Wer hat den Begriff "sozial schwach" erfunden?

4 Antworten

Gute Frage. Ich frage mich das schon lange. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, aber ich werde den schlimmen Verdacht nicht los, dass dieser üble Sprachgebrauch im neoliberalen Duktus entstanden ist: Gut verdienende sind Leistungsträger, und nur die tragen nennenswert zum Gemeinwesen bei. Wer gering verdient, gar prekär beschäftigt ist, trägt nichts nennenswertes bei, ist also sozial schwach. Es gibt ja unter diesen neoliberal denkenden Leuten welche, die mit den enormen Einkommensunterschieden in unserem Land und den geringen Löhnen in der Pflege zum Beispiel gar kein Problem haben, die das gerecht finden. Regelt halt der Markt. Und wenn auf dem Markt etwas billig ist, ist es auch nicht viel wert. Da wird dann sozial schwach und finanziell schwach gleichgesetzt.

Sozial schwach ist doch etwas anderes als finanziell schwach.

Man kann stinkereich sein und trotzdem sozial schwach. Man kann auch arm sein und sehr sozial eingestellt.

Wenn also jemand finanziell schwache Mensschen als sozial schwach bezeichnet, ist das schlichtweg falsch.

„Mittlerweile ist die Bezeichnung von Menschen mit geringem Einkommen als «sozial Schwache» in den Medien, der Politik und der Behördensprache etabliert“ steht in einem Artikel über den Begriff. Deswegen ergibt die Frage schon Sinn, warum finanziell schwache Menschen „sozial schwach“ genannt werden.

1

ja, so meinte ich das ja. Meine Frage ging darum, wer diese falsche Verwendung aufgebracht hat.

0

Wie auch die falsche Einbürgerung für die Geschwindigkeit: Stundenkilometer. Kriegt man die einfach nicht weg.

Die physikalische Größe "Stundenkilometer" gibt es nicht. Was ist z.B. "100 Stundenkilometer"? 100 Stunden für 1 Kilometer?

Richtig ist 100 Km (in einer) pro Stunde.

Was möchtest Du wissen?