Wer haftet bei Fehlern im Beruf -> in diesem Fall Kfz-Teileverkauf?

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1 Antwort

Nun mal halblang

Schwierigkeiten könntest du bekommen, wenn du wissentlich - also absichtlich - andere Teile auslieferst, als die Kundschaft bestellt. Doch auch das müsste man dir erst einmal nachweisen.

Was steht denn in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von der Firma, für die du arbeitest?
Es wäre für dich gesund, wenn dort stehen würde, dass die Firma bemüht sei, stets das Gewünschte herauszugeben und dass keine absolute Garantie dafür gegeben wird, dass die herausgegebenen Komponenten passen.

Du bist Angestellter. Dein Arbeitgeber sollte euch regelmäßig schulen/unterweisen, damit euch möglichst keine Kardinalfehler unterlaufen. Sonst lernst du mit der Zeit eben aus den Fehlern allein. Denn wenn ein Kunde bemerkt, dass die Teile nicht korrekt sind, wird er diese ja wohl umtauschen oder zurückgeben wollen.

Eure Ersatzteile bauen sich ja dann auch nicht von selbst in Kraftfahrzeuge ein. Normalerweise wird diese Arbeit von gut ausgebildeten und erfahrenen Fachleuten durchgeführt. Bevor ein Kfz. nach einer Instandsetzung wieder auf die Straße darf, müssen die Mechatroniker prüfen, ob sich das Fahrzeug in einem verkehrssicheren Zustand befindet. Denn sie tragen dann die Verantwortung (und nicht du).

Ich gehe davon aus, dass dein Arbeitgeber die Verantwortung dafür, dass du eventuell zwischendurch mal unabsichtlich falsche Teile herausgibst nur dann von sich auf dich abwälzen kann, wenn er belegen kann, dass du im letzten Jahr eine Nachschulung erhalten hattest, in der genau die Problematik, die jüngst zum Fehler führte, konkret durchgesprochen worden ist.

Meine Einschätzung bezieht sich auf deutschsprachige Länder in Europa.
In anderen Ländern mag es anstelle von Rechtsstaatlichkeit abweichende Rahmenbedingungen geben; aber hier bei uns musst du dir mit deiner Frage keine so großen Sorgen machen.

Damit du bald ruhiger schlafen kannst, solltest du aber mal darüber nachdenken, ob du für dich eine private Rechtsschutzversicherung abschließen möchtest.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsschutzversicherung
Weil der Versicherungsschutz in der Regel an eine Karenzzeit geknüpft ist, musst du so eine Versicherung aber schon einige Monate haben, bevor du sie in Anspruch nehmen kannst!

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Kommentar von VertrieblerLe
16.07.2017, 20:32

Vielen Dank für deine Antwort.
Ich würde nie absichtlich die falschen Teile raus suchen und vergleiche die Artikel eigentlich immer mehrfach um für mich selber sagen zu können , das ich alles versucht habe um meinem Kunden das richtige Teil raus zu suchen.  Ich könnte dir die AGB´s durch geben, ich denke für einen Beitrag ist es zu viel. Aber das von dir erwähnte steht so nicht drinne.

Kurzer Ausschnitt:

Hat der Verkäufer aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen für einen Schaden aufzukommen,der leicht fahrlässig verursacht wurde, so haftet der Verkäufer beschränkt:
Die Haftung besteht nur bei Verletzung vertragswesentlicher Pflichten, etwa solcher, die der Kaufvertrag dem Verkäufer nach    seinem Inhalt und Zweck gerade auferlegen will oder deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Kaufvertrages
überhaupt  erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Käufer regelmäßig vertraut und vertrauen darf.
Diese Haftung ist auf den bei  Vertragsabschluss vorhersehbaren typischen Schaden begrenzt.
Ausgeschlossen ist die persönliche Haftung der gesetzlichen Vertreter, Erfüllungsgehilfen und Betriebsangehörigen des Verkäufers
für von Ihnen durch leichte Fahrlässigkeit verursachte Schäden.
Für die vorgenannte Haftungsbegrenzung und den vorgenannten Haftungsausschluss gilt Ziffer 2 dieses Abschnitts entsprechend.
Unabhängig von einem Verschulden des Verkäufers bleibt eine etwaige Haftung des Verkäufers bei arglistigem Verschweigen
eines Mangels, aus der Übernahme einer Garantie oder eines Beschaffungsrisikos und nach dem Produkthaftungsgesetz unberührt.

Schulungen sind leider eher eine Seltenheit.
Die Frage ist , muss ich mich darum kümmern und meinen Arbeitgeber mehr oder weniger dazu drängen , oder ist das die Aufgabe meines Arbeitgebers? Problem ist das wir mit so vielen Herstellern arbeiten das wir wahrscheinlich 1/2 Jahr in Schulungen stecken müssten.

Voraussetzung ist halt immer, das der Kunde auch merkt , das er evtl. ein falsches Teil von uns bekommen hat. Bei Sachen bei denen ich mir unsicher bin, vermerke ich auch extra auf den Lieferscheinen , das die Teile vor dem Einbau auf Richtigkeit geprüft werden müssen, da es im Ersatzteilprogramm nicht eindeutig raus zufinden war. Außerdem setze ich irgendwie auch voraus das ein Techniker/Mechatroniker das Teil sowieso noch einmal prüft, ob es auch wirklich das richtige ist.
Eine Rechtsschutz habe ich selbstverständlich.
Ich hoffe allerdings das ich sie nie benötigen werde.

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