Wer haftet, in der Schule?

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13 Antworten

Wenn Du es nicht schlecht findest, dass Dein Sohn das Handy in der Schule abzugeben hat, warum nimmt er es dann mit?

Es gibt bezüglich der Haftung unterschiedliche Auffassungen. Vermutlich muss es zu einer gerichtlichen Auseineindersetzung kommen, um die Sache abschließend zu klären.

Wenn es eine rechtliche Grundlage gäbe, die Dinger in der Schule zu verbieten, hätte man das längst gemacht. Solange die Schüler die Handys nicht freiwillig abgeben, gibt es für das Einsammeln ebenfalls keine rechtlichen Voraussetzungen. Es ist eben ein Unterschied, ob mir etwas unter Androhung von Strafe abgenommen wird oder ob ich mich freiwillig dazu bereit erkläre, etwas herzugeben. Davon hängt dann auch die Rechtsprechung ab.

Ich bin der Auffassung, dass grundsätzlich die Schüler für ihre Sachen verantwortlich sind, die sie mit in die Schule bringen. Hier aber befindet sich der Gegenstand nicht in ihrem Besitz. Stellt sich also die Frage, haben sie es freiwillig hergegeben oder wurden sie gezwungen?

Vermutlich müssen erst einige Handys wegkommen, damit diejenigen, die die Abgabe gutheißen, anfangen umzudenken. Deine Frage ist hier gar nicht neu, nur stellen sie viele Jungendliche erst, nachdem das Handy, welches sich in der Obhut der Lehrer befand, verloren ging.

Ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, dass mit dem Ort etwas nicht stimmen kann, an dem die Anwesenden sich lieber mit elektronischem Spielzeug beschäftigen, als mit den Dingen, die an diesem Ort normalerweise vorgesehen sind?

Das Problem ist wahrlich nicht die Haftung.

Gruß Matti

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Hier ein Auszug aus dem Gesetz. Also die Schule bewegt sich, wenn Eltern dagegen klagen wollen, eher auf dünnem Eis mit so etwas:

Landesschulgesetz NRW

§53 Erzieherische Einwirkungen,Ordnungsmaßnahmen
(1) Erzieherische Einwirkungen und Ordnungsmaßnahmen dienen der geordneten Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule sowie dem Schutz von Personen und Sachen. Sie können angewendet werden, wenn eine Schülerin oder ein Schüler Pflichten verletzt. Der Grundsatz derVerhältnismäßigkeit ist zu beachten. Ordnungsmaßnahmen sind nur zulässig, wenn erzieherische Einwirkungen nicht ausreichen. Einwirkungen gegen mehrere Schülerinnen und Schüler sind nur zulässig, wenn das Fehlverhalten jeder oder jedem Einzelnen zuzurechnen ist.
(2) Zu den erzieherischen Einwirkungen gehören insbesondere das erzieherische Gespräch, die Ermahnung, Gruppengespräche mit Schülerinnen, Schülern und Eltern, die mündliche oder schriftliche Missbilligung des Fehlverhaltens, der Ausschluss von der laufenden Unterrichtsstunde, die Nacharbeit unter Aufsicht nach vorheriger Benachrichtigung der Eltern, die zeitweise Wegnahme von Gegenständen, Maßnahmen mit dem Ziel der Wiedergutmachung angerichteten Schadens und die Beauftragung mit Aufgaben, die geeignet sind, das Fehlverhalten zu verdeutlichen. Bei wiederholtem Fehlverhalten soll eine schriftliche Information der Eltern erfolgen, damit die erzieherische Einwirkung der Schule vom Elternhaus unterstützt werden kann. Bei besonders häufigem Fehlverhalten einer Schülerin oder eines Schülers oder gemeinschaftlichem Fehlverhalten der Klasse oder Lerngruppe soll den Ursachen für das Fehlverhalten in besonderer Weise nachgegangen werden.
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(9) Ordnungsmaßnahmen werden den Eltern schriftlich bekannt gegeben und begründet.

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An alle die hier so freundlich geschrieben haben "Handy einfach zu hause lassen".... Thema verfehlt, ich habe nicht gefragt was ich jetzt machen soll, sondern wie die Haftungsverhältnisse aussehen.

Zu Hause lassen ist nicht möglich. Erstens wohnen wir auf dem Land und sind an kein öffentliches Verkehrsnetz angebunden von daher ist "einfach nach Hause gehen" nicht möglich, zweitens muss mein Sohn aus gesundheitlichen Gründen erreichbar sein, beziehungsweise Kontakt aufnehmen können wenn er auf dem Weg zur bzw. von der Schule ist.

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Kommentar von Ifm001
08.01.2016, 10:37

Ich finde diese "Warum nimmt das Kind das Handy überhaupt mit"-Kommentare auch ziemlich daneben. Mein Kind soll ja gerade das Teil dabei haben, um in besonderen Situationen auf dem Schulweg Hilfe holen zu können. Zudem gibt es da noch solche Dienste wie das Handyticket, für die das Gerät zwingende Voraussetzung sind.

Und warum sollte das Kind nicht auf dem Heimweg nutzen können, statt werweiswielange aus dem Busfenster zu starren, weil keiner der Schulkumpel den gleichen Weg hat.

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Kommentar von Kuhlmann26
08.01.2016, 12:53

Und genau die von Dir beschriebene Situation ist der Grund, weshalb man Handys in die Schule nicht verbieten darf. Nur der Gebrauch derselben kann auf dem Schulgelände untersagt werden. Und darum ist für mich auch zu hinterfragen, ob die Dinger vorsorglich eingesammelt werden können, ohne das der Eigentümer dem zugestimmt hat. Es wird eine Erziehungsmaßnahmen durchgeführt, noch bevor ein Vergehen stattgefunden hat.

Wer sein Handy freiwillig abgibt, ohne das die Haftung geklärt ist, handelt fahrlässig. Bevor Du die Abgabe also gutheißt, musst Du die Haftung von der Schule erklären lassen.

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1. "Zu Hause lassen." Braucht hier niemand was. Die Eltern haben ein Recht darauf, dass der Schüler in seiner Freizeit erreichbar ist und die beginnt mit Schulschluss. (Und nicht erst wenn er zu Hause ankommt, egal wie weit der Weg ist.) Deshalb müssen Handies auch spätestens am Ende des Schultages wieder ausgehändigt werden.

2. Die Schule überschreitet ihre Kompetenz bereits mit der generellen Zwangsabgabe. Handyverbote (im Sinne von Nutzungsverbot) sind erlaubt, das einsammeln nur, wenn der Schüler sich nicht daran hält.

3. Selbstverständlich haftet die Schule für die Handies, da die Schule ihre Haftung nicht rechtswirksam ausschließen kann. Sie hat sorgsam mit dem Eigentum anderer umzugehen.

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Kommentar von 5432112345
08.01.2016, 10:45

Es wurde wohl in der Schülerversammlung so beschlossen.

Das ist eine wichtige Information. Es muss mit der Schule unbedingt geklärt werden, ob es sich hierbei um eine freiwillige Verpflichtung der Schülerschaft handelt oder nicht.
Sprich:
Muss er es abgeben weil die Schule es so regelt. Schule haftet.
Soll er es abgeben, weil es beschlossen wurde, aber es keine Zwang der Schule (sprich keine Sanktionen für Nichtabgabe) ist, dann sollte er es nicht abgeben, denn dann ist die Haftung tatsächlich eingeschränkt. (siehe Post von brennspiritus)

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Es kommt darauf an, wie es verwahrt wird. Wenn alle Handys gesammelt in einen Schrank kommen o. ä., so wird die Schule wohl nicht um die Haftung herum kommen. Wenn jeder Schüler es separat in ein abschliessbares und vernünftig gegen Zugriffe Dritter gesichertes Wertfach legen, ist die Schule AFAIK raus.

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Also zumindest für Taschen im Supermarkt gilt: bei zwangsabgabe muss der Betreiber für die Sicherheit der verwarten Gegenstände sorgen und haftet.

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Kommentar von DerFragenTyp1
08.01.2016, 07:44

Aber wie ist es in der Schule ?

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Verpflichte den Sohn dazu das Handy zuhause zu lassen, wenn er zur Schule geht. Problem geloest, bzw. gar nicht erst vorhanden. ; )

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Kommentar von DerFragenTyp1
08.01.2016, 07:41

Sag ich auch :D

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Kommentar von RainbowHorse
08.01.2016, 07:44

aber es kann sein das er nach dem untterricht mit der mutter oder so telefonieren muss

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Kommentar von GoimgarDE
08.01.2016, 07:44

Hm finde ich lächerlich. Die Schule kann nicht einfach Alltagsgegänstände verbieten und erwarten das du die völlig Zuhause läßt. Als nächstes kommen dann Schlüssel und Portmonee? 

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Kommt ja drauf an wer es verlangt? Das Gesetz? oder der Direktor? oder der Lehrer? Wer veranlasst diese Pflichtabgabe? Wenn es der Lehrer ist und er eigenständig handelt, dann natürlich er selber.

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Kommentar von phoenixheart
08.01.2016, 10:15

Es wurde wohl in der Schülerversammlung so beschlossen. Die Schüler müssen Ihre Handys während der Stunden beim Lehrer abgeben und können es für Pause und selbstverständlich nach der Schule wieder mitnehmen. Die Handys liegen dann offen in der Klasse, die Räume sind theoretisch zugänglich wenn die Schüler wärend der Stunde in einen anderen Raum (z.B. Computerraum) gehen.

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Möchte noch hinzufügen das sowas eigentlich nicht sein kann. Wenn die Lehrer das Handy verlangen müssen sie auch darauf aufpassen...

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Wenn was weg kommt biste selber schuld.  Es gibt ja keine Verpflichtung ein Handy mit in die Schule zu bringen. Zu Hause ist es sicher.

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Kommentar von 5432112345
08.01.2016, 08:14

Keine Verpflichtung, aber ein Recht darauf. Nicht das Recht des Schülers, aber das Recht der Eltern.

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Kommentar von phoenixheart
08.01.2016, 10:07

Wie kann er denn selbst Schuld sein, wenn das Handy gar nicht in seinem Besitz ist sondern im Besitz des Lehreres?

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Das sagen sie, ist aber falsch.

Schau dir BGB §§ 690 ff an.

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Kommentar von 5432112345
08.01.2016, 10:39

Das gilt aber nicht wenn es sich um eine Zwangsverwahrung handelt.
Die Schule verwahrt hier das Handy nicht, weil der Schüler es gerne abgeben möchte, so wie z.B. die Kleidung in einem Restaurant, sondern er muss es abgeben.

Aber guter Einwand.

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Dann soll dein Sohn das Handy gar nicht erst mitnehmen. 

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Kommentar von Flupp66
08.01.2016, 10:37

Na da gibts ja wahrscheinlich ein Grund für. Sonst würde sie ja nicht fragen.

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Wenn man das schon weiß: Einfach danach handeln und nur nicht mitnehmen, Problem gelöst!

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