekommt er es bestimmt nicht.

Hausbauer kalkulieren oft knapp am Limit. Wenn da auch noch eine teure Solaranlage zwingend hinzu kommt, wird es noch enger. Auch die bekommt man ja nicht geschenkt - sonst hätte ich schon eine.

Auch der Industrie wird es sehr schwer fallen, in der knappen Zweit annähernd klimaneutral zu werden.

Sei mir nicht böse, aber für mich hört sich das ein wenig naiv an. Mal sehen, was die Grünen wirklich zustande bringen, wenn man sie mitregieren lässt.

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@okieh56

Ich habe Dir alle Informationen gegeben die Du brauchst. Lies sie Dir durch! 😊 Es wäre gut hier umzudenken. Alte Vorstellungen, Bedenken und Vorurteile zu konservieren hilft uns allen nicht weiter. Davon hatten wir genug! Wir brauchen Lösungen und den Mut und die Bereitschaft diese auch zu wollen.

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@vonGizycki

Ja - wollen ist gut - wir müssen es aber auch können!

Wir leben nicht unter einer Glasglocke. Es ist lobenswert, nützt aber nicht viel, wenn nur Deutschland alles daran setzt, klimaneutral zu werden und dadurch womöglich von anderen Ländern wirtschaftlich abgehängt wird.

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@okieh56

Das stimmt. Die Welt kann nicht von Deutschland allein gerettet werden, aber unser Land kann als ein nachweisliches Ergebnis einer weltweiten repräsentativen Umfrage zum beliebtesten Land erkoren, ein Vorbild sein. Anhand unserer guten aber auch sehr leidvollen wie ebenso schuldbeladenen Geschichte, sollte uns eine ethische Verpflichtung für das Gute und Hoffnungsvolle erwachsen. Nicht, am deutschen Wesen soll die Welt genesen, das hatten wir schon mal und ist böse schiefgegangen, sondern das Nötige und Unumgehbare zu tun, um die Welt hier in Deutschland anzufangen zu verbessern und andere machen es vielleicht nach, wenn sie es wollen.

Wir als Bündnis90/Die Grünen wollen mit einer sozialökologischen Marktwirtschaft für Wachstums sorgen. Das heißt, durch ganzheitliches Denken, alle Bereiche unseres Dasein ausnamslos zusammenführen und so die großen, reichen, kulturellen und wissenschaftlichen Ressourcen zu nutzen, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen und Wachstum im Einklang mit der Natur zu schaffen. Das ist das intimste und innigste Anliegen meiner Partei für alle Bürger.

Hieran mitzuarbeiten, soll trotz oder gerade wegen aller Unzulänglichkeiten des Menschen und der großen Härten des Lebens, zu einer mit Freude gefüllten Aufgabe für alle werden, die unsere Gesellschaft zum Besseren wendet. Das Leben mit frischen Ideen neu zu gestalten, Probleme ohne wegzuschauen anzugehen und Zukunft zu gestalten und dabei die Gewissheit nicht aus dem Auge zu verlieren, das mit diesem Anliegen Fehler zu verantworten sind und daraus zu lernen ist und das wir bei aller Schwere erfüllen wollen. 😊

Das ist die psychologische Motivation für dieses Programm

Zukunft wird aus Mut gemacht 💕⭐👍😊❗

https://www.youtube.com/watch?v=nYXgjnWKQOE

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@vonGizycki

Das hast du schön geschrieben - wenn auch nach meinem Geschmack mit zu viel Polemik. Du bist ein Idealist - was nicht negativ gemeint ist. Ich bin da eher der Realist.

Ich habe nichts gegen das Programm der Grünen, aber ich halte es nicht für umsetzbar. Wenn es um die Benzinpreise und das Allerheiligste des Deutschen - sein Auto - geht, stößt man automatisch auf Widerstand.

Sozialökologische Marktwirtschaft ist streng genommen ein Widerspruch in sich - bestenfalls ein Kompromiss. Wir schaffen ja nicht einmal die soziale Marktwirtschaft.

Dennoch sollten die Grünen mit regieren - vielleicht schaffen sie es dann ja, den Klimaschutz voran zu treiben.

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@okieh56

Die sozialökologische Marktwirtschaft habe ich begründet. Ich kann da keinen Widerspruch erkennen. Sozial und ökologisch ist kein Widerspruch in sich, was ja Gegensätze bedeuten würde, sondern ergänzen und stärken sich gegenseitig. Ich denke das sie richtig ist. Und Markt und Wirtschaft gibt es immer.

Alles andere ist freie Marktwirtschaft und kommt als Neoliberalismus daher, nach dem Geschmack der FDP. Kommt für uns nicht in Frage.

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@vonGizycki

Marktwirtschaft ist weder „sozial“ noch „ökologisch", sie ist gewinnorientiert. Nur durch strenge Reglementierung seitens der Politik kann man den Spagat schaffen, die Marktwirtschaft möglichst sozial und ökologisch zu gestalten.

Hoffen wir, dass uns dieser Spagat gelingt.

Danke für die interessante Diskussion!

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@vonGizycki

Kompliment!

Ruhig, freundlich und sachlich geantwortet, so kann man miteinander reden.

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Herr Scholz

Ich denke aber trotzdem, dass die CDU die Wahl gewinnen wird.

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