Wer hat Erfahrung mit dem Wechselmodell nach einer Trennung? 1 Woche beim Vater und 1 Woche bei der Mutter??

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Ich zwar keine eigenen Erfahrungen mit dem Wechselmodell, aber es ist sicher eine gute Wahl, wenn die Eltern sich zumindest einigermaßen verstehen und nicht weit auseinander leben, so dass der Freundeskreis und Schule/Kindergarten in der Nähe beider Wohnungen liegen.

Ich glaube nicht, dass es der neue Renner ist, Trennungen passieren nun einmal und ein Ende mit Schrecken ist oftmals besser als ein Schrecken ohne Ende für die Kinder. Das kann ich dir als eigene Erfahrung sagen, meine Eltern haben sich nicht getrennt, aber ich durfte als Kind immer viel miterleben von den ewigen Streitereien, das hat meine Kindheit sehr negativ geprägt. Eine Trennung wäre damals wohl besser für mich gewesen.

Klar ist es am Anfang schwer für alle und man muss die Umstände erst mal verarbeiten als Kind, klar kommt es am Anfang zu Irritationen und sie ziehen sich zurück. Aber genauso schnell gewöhnen sie sich an die neuen Umstände und die Organisation klappt besser.

Hängt natürlich auch ein bisschen vom Alter ab, aber wenn die Eltern das gut hinkriegen, dann wird es schnell normal für die Kinder und es klappt dann auch besser. Für die Kinder ist es wichtig, Umgang mit beiden Eltern zu haben und im Wechselmodell ist der Umgang zu beiden am Besten. 

Wenn ein Mann so ein Modell will und die Mutter damit einverstanden ist, dann zeigt das Interesse von beiden am Wohlergehen von Kindern und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. 

Ich kenne viele Väter, denen das einfach zu viel Stress wäre, die wollen ihre Kinder gar nicht so viel um sich haben. Und viele Mütter, die die Verantwortung für ihre Kinder nicht abgeben wollen. Das scheint hier ja nicht der Fall zu sein. Und das ist gut für die Kinder. 

In meiner Bekanntschaft ist ein Fall, da habe ich deren nachehelichen Umgang der Eltern immer bewundert. Sie haben sich geeinigt, sich trennen zu wollen, keiner hat dem anderen irgendwelche Steine in den Weg gelegt oder Vorwürfe gemacht. Sie entschieden sich nicht für das Wechselmodell, sondern die Tochter (damals 11 Jahre) hat sich entschieden, hauptsächlich bei ihrem Vater leben zu wollen. Die Eltern haben das akzeptiert, die Mutter zog aus und in die Nähe, die Tochter konnte sie zu jeder Zeit besuchen und auch übernachten, wie sie es gerne wollte. 

Die Tochter hat sich gut und schnell zurecht gefunden, trotz nicht ganz einfacher Umstände (Mutter holte ihre Jugend nach und Vater bekannte sich zur Homosexualität) und entwickelte sich zu einer problemlosen jungen Frau.

Klar, beim Wechselmodell kommt noch eine neue Wohnung dazu, aber andere Kinder ziehen auch um und müssen damit klar kommen. So lange die Eltern aber an einem Strang ziehen, kriegen die Kinder das alles recht schnell hin. 

Nicht die Trennung selbst schadet den Kindern nachhaltig, sondern der Umgang der Eltern damit und wenn Kinder in Streitigkeiten hineingezogen werden und als Spielball missbraucht. 

Meine Hochachtung an die Eltern, die das besser hinkriegen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Merle717
13.07.2017, 20:22

Dankeschön. Es geht nicht um Eltern, bei denen die Absprachen auch nach einer Trennung klappen.Das ist dann nach einer Akzeptanz der elterlichen Trennung, verbunden mit Trauer der Kinder über den Verlust der Ursprungsfamilie schon zu verarbeiten.

Aber meist geht es dabei ja leider um das liebe Geld...Das Kindergeld wird gesplittet, die Unterhaltszahlung verändert sich, etc..

Oft zieht jedoch 1 Elternteil weiter weg und damit wird der regelmäßige Kontakt der Kinder zu ihren Freunden und zum anderen Elternteil erschwert., Ganz schwierig finde ich es, wenn plötzlich dann ein neuer "Stiefvater" auftaucht, der alles besser machen will als sein Vorgänger...

0

Was möchtest Du wissen?