Wer hat in einer Versicherung Einsicht in meine Ärztlichen Akten beim abschließen einer Risiko LV?

5 Antworten

Hallo Baerenjudas88,

das kann man sehr genau beantworten:

Ob der Versicherungsberater- oder vermittler Einsicht in die Akten hat, liegt an dir selber. Du kannst die Beantwortung der gesundheitlichen Fragen gegenüber dem Vermittler verweigern und diese dann anschließend der Versicherung nachreichen.

Die Sachbearbeitung der Versicherung hat innerhalb der speziellen Gruppe für die Antragsprüfung und der Gruppe für die Leistungsprüfung der Lebensversicherung Einsicht in die Vertragsakten. Nur Risiko- und Leistungsprüfer, die speziell für diesen Bereich arbeiten, dürfen Einsicht nehmen. Innerhalb dieser Gruppen kann jeder auf die Akten zugreifen.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind die Akten für alle anderen Sachbearbeiter gesperrt. Auch dürfen gegenüber jeglichen Dritten, auch dem Vermittler, keinerlei Auskünfte erfolgen. Der Vermittler darf nur über Erkrankungen, die bereits durch den Vermittler in den Gesundheitsfragen aufgenommen wurden, informiert werden.

Auch der Rückversicherer kann Einsicht in die Akten nehmen. Allerdings macht er das nicht selbstständig, sondern nur nach Aufforderung durch den Versicherer, wenn dieser bei der Einschätzung der Erkrankungen Unterstützung benötigt.

In den seltensten Fällen erhalten weitere Personen (z.B. Juristen) Einsicht in die Akten. Das passiert bei Streitigkeiten die vor Gericht landen. Ablehnung, Kündigungen oder Rücktritte werden von den Leistungsprüfern direkt bearbeitet und bedürfen keiner juristischen Einsicht.

Da ich selber zwei Jahre in der Antragsprüfung für BU- und Lebensversicherungen gearbeitet habe, kann ich dich aber auch beruhigen. Die Prüfer arbeiten einen Fall nach dem anderen ab und setzen absolut keinen Bezug zwischen Namen und Erkrankungen. Bei ca. 10-20 geprüften Anträgen am Tag, besteht gar nicht erst die Möglichkeit sich das zu merken.

Achtung:

Der Antragsteller kann an dieser Stelle 2: „Anfragevarianten“ freigeben:

Er kann der Versicherungsgesellschaft erlauben:

a) … die gesamten Untersuchungen bei Arzt anzufragen.

b) … nur Auskünfte über die angegebenen Behandlungen einzuholen.

Das ist nicht korrekt. Der Versicherer kann immer darauf bestehen alle Untersuchungen einzusehen. Die Wahlmöglichkeit besteht viel mehr darin, dass der Versicherer Sie entweder jedes Mal um Erlaubnis zur Einsicht von Unterlagen fragt, Sie diese selber einholen, oder Sie dem Versicherer pauschal die Erlaubnis dafür erteilen (Schweigepflichtsentbindung).

Es bringt jedoch nur wenig dem Versicherer nicht direkt die Schweigepflichtsentbindung zu erteilen. Vorteile hast du dadurch nicht. Wenn der Versicherer Unterlagen haben möchte und du diese verweigerst, lehnt er den Antrag einfach ab. Somit kann der Vertrag nur zustande kommen, wenn Einsicht gewährt wird.

Abweichungen bei anderen Versicherern können natürlich bestehen.

Linus vom DEVK Social Media-Team

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Das kommt immer drauf an.

Es können viele Menschen, oder aber auch wenige sein. ;-)

Vorab: Keiner kann ohne deine Einwilligung einfach mal so nach Lust und Laune einen Blick in deine Krankenakte werfen. Mit Krankenakte meine ich, die Akte die bei deiner Krankenversicherung hinterlegt ist.

Antragsprüfung LV:

Bekanntermaßen muss der Antragssteller, bei der Antragsstellung einer Lebensversicherung wahrheitsgemäß die Gesundheitsfragen beantworten. Sofern der Antragssteller eine Gesundheitsfrage mit:  JA beantwortet und damit eine Vorerkrankung bestätig, möchte der Versicherer natürlich mehr über die Erkrankung wissen.

Der Antragssteller hat nun 3 Möglichkeiten:

1) …er übergibt dem Vermittler sämtliche Untersuchungsbunde, damit dieser die Unterlagen an die Versicherung weiterleitet.

Heißt: Der Vermittler bekommt Einsicht. -zumindest zu den benannten Erkrankungen-

2) … der Antragssteller möchte dem Vermittler aus irgendwelchen Gründen keine Unterlagen übergeben und sendet sie direkt an die Versicherung.

Heißt: Nur die Versicherungsgesellschaft bekommt Einsicht zu den benannten Erkrankungen. –jedoch nicht mehr-

3) … Der Antragssteller, bevollmächtigt die Versicherungsgesellschaft die behandelnden Ärzte anzuschreiben, um sich Auskünfte einzuholen.

Wichtig:

Der Antragsteller kann an dieser Stelle 2: „Anfragevarianten“ freigeben:

Er kann der Versicherungsgesellschaft erlauben:

a) … die gesamten Untersuchungen bei Arzt anzufragen.

b) … nur Auskünfte über die angegebenen Behandlungen einzuholen.

Leistungsfall:

Nachdem der Leistungsfall eingetreten ist und seit Vertragsbeginn noch keine 10 Jahre vergangen sind, möchte der Sachbearbeiter in der Regel von dem Erkranken eine Einwilligung haben, damit die Versicherungsgesellschaft von seiner Krankenversicherung den Krankheitsverlauf der letzten 10 Jahre anfordern kann.

Sofern der Sachbearbeiter beim Abgleichen der Krankenakte Unstimmigkeiten zwischen Antragsangaben und Krankenakte feststellt, wird dem Versicherungsnehmer normalweise arglistige Täuschung unterstellt und der Leistungsfall abgelehnt.

Wehrt sich nur der Versicherungsnehmer gegen die Ablehnung,
antwortet normalerweise ein Jurist der Versicherungsgesellschaft.

Heißt: auch die Juristen bekommen Einsicht in die Krankenakte:

Zusammenfassung:

Einsicht können bekommen:

- Der Vermittler

- Der Sachbearbeiter

- Der Jurist

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Beim "Abschließen" einer Risiko-LV hast erst mal nur du die Gesundheitsfragen vollständig zu beantworten! Bist du dir hierbei unsicher bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen, so kannst du ja schon im Voraus deine Krankenakte bei den behandelnden Ärzten der letzten fünf (je nach Diagnose auch zehn) Jahre anfordern!

Der Versicherer prüft dann anhand deiner Angaben ein evtl. vorhandenes Risiko und bei Bedarf wird beim Arzt angefragt, wobei die Antwort von MoechteAWissen hier zutrifft: Der Antragsteller kann an dieser Stelle 2: „Anfragevarianten“ freigeben:

Er kann der Versicherungsgesellschaft erlauben:

a) … die gesamten Untersuchungen bei Arzt anzufragen.

b) … nur Auskünfte über die angegebenen Behandlungen einzuholen.

Also Einsicht hat dann eben beim Versicherer derjenige, welcher die Krankenakte anfordert und derjenige, welcher das Risiko einschätzen muß! Den Umfang der Einsicht legst du selber fest in der Auswahl a) oder b) zutreffend!

Gruß einer ehem. Versich.maklerin

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Und wie sieht’s bei einer Ärztlichen Untersuchung für die Versicherung aus ? Was wird da alles untersucht?

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@Baerenjudas88

Also eine ärztliche Untersuchung habe ich in meiner über 25-jährigen Versich.maklertätigkeit noch nie in Erinnerung - entweder gibt es einen Ausschluß für die angegebene Krankheit oder eben gleich eine Ablehnung des Antrags!

Eine ärztliche Untersuchung ist meiner Erfahrung nach nur im LV- bzw. Risiko-LV-Antrag üblich ab einer bestimmten Versich.summe, z.B. ab 400.000€ VS wie hier bei der Hannoverschen:

Muss ich zum Arzt, wenn ich eine Risiko­lebens­versicherung abschließe?
Nur bei hohen Summen: Bis zu einer Todesfallsumme von 400.000 Euro reicht die Beantwortung einiger Gesundheitsfragen durch Sie aus. Erst darüber hinaus wird zusätzlich eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Im Bereich zwischen 400.000 und 1.000.000 Euro – bei einem Eintrittsalter bis 49 Jahren – kann die Untersuchung auch bequem bei Ihnen zuhause durch unseren Medical Home Service erfolgen.
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Was kann ich denn z.B. tun, wenn der Prüfer die Akten bereits vernichtet hat und ich somit keine Einsicht mehr nehmen kann ? Die Prüfung habe ich bereits im letzten Sommersemester geschrieben.

So langsam habe ich das Gefühl, dass die Akten vor Ablauf der Aufbewahrungsfrist vernichtet wurden.

Kann mir da jemand weiterhelfen ?

LG Seestadt151990

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